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Letzte Aktualisierung: 27.02.2021

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Fasten in einer besonderen Zeit

Bürgermeister und Kirchendezernent Becker betont die Bedeutung der Fastenzeit

von Ilse Romahn

(16.02.2021) „Leiser als sonst beginnen wir am Aschermittwoch in diesem Jahr die Fastenzeit. Corona hat uns bereits in den zurückliegenden Monaten viel an Einschnitten und Entbehrungen abverlangt und so folgt die Zeit der Einkehr nicht auf eine laute und fröhliche Fastnacht, sondern Stille folgt auf Ruhe.

Uwe Becker
Foto: Stadt Frankfurt / Stefanie Koesling
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Und dennoch liegt in dem bewussten Verzicht, in der eigenen, freien Entscheidung zum Fasten auch die Chance, sich selbst noch einmal zu hinterfragen, das persönliche Handeln zu beleuchten und zusätzliche Kraft aus den Wochen bis zum Osterwochenende Anfang April aufzunehmen. Vielleicht war diese Zeit schon lange nicht so bedeutsam wie gerade jetzt“, betonte Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker am 15. Februar im Vorfeld des Aschermittwochs am 17. Februar.

„Mit ihrer christlichen Tradition besitzt die Fastenzeit vor Ostern aber auch ein sehr verbindendes Wesen. Eine solche Zeit der Einkehr, die es in vielen Religionen gibt, ist eine Bereicherung im gesellschaftlichen Miteinander. In Frankfurt am Main sind Menschen aus über 170 Ländern und Angehörige von rund 160 Gemeinden aller Weltreligionen zu Hause und praktizieren ein friedliches Miteinander. Sich seiner eigenen Wurzeln und Traditionen bewusst zu sein und diese auch leben zu können, ist für die eigene Identität wichtig. Ebenso die Besinnung auf ein gemeinsames Wertefundament, das unsere Gesellschaft stärkt und zusammenhält. Offenheit, gegenseitiges Verständnis und Respekt sind für ein friedliches Zusammenleben unabdingbar. Respekt gegenüber dem Einzelnen wie auch gegenüber den Grundwerten eines friedlichen Miteinanders, beides zusammen ist möglich. Die Fastenzeit kann eine gute Gelegenheit bieten, sich auf diesen Zusammenhalt zu besinnen und, wenn auch mit räumlicher Distanz, so doch als Gesellschaft aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen. Die Internationalität und damit die kulturelle sowie religiöse Vielfalt ist eine Bereicherung für unsere Stadt und unsere Gesellschaft. Wir alle sind aufgefordert, gegenüber Eiferern, Angstmachern und Hetzern für eben jenes friedliche Miteinander einzustehen. Nutzen wir gemeinsam die anstehende Fastenzeit, um zusätzliche Kraft zu tanken und unser gesellschaftliches Miteinander zu stärken“, sagte Becker.

Als Fastenzeit wird der 40-tägige Zeitraum des Fastens und Betens zwischen Aschermittwoch und Karsamstag zur Vorbereitung auf Ostern, auf die Botschaft der Auferstehung, bezeichnet. Seit dem Tode Jesu Christi erinnern sich Christen in diesen Wochen an dessen Leiden und Sterben. Kalendarisch dauert die Fastenzeit allerdings länger als 40 Tage, weil man die Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen ausgenommen hat. Dieser Brauch lässt sich in der Geschichte des Christentums bis in das vierte Jahrhundert zurückverfolgen. In diesem Zeitraum sollen Gläubige als inneres Zeichen von Buße und Besinnung Verzicht üben. Traditionell galten der Fleischverzicht sowie die Verringerung der Essensaufnahme während der Vorbereitungszeit auf Ostern als Empfehlung für die Fastenzeit. Heute wird häufig auf Dinge verzichtet, die sich in den Alltag eingeschlichen haben. Die Möglichkeiten für die Fastenden sind vielfältig – sei es der Verzicht auf Alkohol, Süßes, Fernsehkonsum oder Auto fahren. (ffm)