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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Erbengeneration 2020er Zahlen

von Helmut Poppe

(07.10.2021) 5,2 Milliarden Euro wurden im Jahr 2020 in Hessen vererbt und verschenkt.

Die Vermögensübertragungen der Hessinnen und Hessen haben sich im Jahr 2020 auf rund 5,2 Milliarden Euro belaufen. Der hessische Landeshaushalt nahm dadurch 785 Millionen Euro aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer ein. Dies bedeutet eine Steigerung der Steuereinnahmen um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 81,0 Prozent ging dabei der größte Teil der Einnahmen auf Erbschaften in Todesfällen zurück. Im Durchschnitt lag der Anteil der zu zahlenden Steuern auf Erbschaften und Schenkungen bei 16,4 Prozent.

Die Hessinnen und Hessen haben im Jahr 2020 insgesamt rund 5,2 Milliarden Euro vererbt und verschenkt. Die Einnahmen des hessischen Landeshaushalts aus der dafür fälligen Erbschaft- und Schenkungsteuer betrugen 785 Millionen Euro. Dabei gingen 81,0 Prozent (636 Millionen Euro) der in Hessen generierten Einnahmen auf Erbschaften durch Todesfälle und 19,0 Prozent (149 Millionen Euro) auf Schenkungsfälle zu Lebzeiten zurück.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer um 5,9 Prozent bei einer gleichzeitig gestiegenen Zahl an Steuerfällen um 8,6 Prozent auf 12 127 Fälle. Anders als die konjunkturabhängigen Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Kommunen (Minus 18,3 Prozent im Jahr 2020 - Pressemitteilung vom 28.01.2021 vom Hessischen Statistischen Landesamt) zeigte sich die Erbschaft- und Schenkungsteuer für den hessischen Landeshaushalt damit als sichere Einnahmequelle im Corona-Krisenjahr 2020.

Deutschlandweit wurden rund 59,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 vererbt und verschenkt sowie 8,6 Milliarden Euro durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer eingenommen. Hessens Anteil am Bundesergebnis lag demnach mit 5,2 Milliarden Euro an vererbtem oder verschenktem Vermögen bei 8,7 Prozent und mit Steuereinahmen in Höhe von 785 Millionen Euro bei 9,2 Prozent.

Für die Berechnung der Steuereinnahmen des Landeshaushaltes ist der steuerpflichtige Erwerb die Bemessungsgrundlage. Steuerbefreiungen und Freibeträge werden dabei berücksichtigt. Die Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs der Hessinnen und Hessen durch Erbschaften und Schenkungen belief sich im Jahr 2020 auf rund 4,8 Milliarden Euro: ein Plus von 32,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Auf den hessischen Steuereinnahmen in Höhe von 785 Millionen Euro durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer lag 2020 demnach ein durchschnittlicher Steuersatz von 16,4 Prozent. Dieser beschreibt das Verhältnis aus Steuereinnahmen zum steuerpflichtigen Erwerb. Im Jahr 2019 lag der durchschnittliche Steuersatz bei 20,5 Prozent.

Weitere Zahlen und Informationen zur „Erbschaft- und Schenkungsteuer 2020 in Hessen“ erhalten Sie in unserem gleichnamigen Statistischen Bericht. Er beinhaltet zudem eine kompakte Einführung in Fachbegriffe und Methodik sowie Grafiken mit den wichtigsten Ergebnissen.

Hinweise:

Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik 2020 umfasst nur Erwerbe, für die in dem jeweiligen Jahr erstmalig eine Festsetzung erfolgte, unabhängig davon, wann der Erbfall oder die Schenkung eingetreten ist. So kann eine steuerpflichtige Person beispielsweise 2020 erstmals veranlagt worden sein, obwohl der Tod der Person, die Vermögen vererbt, bereits mehrere Jahre zurückliegt. (HSL)