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Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

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Es blieb bei den guten Vorsätzen

Den Skyliners fehlen zu viele Stammspieler: Niederlage gegen Oldenburg

von Norbert Dörholt

(03.05.2021) Mutig aufspielen, defensiv kreativ sein und die letzten Reserven mobilisieren – das waren die Ziele der Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners vor der Begegnung gegen die Playoff-Truppe der EWE Baskets Oldenburg. Allein: Oldenbureg machte da nicht mit. Vieles gelang den Frankfurtern zwar, allerdings erst, nachdem Oldenburg den Beginn der Partie dominierte und der Partie direkt seinen Stempel aufdrückte (9:19 – 17:26 – 16:14 – 17:23).

Wie soll ich an den beiden da vorbei kommen, scheint sich hier der Frankfurter Jon Axel Gudmundsson mit der Nummer 30 zu fragen.
Foto: Fraport Skyliners
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Insbesondere beim Rebound (32:43) merkte man das Fehlen der etablierten Stammkräfte im Frankfurter Kader (Matt Mobley, Michael Kessens, Len Schoormann, Bruno Vrcic, Konstantin Konga und Richard Freudenberg). Frankfurter Topscorer wurde Rasheed Moore mit 13 Punkten. Youngster Leon Püllen kam indirekt zu seinen ersten easyCredit BBL-Punkten. Weiter geht es für die Fraport Skylilners bereits am heutigen Dienstag, den 4. Mai, mit dem Auswärtsspiel in Bayreuth. Sprungball ist um 19 Uhr, live bei MagentaSport.  

Stimmen zum Spiel

Sebastian Gleim, Headcoach der Fraport Skyliners: „Glückwunsch an Oldenburg. Wir haben auch heute versucht, alles auf das Feld zu bringen, was wir haben. Aber man hat schon gesehen, dass uns gerade in der Transition-Verteidigung und bei vielen 50-50 Bällen die Kraft gefehlt hat. Unser Fokus lag auf der Verteidigung gegen Rasid Mahalbasic und ich denke, dass wir gegen ihn so gut verteidigt haben, wie in den letzten zwei Jahren zuvor noch nicht. Aber wir konnten heute diesen gewissen Effekt aus den Spielen gegen Bonn und Ludwigsburg nicht für uns generieren. Oldenburg hat uns von Beginn an direkt ernst genommen und mit ihrer Intelligenz und Ballbewegung das Spiel gemacht. Immerhin: Wir konnten wieder ein Viertel für uns entscheiden. Insgesamt haben wir den Ball gut bewegt, aber immer wieder über individuelle Fehlentscheidungen das Momentum verpasst, um in einer bestimmten Phase den Rückstand auf unter zehn zu bringen und Oldenburg so noch ein wenig mehr zu ärgern.“

Mladen Drijencic (Headcoach, EWE Baskets Oldenburg): „Irgendwie ist es in der Fraport Arena immer schwer zu spielen. Ich glaube, wenn man sich die historischen Statistiken anschaut, dann haben wir hier nicht besonders oft gewonnen. Ich erinnere mich da zum Beispiel ungern an den Buzzer Beater von Quantez Robertson von vor zwei Jahren. Die momentane Situation in Frankfurt ist mit Covid und Verletzten keine leichte. Aber wir haben sie deswegen nicht auf die leichte Schulter genommen. Ich wünsche allen Frankfurter Erkrankten und Verletzten eine gute und schnelle Genesung! Wir wollten das Spiel von Beginn an kontrollieren und haben dann unser Spiel auch die meiste Zeit durchziehen können. Gleichzeitig konnten wir mit allen zwölf Mann spielen und unsere tiefe Rotation nutzen. Für uns ist wichtig, dass wir weiter in unserem Spielfluss bleiben, offensiv wie defensiv.“  

Spielverlauf  

Q1 – Oldenburg nahezu fehlerfrei, Frankfurt kämpft sich rein – 9:19

Oldenburg lässt nicht mit sich spaßen, es geht für sie immerhin noch um eine gute Platzierung im Playoff-Rennen; idealerweise um den Heimvorteil – 2:9 (3. Minute). Der Kampfgeist ist bei den Fraport Skyliners nicht zu übersehen, doch Oldenburg verwirft bis in die sechste Minute fast keinen Ball – 7:17. Dann greift irgendwann die Frankfurter Defensive aber besser zu, so dass auf der Punktetafel nur noch wenig geschieht – 9:19  

Q2 – Doppelt hält manchmal doch nicht besser – 17:26

Die Fraport Skylilners kommen mit ein wenig Schwung aus der ersten Viertelpause. Marco Völler und Joshi Bonga legen Punkte nach. Aber dann schaltet Oldenburg hoch. 13:27 (13.) steht es, als Sebastian Gleim zur Auszeit greifen muss. Durch den Hünen Mahalbasic schaffen es die Oldenburger immer wieder Frankfurter Doppelteams zu erzwingen, welche durch die individuelle Klasse der Gäste zu offenen Würfen führen. Halbzeitstand: 26:45.  

