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Letzte Aktualisierung: 12.06.2024

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Familienurlaub in Frankreich – oder auch zu zweit

von Helmut Poppe

(07.06.2024) In Zeiten, in denen an der Nordsee für eine Ferienwohnung die Hundert-Euro-Grenze für eine Übernachtung überschritten wird, die Zweihundert-Euro-Marke pro Tag nicht mehr fern ist und die Spanier auf den Kanaren und Balearen über ‚Übertourismus‘ klagen, lohnt sich ein Blick in den nahen Westen.  

Bildergalerie
VVF  La Madrague St. Cyr
Foto: Poppe, frankfurtlive
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Boho Beach
Foto: Poppe, frankfurtlive
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‚Geheimstrand‘ La Madrague, Plage de la Rainette
Foto: Poppe, frankfurtlive
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VVF, Appartment Innenansicht/Küchenzeile Auszug
Foto: Poppe, frankfurtlive
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Chamonix Mont-Blanc
Foto: Poppe, frankfurtlive
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Früher war die Côte d’Azur in der Vorstellung mit Luxus und Unerreichbarkeit verbunden. Das hat sich geändert. Seit Jahrzehnten fördert der französische Staat bezahlbaren Urlaub in Regionen, die sich über Touristen freuen, und unterstützt gleichzeitig Familien, die sich einen solchen Urlaub nicht unbedingt leisten können. 

Ausgehend von der alten Formel ‚Urlaubsgeld‘ als dreizehntes Monatsgehalt, das es in Wirklichkeit für die wenigsten gibt, aber wir nehmen es einmal an, in Deutschland je nach Datenquelle durchschnittlich etwa 3.300 Euro netto beträgt, haben wir einmal die Kosten für einen zweiwöchigen Urlaub in einer Ferienanlage des französischen Verbandes VVF mit Anreise und allem Drum und Dran ausgerechnet. Wir kamen zu folgendem Ergebnis: Fahrtkosten zum Zielort Côte d’Azur ca. 2400 Kilometer Benzin und Autobahn: 600 Euro, Unterkunft in einem kleinen Appartement für drei bis vier Personen im Main/Juni ca. 950 Euro, Lebensmittel - auch hier gibt es Discounter - 600, ‚Spaß muss sein‘ und Besichtigungen vor Ort: 700 Euro. Wir kommen auf knapp 3000 Euro und bleiben im oben beschriebenen Rahmen. Hier gibt es also Raum für eine Verlängerung – falls Platz frei ist. 

VVF steht für Village Vacances Familles, also Feriendörfer für Familien. Auch Deutsche können sich hier wohlfühlen. Allerdings sollte man schon aus Gründen der Fairness die französischen Ferienzeiten meiden und dann die VVF-Angebote nutzen. VVF Villages betreibt insgesamt 90 Feriendörfer in verschiedenen Regionen Frankreichs. Diese Feriendörfer ermöglichen es den Gästen, die Vielfalt der französischen Landschaften zu entdecken - von der Küste über das Gebirge bis hin zum ländlichen Raum.

Kennzeichnend für die Anlagen sind Naturnähe: Die Dörfer liegen oft in landschaftlich reizvollen Gegenden wie Bergen, Küsten oder ländlichen Gebieten. Gemeinschaftsgefühl: Der VVF fördert das Miteinander und organisiert Aktivitäten wie Wanderungen, Sportturniere und kulturelle Veranstaltungen. Günstige Preise: Die Unterkünfte sind erschwinglich und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Vielfältige Unterkünfte: VVF bietet verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten wie Bungalows, Appartements und Campingplätze. Kinderfreundlichkeit: Es gibt spezielle Angebote für Kinder, Spielplätze und Animation. Französische Gastfreundschaft: VVF legt großen Wert auf herzliche Gastfreundschaft und regionale Küche.

Es muss nicht immer das Mittelmeer sein. VVF bietet spannende Reiseziele in ganz Frankreich. Warum nicht einmal in die Vogesen, in die Alpen oder auf eine der malerischen Inseln? Das alles ist das ganze Jahr über möglich, auch im Wintersport.

Besonders gefallen hat dem Redakteur der Aufenthalt in dem sensationell schönen Ferienort La Madrague. östlich davon liegt Marseille, das mit seinen vorgelagerten Buchten Les Calanques einen Abstecher mit dem Zug wert ist. La Madrague schait auf die Bucht von La Ciotat an einem bewaldeten Hang. Die Strände sind zu Fuß erreichbar. Alle Zimmer haben Meerblick, sind geschmackvoll eingerichtet und verfügen über eine moderne Küchenzeile, Balkon und Klimaanlage. Parkplatz und Endreinigung sind im Preis inbegriffen. Die Anlage ist nur für Gäste zugänglich. Das Angebot des VVF finden Sie hier. Klicken Sie auf die englischsprachige Seite, um weitere Informationen zu erhalten.

Besondere Tipps vor Ort: Boho Beach, tolle Strandbar. Dort den landestypischen Anis-Aperitif Ricard trinken. Souvenirs und andere schöne Strandtücher, bei dem netten Patron von Articles de Plage La Calanque kaufen. In der Boulangerie Les Lecques die regionale Sandwich-Spezialität Pan Bagnat probieren.

Auf der Hin- oder Rückreise: Über die Schweiz fahren, die 40-Eurovignette an der Grenze kaufen, spart Geld. In Lausanne den Strand Vidy-Beach besuchen. Klares Wasser, Umkleide, Zutritt kostenlos. Parken um die Ecke 4 Franken und ein paar Rappen mit der Karte. Und ein wahrer Knaller: kurz vor dem Ziel den Gebirgszug La Montange Sainte Victoire anschauen - da braucht es keinen Flug in den 'Wilden Westen'. Ebenfalls zu empfehlen ist auch statt ab dem Genfer See in den Süden zu fahren, die Route über Chamonix Mont-Blanc zu nehmen.

Anmerkung: Die Redaktion erhielt keine finanzielle Unterstützung oder andere Vorteile für die Erstellung dieses Artikels.