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Letzte Aktualisierung: 23.01.2020

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,Für Antisemitismus ist kein Platz in Frankfurt, Deutschland und der Welt‘

von Ilse Romahn

(25.11.2019) Oberbürgermeister Feldmann gratuliert der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Frankfurt zum 40-jährigen Bestehen.

Empfang 40 Jahre Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG (1): Uwe Becker, Peter Feldmann, Claudia Korenke, Nicola Beer
Foto: Stadt Frankfurt / Rafael Herlich
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Am 21. März 1966 wurde die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) in Bonn gegründet. Seither versteht sich die DIG als die zentrale Organisation in der Bundesrepublik Deutschland, in der sich Freunde Israels in überparteilicher Zusammenarbeit zusammenfinden, um in Solidarität mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung zu wirken.

Vor 40 Jahren wurde die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG gegründet. Seither setzt sich der Frankfurter DIG-Zweig überaus aktiv für die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Israel ein. „Unsere seit 1980 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Tel Aviv-Yafo gehört dank der Initiative der DIG zu den lebendigsten Städtepartnerschaften der Mainmetropole“, betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann bei einem Empfang zum 40-jährigen Bestehen der DIG Frankfurt im Kaisersaal des Römers.

„Für Antisemitismus ist kein Platz in Frankfurt, Deutschland und der Welt! Wir wissen um das jüdische Erbe, das maßgeblich dazu beigetragen hat, diese Stadt zu einem weltoffenen Ort des Handels und des kulturellen Austausches zu formen“, sagte Feldmann. Auch das so oft in Frankfurt beschworene bürgerschaftliche Engagement sei häufig jüdischen Ursprungs. „Dabei wurden unseren jüdischen Mitbürgern – ich nenne an dieser Stelle beispielhaft die Familie von Weinberg – während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten unfassbare Gewalt und Gräuel zugefügt. Wenn ich heute lesen muss, dass man sich mit Kippa in Deutschland kaum noch auf die Straße trauen kann, macht mich das wütend. Wir werden und dürfen dem Rassismus und dem Antisemitismus keinen Zoll weichen und werden diese Umtriebe nicht in unserer Stadtgesellschaft dulden – ja, sie mit allen Mitteln bekämpfen!“

Es sei jedoch kein Mittel, Hass mit Hass und Zorn mit Zorn zu vergelten. Gegenseitiges Verständnis für die Lage und Gedanken der anderen seien das beste Rezept, um Vorurteile abzubauen und den eigenen Horizont zu erweitern. „Und an dieser Stelle leisten Sie, verehrte Mitglieder der DIG Frankfurt, unfassbar wertvolle Arbeit: Ob im privaten Austausch mit Bekannten oder ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit – Sie bauen Brücken und pflegen einmal geknüpfte Beziehungen. Sie leisten jene Arbeit, die wir Politiker mit allen Anträgen und Zuschüssen nicht leisten können. Für diese unverzichtbare Arbeit möchte ich Ihnen von ganzen Herzen danken und Sie ermutigen: Setzen Sie Ihre Arbeit fort und lassen Sie sich nicht von Ihrem Weg abbringen“, appellierte das Stadtoberhaupt.

Besonderen Dank sprach Feldmann Claudia Korenke, der Vorsitzenden der DIG Frankfurt, aus. „Sie und Ihre Familie engagieren sich seit Jahrzehnten für Israel und die Städtefreundschaft Frankfurts mit Tel Aviv. Ihr Vater hat als Parlamentspräsident zusammen mit Walter Wallmann den Freundschaftsvertrag zwischen Frankfurt und Tel Aviv gezeichnet und die Frankfurter DIG gegründet. Sie selbst sind seit vielen Jahren deren Vorsitzende und seit November 2014 Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Deutschlands“, hob der Oberbürgermeister Korenkes Verdienste hervor.

Ein Projekt, das Frankfurts Stadtoberhaupt als besonders gelungen bezeichnete, ist das in den vergangenen Jahren entwickelte Format trinationaler Jugendfußballturniere unter Einbeziehung der türkischen Partnerstadt Eskişehir. „Hier werden während Städtereisen junge Menschen aus drei verschiedenen Kulturen und Religionen zusammengeführt, um einander kennenzulernen und auf sportliche Weise zu lernen, dass es im Sport wie im Leben mehr Gemeinsamkeiten als Unterscheidungsmerkmale gibt“, lobte Feldmann und bedankte sich für die Unterstützung.

Weitere Informationen zur Arbeit der DIG Frankfurt gibt es unter http://www.dig-frankfurt.de/ im Internet .(ffm)