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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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Fördergelder für selbstreinigende WC-Anlage in Kriftel in Sicht

von Adolf Albus

(25.06.2020) In dieser Woche tagen die Ausschüsse wieder regulär. Neu ist der Ort: die Kleine Schwarzbachhalle. Thema ist erneut der Neubau einer öffentlichen, selbstreinigenden WC-Anlage am Platz von Airaines, dort wo die derzeit bestehende Toilettenanlage ist.

„Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 180.000 Euro“, so wird in der Drucksache ausgeführt. Finanziert werden soll der Bau aus Haushaltsmitteln und aus nicht veranschlagten Einzahlungen im Rahmen des städtebaulichen Vertrags für die Bebauung des ROWG-Geländes.

Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek konnte den Ausschussmitgliedern schon am Montag im Planungsausschuss eine frohe Botschaft überbringen: „Wir sind nach aufwendigen Recherchen auf zwei Förderprogramme gestoßen, mit deren Hilfe wir uns die Übernahme von bis zu 90 Prozent der Kosten erhoffen.“ Daher empfehle der Gemeindevorstand der kommende Woche tagenden Gemeindevertretung, die endgültige Entscheidung über den Bau noch zu verschieben, bis genauere Informationen zu einer möglichen Förderung vorliegen.

Ins Visier genommen wurden ein Förderprogramm des Hessischen Sozialministeriums zum „Ausbau inklusiver kommunaler Angebote“ und ein Programm von Hessen Mobil bezogen auf das Mobilitätsfördergesetz. Auch wenn beim jährlich neu ausgeschriebenen Programm des Sozialministeriums bereits die Bewerbungsfrist vergangen sei, können hier noch Gelder fließen, wenn nicht alle im Topf befindlichen angefordert wurden.

 

Sanierung reicht nicht aus

Die Summe von 180.000 Euro für den Toiletten-Neubau sei schließlich enorm, findet auch der Erste Beigeordnete. „Dafür bekommt man ein halbes Haus“, äußerte er augenzwinkernd. Doch die Prüfung der erforderlichen Sanierungsarbeiten habe ergeben, dass es langfristig sinnvoller ist, nicht nur die Behindertentoilette zu sanieren, sondern die vorhandene Toilettenanlage insgesamt zu erneuern. Jirasek: „Das Gebäude wurde im Jahr 1988 errichtet und entspricht nach mehr als 30 Jahren nicht mehr den heute gewünschten baulichen und hygienischen Standards, insbesondere die Behindertentoilette.“ In der Vergangenheit hatte auch das Bündnis barrierefreies Kriftel (BBK) wiederholt die Barrierefreiheit und ein selbstreinigendes Behinderten-WC angemahnt.

Zu den Anschaffungskosten müssen die Kosten für den Abbruch der bestehenden Anlage, der Herstellung von Fundamenten für die neue Anlage und die Wiederherstellung der Außenanlagen, die Anpassung der bestehenden Anschlüsse für Wasser, Kanal, Strom sowie

Ingenieurhonorare für Planungs- und Koordinationsleistungen hinzugerechnet werden. Der Gemeindevorstand hatte sich bisher dafür ausgesprochen, die Maßnahme noch in diesem Jahr durchzuführen. Jetzt will man zunächst einmal auf Förderzusagen warten.

Die bestehende Toilettenanlage am Bahnhof wurde als Fertigteilgebäude errichtet und besteht aus einer Damen-, einer Herren und einer Behindertentoilette. Die Anlage wird im Rahmen des bestehenden Pachtvertrages durch den Pächter des Bistros am Platz von Airaines betreut, der auch den Schlüssel für die Benutzung der Toiletten verwaltet und für die Reinigung der Toiletten zuständig ist. Für Besitzer des sogenannten „Euro WC-Schlüssels“ ist die Benutzung der Behinderten-Toilette jederzeit möglich.

 

Viele Ortsbesichtigungen

Mit dem Haushaltsplan 2017 wurden bereits 10.000 Euro für die Sanierung der Behindertentoilette bereitgestellt. Doch es stellte sich heraus, dass die zur Verfügung stehenden und nach der DIN erforderlichen Flächen in der vorhandenen Behindertentoilette nicht ausreichend sind. Mit dem Haushaltsplan 2019 wurde daher ein Betrag von 100.000 Euro als Investitionsmaßnahme für den Neubau einer WC-Anlage veranschlagt. Jirasek: „Nach intensiver Markterkundung von verschiedenen Anbietern, durchgeführten Ortsbesichtigungen von bereits erstellten WC-Anlagen, auch in Nachbarkommunen, und der Einholung von Angeboten von darauf spezialisierten Herstellern und Dienstleistern ergab sich, das mit einem wesentlich höheren Betrag als dem bisher dafür angenommenen für eine neue WC-Anlage gerechnet werden muss.“

 

Selbstreinigend und vor Vandalismus sicher

Mit dem Neubau der WC-Anlage sei nicht nur die Umsetzung der gewünschten Barrierefreiheit und eine kontinuierliche Gewährleistung der Sauberkeit gegeben, auch die gastronomische Leistung für Bistro- und Bahnhofsgäste und deren Attraktivität im unmittelbaren Bahnhofsbereich könne durch den Neubau erhöht werden und zu einem gepflegten Bahnhofsumfeld beitragen.

Die WC-Anlage soll aus Stahlbetonfertigteilen errichtet und als barrierefreies Unisex-WC (mit einem zusätzlichen Urinal) auch zur Nutzung für Menschen mit Behinderungen mit einem unterfahrbaren Waschtisch und entsprechenden Bewegungsflächen errichtet werden. „Es ist eine Vandalismus sichere, selbstreinigende Ausführung vorgesehen. Die Nachrüstung der WC-Anlage mit einem Münzeinwurf soll möglich sein“, erläutert der Erste Beigeordnete.