Q3 – „Mutig sein“ wird belohnt – 16:14

„Wir müssen mutig sein“, sagt Headcoach Gleim vor der Partie zu MagentaSport. Und genau das setzen seine Jungs zu Beginn des dritten Viertels sehr gut um. Rasheed Moore entpuppt sich dabei als offensiver Aktivposten und führt sein Team wieder bis auf zwölf Punkte ran – 35:47 (24.). Auch im weiteren Verlauf des Viertels bleibt das Frankfurter Spiel mutig und teamorientiert. Oldenburg findet erst zum Ende der dritten zehn Minuten wieder etwas besser den Rhythmus, so dass der Rückstand weiterhin zweistellig bleibt. Dennoch bleibt der kleine Sieg zu verbuchen, das dritte Viertel gewonnen zu haben – 42:59  

Q4 – Mit Jubel und Freude raus aus der Partie -  17:23

Auch zu Beginn des letzten Viertels bleiben Quantez Robertson und Co. mutig am Ball und auch abseits des Spielgeräts stimmen Bereitschaft und Einsatz. Da die Oldenburger jedoch im Anschluss wieder Physis und Treffsicherheit gewinnbringend einsetzen, gelingt es nicht, den Rückstand noch weiter zu verkürzen – 52:68 (36.). Die Schlussphase bringt wieder eine komplette Frankfurter Aufstellung aus den mittlerweile ligaweit bekannten Youngstern. Diese Chance nutzt vor allem Leon Püllen für seine ersten, von seinen Teamkollegen laut bejubelten easyCredit BBL-Punkte (siehe unten). Endstand: 59:82.    

Die letzten ersten Punkte

Mit diesem Spiel haben alle Fraport-Skyliners-Youngster ihre ersten easyCredit BBL-Punkte auf dem Konto. Center Leon Püllen (20) war der letzte im Bunde, der noch auf das Durchrauschen des Balles durch den Ring warten musste. Und irgendwie wird er auf genau dieses Geräusch auch noch einen Moment warten müssen. Denn in der 40. Minute tankt sich der Center nach Durchstecker von Alvin Oniya Richtung Korb durch, setzt den Hakenwurf an, die Flugbahn des Balles sieht sehr gut aus. Doch dann kommt der Oldenburger Verteidiger und blockt den Wurf zurück. Aber viel zu spät, der Ball war schon wieder im Sinkflug und darf dann nicht mehr berührt werden. Also stehen zwei Punkte für Leon zu Buche, aber Motivation für das schönste Geräusch der (Sport-)Welt wird er definitiv aus dieser Aktion mitnehmen. Der lautstarke Jubel seiner Mitspieler für die ersten Punkte wird dabei noch eine lange Weile in seinen Ohren klingeln.  

Quantez „Meilenstein“ Robertson

Wie häufig man Quantez Robertson in dieser Saison schon zu einem Meilenstein oder Jubiläum gratulieren konnte, ist nicht nachgehalten. Heute gratuliert die Basketball-Welt dem Frankfurter Urgestein zum 2000. Rebound seiner Karriere. Als schöne Randnotiz steht dabei, dass er Schützenhilfe durch eine andere easyCredit BBL-Legende bekommt. Denn der Fehlwurf, der einem Rebound ja immer zuvorgeht, kam von niemand Geringerem, als seinem ewigen Kontrahenten und Freund Rickey Paulding.    

Die letzten Spieltermine der Saison für die Fraport Skyliners

·  Dienstag, 4.5., um 19 Uhr in Bayreuth
·  Freitag, 7.5., um 19 Uhr in Würzburg
·  Sonntag, 9.5., um 15 Uhr zu Hause gegen Hamburg

Alle Termine in der kostenlosen App der Fraport Skyliners. Zu sehen sind alle Spiele live bei MagentaSport.