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Letzte Aktualisierung: 21.05.2024

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Fakes, seriöser Journalismus, KI und Rundfunk

von Helmut Poppe

(07.05.2024) Eine schöne Definition von Künstlicher Intelligenz "KI" in Abgrenzung zu Apps lieferte kürzlich eine Referentin beim Königsteiner Forum. Die Gefahr von Fake News, die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, automatisierte Organisationsabläufe, personalisierte Nachrichten waren die Themen des Abends. Der Wegfall von Arbeitsplätzen und Kostenaspekte eher nicht.

Referentin Rebecca Ciesielski
Foto: Helmut Poppe
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Die Referentin Rebecca Ciesielski konnte bei der Vortragsreihe der Frankfurter Volksbank keine besonderen Ängste bei den Mitarbeitern ihres Hauses feststellen, die eine Gefahr sehen, dass künstliche Intelligenz ihre Arbeit übernehmen könnte. Auch den schleichenden Verlust oder zumindest die Stagnation der Einnahmen durch sinkende Werbebuchungen bei stagnierenden oder zurückgehenden Reichweiten Zuhören und Zuschauern im Wettbewerb mit Digitalplattformen müssen die öffentlich-rechtlichen Sender weit weniger fürchten. Die Werbung macht nur einen sehr geringen Anteil von wenigen Prozent der Gesamteinnahmen aus. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und das ZDF können jährlich auf mehr als 9 Milliarden Euro aus Werbung und anderen Quellen zurückgreifen. Dem stehen Personalkosten von weit über 40% gegenüber.

Interessante Informationen zeigte die Referentin Rebecca Ciesielski zum Thema Workflow-Optimierung auf. Hier gibt es viele Gemeinsamkeiten mit anderen Branchen, z.B. in der Produkterstellung, im Vertrieb und im Personalmanagement. Ein Regionalsender wie der Bayerische Rundfunk kann beispielsweise bei der Produktion von Nachrichten diese für bestimmte Zielgruppen automatisiert personalisieren und inhaltlich nach Region, Alter, Geschlecht, Ausdrucksformen und Vorlieben gestalten. Und zwar mit Hilfe besagter künstlicher Intelligenz. Als Black Box weiß allerdings niemand genau, auf welche Daten sich die KI bezieht, und so wird immer wieder der Blick des menschlichen Verstandes notwendig sein.

Insgesamt spielt der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine wichtige Rolle im Umgang mit KI, weil er - wie an dem Abend in Königstein von der Referentin des "AI und Automation Lab" des BR demonstriert - entsprechende Verfahren des Einsatzes und der Steuerung digitaler Maschinen entwickeln kann und bereits entwickelt.

Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung Journalismus in Zeiten von ChatGPT & Journalismus in Zeiten von ChatGPT & Co findet man hier.

Rebecca Ciesielskis humorvolle Definition der neuen digitalen Techniken lautete: „Ein Computerprogramm oder eine App entsteht wie beim Kochen: Nach einem Rezept geht man in einem festgelegten Ablauf vor. Künstliche Intelligenz hingegen verhält sich wie ein Schüler in einer Prüfung, sie gibt auf alles eine Antwort, Hauptsache es klingt schlau.“

Weitere Informationen findet man zu dem Thema bei Klick hier.