Erkältungen im Winter: Vorsicht mit Antibiotika
Trotzdem werden sie laut Erhebungen immer noch auch ohne Notwendigkeit eingesetzt, was das Risiko von Antibiotikaresistenzen erhöht.
Leider nur Nebenwirkungen
Ganz klar: Bei einer Erkältung helfen Antibiotika nicht weiter. Sie können weder die Beschwerden wie Schnupfen und Halsweh lindern noch die Krankheitsdauer verkürzen. Der Grund: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Atemwegsinfektionen wie Erkältung, Grippe und Corona werden jedoch von Viren verursacht. Erhebungen von Krankenkassen zeigen, dass die Verordnung von Antibiotika von 2012 bis 2022 zwar deutlich zurückgegangen ist. Allerdings erhielten 2022 immer noch etwa neun Prozent der Patienten mit einer Erkältung ein Rezept gegen Antibiotika (2012: 36 Prozent). Studien zufolge verkürzen Antibiotika nicht einmal den Krankheitsverlauf – führen aber bei einem von zehn Menschen mit Schnupfennase zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Hautausschlägen.
Antibiotika bei bakteriellen Komplikationen
Mitunter kommt es im Zuge einer Atemwegsinfektion zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion. Anhaltend hohes Fieber über 38,5 Grad Celsius, eitriger Nasenausfluss oder eitriger Auswurf beim Husten gehören zu den Warnzeichen. In solchen Fällen können Antibiotika die Heilung unterstützen. Welchen Wirkstoff die Patienten in welcher Dosis einnehmen, klärt im besten Falle ein Antibiogramm. Dabei analysieren Labormediziner anhand von Proben, welche Bakterien genau die Infektion auslösen. Ärzte können anhand des Laborergebnisses das passende Antibiotikum verordnen.
Weitere Informationen enthält das IPF-Faltblatt „Warum und wann Antibiotika“. Es kann kostenlos unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden.
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