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Letzte Aktualisierung: 24.09.2021

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Fördervorschläge für freie Theater

von Ilse Romahn

(31.08.2021) Der Magistrat hat den von Kulturdezernentin Ina Hartwig vorgelegten Antrag für die Mehrjahresförderung der Freien Theaterszene ab Januar 2022 zugestimmt. Bei der sogenannten Mehrjahresförderung werden einzelne Theatergruppen mit oder ohne eigene Spielstätte sowie die Infrastruktur von Produktionshäusern und Spielstätten gefördert.

„Die Krise der letzten eineinhalb Jahre hat die Theaterszene schwer getroffen und gleichzeitig ein Loch in den städtischen Haushalt gerissen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Mittel der Theaterförderung insgesamt für die kommenden zwei Jahre sichern und in diesem Jahr sogar um rund 140.000 Euro erhöhen konnten. Damit können fünf weitere Theatergruppen in die Mehrjahresförderung aufgenommen sowie steigenden Unkosten Rechnung getragen werden.  Das ist ein wichtiges Zeichen und ich bin sehr froh, die freien Theater trotz der Krise auf dem bisherigen Niveau fördern und es weiter ausbauen zu können“, sagt Kulturdezernentin Hartwig.
 
Die Vorschläge für die Mehrjahresförderung der freien Theater werden gemäß den Theaterförderrichtlinien gemeinsam mit dem fünfköpfigen Theaterbeirat der Stadt erarbeitet. Dieser beurteilt die eingehenden Anträge nach künstlerisch-ästhetischen Kriterien und stellt die Ergebnisse seiner Diskussionen der Kulturdezernentin in Form von Förderempfehlungen vor. In diesem Jahr machten die Empfehlungen des Beirates weiterhin steigende Bedarfe in der Mehrjahresförderung deutlich. Dies hängt zum einen mit den steigenden Betriebskosten für Spielhäuser, zum anderen mit der zunehmenden Anzahl professioneller freier Theater in Frankfurt zusammen, die wichtige Arbeit für die kulturelle Vielfalt der Stadt leisten. Die gemeinsam erarbeiteten Fördervorschläge erhalten und festigen die bestehenden Strukturen in der Freien Theaterszene und stärken zugleich die Diversität des Theaterangebots in Frankfurt.
 
„Die Mehrjahresförderung zielt auf die kontinuierliche Unterstützung etablierter Theater und Spielstätten der Freien Szene ab. Bisher ist die Mehrjahresförderung in eine Zwei- und Vierjahresförderung unterteilt, ab dem Förderzeitraum 2024 streben wir eine Vereinheitlichung der Mehrjahresförderung auf drei Jahre an, wie es auch von der Freien Theaterszene gewünscht wird. Daher wurden die Zuschüsse diesmal nur für die nächsten zwei Jahre bewilligt. Das eröffnet die Möglichkeit, die Umstellung in dieser Zeit umzusetzen. Eine einheitliche Dreijahresförderung würde das System vereinfachen und die Planungssicherheit auch jüngerer Gruppen und Häuser weiter steigern. In dieser von der Coronakrise gezeichneten  Vergaberunde freut mich besonders die Aufnahme der neuen Gruppen in die Mehrjahresförderung. Die Entscheidungsfindung war nicht einfach. Ich danke den Mitgliedern des Theaterbeirates sehr für ihre Expertise und die konstruktiven Diskussionen“, erklärt Hartwig.
 
„Die Frankfurter Freie Theaterszene hat sich in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt. Diese Entwicklung ist von der Stadt so gewünscht und wird vom Theaterbeirat nachdrücklich unterstützt. Sie muss unserer Ansicht nach entschieden fortgeführt werden. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, auch in Krisenzeiten die Aufnahme von fünf neuen Gruppen zu empfehlen – im Bewusstsein der daraus resultierenden finanziellen Konsequenzen. So plädieren wir eindringlich dafür, dass die Fördermittel zukünftig erhöht werden, damit eine künstlerisch hochwertige Weiterentwicklung möglich ist. Zudem unterstützen wir die Forderung aus der Theaterszene, dass die Dauer der Mehrjahresförderung zukünftig drei Jahre betragen soll, und nicht wie bisher zwei oder vier Jahre. Um diese Umstellung innerhalb der nächsten beiden Jahre zu ermöglichen, hat sich der Theaterbeirat entschieden, diesmal alle Theater nur für eine Zweiahresförderung zu empfehlen. Der Theaterbeirat dankt der Stadt, die auf die angespannte Situation im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr konstruktiv reagiert hat. Und auch der Freien Szene möchten wir unsere Anerkennung aussprechen - hat sie sich in der Corona-Krise durch ein hohes Maß an Kreativität und Flexibilität bewährt“, erklärt der Theaterbeirat.
 
Insgesamt bekommen 47 Theatergruppen, Produktionshäuser und Spielstätten Mehrjahresförderung, inklusive der fünf neuen Gruppen, die ab dem Förderzeitraum 2022 hinzukommen. Eine Liste ist der Pressemitteilung angehängt. Der M-Vortrag inklusive der Anhänge werden nach Beschlussfassung durch den Kulturausschuss respektive die Stadtverordnetenversammlung auf dem Kulturportal kultur-frankfurt.de im Bereich „Bühne“ unter „Theaterförderung durch die Stadt Frankfurt am Main“ zum Download bereitgestellt. Die Stadtverordnetenversammlung muss den Vorschlägen zur Mehrjahresförderung noch zustimmen. (ffm)