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Letzte Aktualisierung: 03.12.2020

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Erste Ausstellung des Artist-in-Residence-Programms am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik

von Ilse Romahn

(11.11.2020) Am 5. November eröffnete INHABITING basis in den Räumen der Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. in Frankfurt am Main, Gutleutstraße 8-12. Bis zum 22. November 2020 zeigt die Ausstellung die Arbeiten von Alexander Tillegreen, Lea Letzel und Pedro Oliveira, die während ihrer Residence am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik entstanden sind.

Das im September 2019 initiierte Artist-in-Residence-Programm INHABIT bietet eine Plattform für den Austausch von Wissenschaft und Kunst und schafft den Rahmen für einen Dialog, der sowohl für die Forschung zur empirischen Ästhetik als auch für das künstlerische Arbeiten neue Impulse liefert. INHABIT-Kurator Eike Walkenhorst hat das Künstler-Programm von Beginn an begleitet und berichtet über das erste Jahr: „Die Herausforderung eines solchen Programms liegt darin, eine produktive Gegenseitigkeit zwischen Wissenschaftlern und Künstlern zu stiften. Die erste Edition von INHABIT stand im Zeichen dieses Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Arbeitsweisen und dem Versuch, die Grundlage für einen fortlaufenden Dialog aufzubauen.“ 

Klang-Dimensionen als übergreifendes Thema
Als Auftakt des neuen Programms begann der dänische Künstler und Komponist Alexander Tillegreen seine Residence im September 2019. Zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts setzte er sich mit der Konstruktion von Sprache auseinander und lotete mittels psychoakustischer Phänomene und Hörtäuschungen, sogenannten “Phantom Words”, die Grenzen und Möglichkeiten zwischen Wissenschaft und Kunst aus. Aus diesem Prozess entstanden Druckgrafiken, Skulpturen und eine Soundinstallation, die er in der Ausstellung zeigen wird. 

Die deutsche Medienkünstlerin Lea Letzel untersuchte am Institut die spezifische Klangwelt von japanischen Feuerwerksnotationen. Letzel, die selbst ausgebildete Pyrotechnikerin ist, konzentrierte sich besonders auf die Beziehung zwischen Klang und Visualität und die Frage der Hierarchie zwischen Musik und Feuerwerk. In der basis stellt sie ihre Arbeit als performative Klanginstallation unter Einbindung von Pyrotechnik vor. 

Pedro Oliveira ergänzte die Auseinandersetzung mit Klang um eine politische Dimension. Den Schwerpunkt seines Arbeitens legte Oliveira auf Akzenterkennungssoftware und deren Nutzung bei europäischen Asylverfahren. In der Ausstellung zeigt der brasilianische Künstler und Medienwissenschaftler eine Sound- und Videoarbeit, die Klang als Instrument von politischen Prozessen hinsichtlich Machtstrukturen und akustischer Gewalt untersucht.  

„Der Austausch zwischen den Künstlern und Wissenschaftlern in der basis und bei der Tagung ist ein integraler Schritt, um dem Verständnis unterschiedlicher ästhetischer Positionen und Ausdrucksweisen näherzukommen.“

Die beiden Formate liefern somit wichtige Impulse für die zweite Runde von INHABIT sowie für die Forschung des Instituts.

Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik   ae.mpg.de     basis-frankfurt.de