Archiv-Kultur

Alte Oper: Erfolgreiche Saison 2024/25

Mit dem mehrtägigen Gastspiel der Musicalproduktion Cats ist am 6. Juli die Spielzeit 2024/25 der Alten Oper Frankfurt zu Ende gegangen. Das Haus blickt zurück auf eine gelungene Saison, deren Erfolg sich auch in den Besucherzahlen widerspiegelt: Insgesamt haben 465.000 Gäste die Veranstaltungen der Alten Oper selbst sowie ihrer Partner und Mieter besucht. Damit verzeichnet die Alte Oper erneut einen Anstieg der Besucherzahlen gegenüber der vorherigen Spielzeit (440.000 Besuchern) und auch der Saison 2022/23 (406.000 Gäste).

2025-07-07_Erfolgreiche_1_(c)_Norbert_Miguletz
Alte Oper Frankfurt
Foto: Norbert Miguletz

Intendant und Geschäftsführer Dr. Markus Fein interessiert sich dabei vor allem für die Zusammensetzung dieser Gesamtzahl der Besucher: „Aus eigener Wahrnehmung im Konzertsaal, aber auch bestätigt durch unsere Statistiken, beobachten wir erfreuliche Entwicklungen. Zum einen haben sich nochmals mehr Menschen für ein Abo der Alten Oper entschieden, zum anderen erleben wir in den Konzerten, etwa während des FRATOPIA-Festivals, dass viele zum ersten Mal in die Alte Oper kommen. Beides, die Bindung an unser Haus wie auch der erste Kontakt zu uns, freut uns gleichermaßen. Zudem sehen wir, dass immer mehr junge Menschen unsere Konzerte besuchen – unser Ticketangebot ‚Ein Zehner bis 25‘ wird zunehmend wahrgenommen. Und nicht zuletzt registrieren wir, dass unser Publikum diverser wird, ganz so, wie wir es mit unserem an der Vielfalt der Stadtgesellschaft ausgerichteten Programm beabsichtigen. Auf dieser Basis gehen wir motiviert in die nächste Spielzeit!“ 

Programmhighlights 
Ein Statement gleich zu Beginn der Spielzeit setzte die Alte Oper mit einem Festivaldoppel innerhalb von zehn Tagen: dem FRATOPIA-Festival und zuvor einem Festival, welches das Schaffen des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado in den Mittelpunkt rückte. An drei Tagen im September 2024 waren nicht nur dessen fotografische Arbeiten rund um das Amazonasgebiet Thema, sondern auch seine Denkwelten und sein umweltpolitisches Engagement. Das Publikum erlebte eine charismatische Persönlichkeit voller Pläne und Leidenschaft bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte: Am 23. Mai dieses Jahres verstarb der Fotograf und Aktivist im Alter von 81 Jahren. 

„Fünf Tage offenes Haus für alle“ hieß es dann unmittelbar im Anschluss bei der Neuauflage des FRATOPIA-Festivals. Das umfängliche, für die Besucher kostenfreie Angebot umfasste ein facettenreiches Programm mit rund 250 Kurzkonzerten in allen Sälen und Foyers des Hauses. Rund 30.000 Gäste besuchten die Konzerte und ließen sich dabei auf neue Hörsituationen, innovative Formate und überraschende Klangwelten ein. Die Konzert- Utopie wird weiterverfolgt: Auch in der Spielzeit 2025/26 findet FRATOPIA statt – vom 16. bis zum 20. September 2025 erwartet das Publikum ein umfangreiches Programm bei freiem Eintritt. 

Für eine Öffnung des Hauses und des Programms in die breite Stadtgesellschaft hinein steht auch das neu eingeführte Community-Projekt „Eine Straße geht ins Konzert“. Bei der ersten Auflage realisierte das von der Jury ausgewählte Team „Wolfsweide and friends“ über eine Saison hinweg mit großem Engagement zahlreiche Feste, Begegnungen, Konzertbesuche in der Alten Oper und Aktivitäten, bei denen Musik die Menschen zusammenführte. Das Projekt wird in der kommenden Saison fortgesetzt, beim Auswahlverfahren setzte sich das Team aus der Rottweiler Straße im Gutleutviertel durch. 

Öffnung schaffen, Teilhabe ermöglichen, dieses Ziel verbindet sich auch mit zwei weiteren Projekten, bei denen die Menschen nicht nur in den Saal, sondern auf das Podium eingeladen waren: „Bühne der Vielfalt“ nennt sich ein neues gemeinsam mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten entwickeltes Konzept, das den in Frankfurt beheimateten Communities Raum gibt, ihr kulturelles Schaffen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Ein interkulturelles Jugendprojekt, ein Ensemble, das seine griechische Musikkultur pflegt, und eine Band mit senegalesisch-madagassischen Wurzeln waren die ersten Gäste dieses Formats und fanden ein begeistertes Publikum im Mozart Saal. 

Mehr als 500 Mitwirkende aus 29 Nationen führte diese Spielzeit der „Enthusiastenchor“ zusammen. Der Riesenchor aus engagierten Laiensängern brachte gemeinsam mit dem Chor und Orchester der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Giuseppe Verdis Requiem klangstark und zugleich präzise auf die Bühne des Großen Saals.

Nicht zuletzt waren es aber auch in der gerade abgeschlossenen Spielzeit 2024/25 die Gastspiele international renommierter Orchester und Musikerinnen und Musiker, die Glanzlichter setzten. Etliche der besten deutschen Orchester folgten der Einladung in die Alte Oper, darunter die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester und die Sächsische Staatskapelle Dresden. Internationale Gäste waren unter anderem das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das Budapest Festival Orchestra und das City of Birmingham Symphony Orchestra. Mit Christian Zacharias, Mitsuko Uchida, Igor Levit, Pierre- Laurent Aimard und Leif Ove Andsnes präsentierte sich eine ganze Riege hervorragender Pianistinnen und Pianisten auf dem Podium der Alten Oper. Und auch Solisten wie Hilary Hahn, Sol Gabetta, Joshua Bell oder Renaud Capuçon prägten die Saison mit ihren Auftritten. Im Jazz und Entertainment zählten die Auftritte von Michael Wollny, Till Brönner, die Jazz-Residenz mit Omer Klein und das Musical „Elisabeth“ in seiner neuen Fassung mit innovativen Videoprojektionen zu den Höhepunkten der Saison. 

Dass das Prinzip der Öffnung des Hauses für die Menschen der Stadt auch das klassische Format miteinschließt, zeigte im Übrigen das Orchesterfest und Public Viewing zum Ende der Spielzeit: Das Konzert des London Symphony Orchestra mit Lisa Batiashvili wurde aus dem Großen Saal live auf den Opernplatz übertragen. Neben den über 2.000 Menschen im Saal genossen mehr als 4.000 Besucher vor der Alten Oper einen entspannten Frühsommerabend und verfolgten bei freiem Eintritt den Live-Stream auf dem Opernplatz.
www.alteoper.de