Erdbeersaison eröffnet
Hessen konsumieren 1,2 Kilo pro Kopf
Trotz der Trockenheit im vergangenen Jahr sehen die hessischen Erdbeeren heuer bis jetzt gut aus, wie der Vorsitzende des Landesverbandes für den Erwerbsobstbau, Andreas Klein, verkündete. Die Nachtfröste seien bis jetzt ausgeblieben, die Pflanzen hätten sich in einem „perfekten Kulturstand“ präsentiert, und die Ostersonne habe dem Geschmack nachgeholfen. Von dieser Einschätzung konnten sich heute auch Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und die hessische Erdbeerkönigin 2018/19 Nicole 1. überzeugen, die auf dem Feld von Paul‘s Bauernhof symbolisch die ersten Früchte pflückten.
„Auf die Erdbeeren aus der Region zu warten und sie als saisonales Produkt wertzuschätzen lohnt sich. Durch die kurzen Transportwege entstehen geringere Treibhaus-Gasemissionen. Außerdem stärken wir die heimische Landwirtschaft“, betonte die Ministerin, die darauf hinwies, dass in Hessen im letzten Jahr pro Kopf 1,2 Kilogramm verspeist wurden.
Reiner Paul vom Paul‘s Erdbeerhof pflanzt auf seinen 110 Hektar landwirtschaftlicher Fläche 35 Hektar Erdbeeren an und beschäftigt während der Saison 140 Erntehelfer aus Osteuropa und rund 100 Mitarbeiter aus Deutschland im Verkauf. Er wies darauf hin, dass die hessischen Betriebe im Gegensatz zu den spanischen unter „schärfsten Umweltgesetzen, hohen Sozialstandards, feste Arbeitszeiten und Mindestlohnbestimmungen produzieren“. Die Importerdbeeren, die bei uns angeboten werden, hätten oft 2000 Kilometer Transportwege hinter sich. Sie einigermaßen in den Verkaufstheken noch ansprechend anbieten zu können, dafür hätte man sich Mittel und Wege ausgedacht. Der pflückreife Geschmack fehle aber. Paul wehrte sich gegen Vorstellungen, der Konsum von Erdbeeren mache dick. Im Gegenteil Erdbeeren seien kalorienarm und trügen eher dazu bei, „angelagerten Winterspeck zu reduzieren“.
Andreas Klein berichtete, dass im Rückblick auf 2018 das Erntejahr von Rekordtemperaturen und Trockenheit geprägt war. „Die Betriebe haben bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet. Ende Juni war alles vorbei“. Neuanpflanzungen hätten im Juli und August nur durch starke Bewässerungen vorgenommen werden können. Auch der letzte Winter war zu trocken und zu warm, und starke Stürme hätten auch im Frühjahr einen nachteiligen Einfluss gehabt. Jedoch im Gegensatz zum Spargel gäbe es beim Anbau der Erdbeeren kein bestimmtes zeitliches Ende. „Wir können unter normalen Umständen - auch bedingt durch Spätsorten - bis zu den ersten Frösten Ende Oktober/Anfang November noch Beeren verkaufen“.
Der Landesvorsitzende für den Erwerbsobstbau teilte außerdem mit, dass in Hessen 172 Betriebe auf einer Fläche von rund 1207 Hektar Erdbeeren anbauen. Insgesamt wurden in Hessen 2018 rund 7780 Tonnen Erdbeeren geerntet. Ausgerichtet wurde die achte südhessische Erdbeersaisoneröffnung vom Landesverband für Erwerbsobstbau, dem Arbeitskreis Erdbeeranbau beim LLH gemeinsam mit MGH GUTES AUS HESSEN.
Weitere Artikel aus der Kategorie: