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Letzte Aktualisierung: 01.02.2023

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Erstmals Nachwuchs bei den Rotscheitelmangaben im Frankfurter Zoo

von Ilse Romahn

(02.12.2022) Premiere im Zoo Frankfurt: Am 23. November wurde eine kleine Rotscheitelmangabe geboren. Mutter Solei kümmert sich gut um ihren kleinen Sohn und trägt ihn ganz dicht am Körper. Für den Zoo ist es die erste Nachzucht dieser als bedroht eingestuften Primatenart.

Rotscheitelmangabe Solei mit Jungtier
Foto: Zoo Frankfurt
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„Jungtiere sind immer ein Grund zur Freude – und umso mehr, wenn es sich dabei um eine bedrohte Art handelt. Ich gratuliere dem Zoo zu dem schönen Zuchterfolg und empfehle einen Zoobesuch in den Weihnachtsferien, denn es gibt dort immer viel zu entdecken und zu staunen“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.
 
Die 19 Jahre alte Solei wurde im Allwetterzoo Münster geboren und lebt seit 2020 im Zoo Frankfurt. Der Vater des männlichen Jungtiers ist der acht Jahre alte Jimmy, der ebenfalls 2020 aus Barcelona nach Frankfurt zog. Anfang November kamen noch drei junge Weibchen aus dem Apenheul Primate Park in den Niederlanden dazu.
 
Die in Zoos selten gehaltene Rotscheitelmangabe, die aufgrund des weißen Fellkragens um den Hals auch als Halsbandmangabe bezeichnet wird, gehört zur Familie der Meerkatzenartigen. Die auffällig weißen Augenlider und die weiße Gesichtsumrahmung sind neben dem roten Scheitel charakteristisch für die Art. Augenlider und die ebenfalls weiße Schwanzspitze dienen der Kommunikation und sorgen dafür, dass die Gruppe auch bei schlechten Lichtbedingungen in der Dämmerung zusammenbleibt.
 
„Über die positive Entwicklung bei unseren Rotscheitelmangaben freue ich mich sehr“, sagt Zookuratorin Sabrina Linn. „Zunächst war da deren erfolgreiche Vergesellschaftung mit unserer Gorilla-Gruppe, dann, vor kurzem, die harmonische Zusammenführung der beiden älteren Tiere mit den drei jungen Weibchen. Diese können nun von Solei lernen, wie man mit einem Jungtier umgeht. Das ist richtig gut für die soziallebenden Tiere. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch mal darauf hinweisen, dass im Borgori-Wald weiterhin Maskenpflicht besteht. Der Schutz unserer Menschenaffen ist uns ein großes Anliegen und wir sind uns sicher, dass auch unsere Besucherinnen und Besucher Solei, ihr Kleines und all die anderen schützen möchten“, fährt Linn fort.
 
Rotscheitelmangaben kommen nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Westafrika vor, wo sie die Küstenwälder besiedeln. Dieser Lebensraum schwindet allerdings zusehends – vor allem durch den Anbau von Bananen und Ölpalmen sowie durch Viehzucht. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art daher seit 2019 als „stark gefährdet“ (EN) ein. (ffm)