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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Erste vollständige Aufführung von Hans Zenders Zyklus „Hölderlin lesen" in der Alten Oper

von Ilse Romahn

(04.09.2020) Am 16. September findet im Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt (18.30 Uhr) die erste vollständige Aufführung des Zyklus ›Hölderlin lesen‹ des Komponisten Hans Zender im Rahmen von ›Hölderlin 2020 – Nachwirkungen in den zeitgenössischen Künsten‹, einer Initiative des Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, statt.

Bildergalerie
Hans Zender
Foto: Barbara Fahle
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Salome Kammer
Foto: Christoph Hellhake
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Theodoro Anzellotti
Foto: privat
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Ausführende sind ehemalige und aktuelle Studierende der Internationalen Ensemble Modern Akademie, Mitglieder des Ensemble Modern, die Sopranistin Salome Kammer sowie der Akkordeonist Teodoro Anzellotti. Die Werke wurden seit 2018 gemeinsam mit Hans Zender erarbeitet, bis er während der Vorbereitungen im Oktober 2019 verstarb. So wird das Projekt, das mit ihm gemeinsam entwickelt wurde, nun im dankbaren Gedenken an Hans Zender stattfinden, der dem Ensemble Modern ein Wegbereiter, Freund und Förderer war.

Der Zyklus ›Hölderlin lesen‹ gehört zu den zentralen Werken von Hans Zender. Seit 1979 setzte er sich intensiv mit der Dichtung Friedrich Hölderlins auseinander. Entstanden sind fünf Werke mit Hölderlin-Bezug, drei davon auf der Basis der klassischen Streichquartettbesetzung. Sie sind Versuche, »ganz naiv, diese wunderbaren Texte als Musiker hörbar zu machen«.

Die Werke, die sich allmählich zum Zyklus formieren, beschreiben dabei ganz verschiedene Arten, sich der Dichtung anzunähern. In ›Hölderlin lesen I‹ (1979), tritt eine Sprechstimme ad libitum zum Streichquartett hinzu, Basis für die Komposition ist Hölderlins hymnischer Entwurf ›An die Madonna‹. ›Hölderlin lesen II‹ ist ein Werk für Bratsche, Sprechstimme und Live-Elektronik (1987), in dem Textfragmente (›Sonst nemlich, Vater Zeus‹) gesprochen werden. In ›Denn wiederkommen. Hölderlin lesen III‹ (1991) verwendet Hans Zender neun Sätze aus den verschiedenen Fassungen der Hymne ›Patmos‹. ›Mnemosyne. Hölderlin lesen IV‹ (2000) für Streichquartett, Sprechstimme und Zuspielbänder entsteht auf der Textgrundlage der drei Mnemosyne-Fassungen. ›Hölderlin V‹ (2012) setzt unter dem Titel: ›Ein Wandersmann …. zornig‹ den Akkordeonisten auch als Sprecher ein.erlin lesen I–V (1979–2012).

Eine Veranstaltung im Rahmen von ›Hölderlin 2020‹ – auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt, gefördert von der Dr. Marschner Stiftung und der Ensemble Modern Patronatsgesellschaft e.V.

Tickets: 20 € / 15 € erm.  Ticket-Hotline (069)1340400    www.alteoper.de