EU-Forschungsförderung: Nutzen regionaler Spezialisierung bleibt unklar
Seit 2014 fließen Milliarden aus EU-Fonds in regionale Strategien für Forschung und Innovation. Doch ob der Ansatz der „intelligenten Spezialisierung“ tatsächlich wirkt, ist bis heute nicht eindeutig belegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Europäischen Rechnungshofs.
Ziel der Strategie ist es, dass Regionen ihre Fördermittel gezielt in Bereiche investieren, in denen sie besondere Stärken haben. Voraussetzung für EU-Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist eine entsprechende Spezialisierungsstrategie. Für den Zeitraum 2014–2027 sind dafür rund 74 Milliarden Euro vorgesehen.
Die Prüfer kritisieren, dass bislang nicht ausreichend bewertet wurde, ob die gewählten Schwerpunkte tatsächlich zu mehr Innovation führen oder mit den übergeordneten Zielen der EU – etwa in den Bereichen Batterien, Mikrochips oder Wasserstoff – übereinstimmen. „Es fehlt an strategischer Abstimmung zwischen regionalen und EU-weiten Prioritäten“, so Annemie Turtelboom vom Europäischen Rechnungshof.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Regionen bleibt aus Sicht der Prüfer ausbaufähig. Grenzüberschreitende Projekte seien bislang selten, obwohl sie den Zugang zu Wissen und Ressourcen verbessern könnten. Zwar wurde der interregionalen Kooperation im aktuellen Förderzeitraum (2021–2027) mehr Gewicht eingeräumt, doch die Umsetzung hinkt hinterher.
Ein weiteres Problem: Der Erfolg der Strategien wurde nie systematisch überprüft. Seit ihrer Einführung vor über zehn Jahren fehlt eine umfassende Bewertung, ob die intelligente Spezialisierung tatsächlich zu mehr Effizienz und Wirkung in der Forschungsförderung führt – oder ob sie lediglich eine formale Voraussetzung für den Erhalt von EU-Mitteln darstellt.
Die vollständige Analyse „Strategien für intelligente Spezialisierung in der EU“ ist auf der Website des Europäischen Rechnungshofs abrufbar.
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