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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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Epidemiologen von morgen treffen sich in Frankfurt

von Ilse Romahn

(25.05.2023) Sie sind Medizinerinnen und Wissenschaftler, kommen aus ganz Europa und lassen sich in angewandter Epidemiologie ausbilden: Vom 22. bis 26. Mai sind rund 60 Teilnehmende der Postgraduiertenausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE) des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des European Programme for Intervention Epidemiology Training (EPIET) des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zu Gast im Gesundheitsamt Frankfurt, um dort eines der Statistik-Module ihrer Ausbildung zu absolvieren.

(1.Reihe v.l.n.r.): Sofie Raiser, RKI, Gesundheitsdezernent Stefan Majer, Epidemiologe Kostas Danis und Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts im Kreise der Epidemiologen von morgen
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Bernd Kammerer
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„Mit seiner infektiologischen Expertise, der engen Kooperation mit dem Flughafen Frankfurt und dem damit verbundenen Aspekt der globalen Gesundheit ist das Gesundheitsamt Frankfurt ein wichtiger Partner für das Robert Koch-Institut“, sagt Gesundheitsdezernent Stefan Majer. „Dass unser Gesundheitsamt als städtische Behörde Teil der internationalen PAE-Ausbildung ist, zeigt, wie wichtig und geschätzt seine Arbeit ist.“

Jonas Haller, 28 Jahre alt, ist Mitarbeiter der Abteilung Infektiologie im Gesundheitsamt Frankfurt und durchläuft als einer der Nachwuchs-Epidemiologen das PAE-Programm. Auch er nimmt an den ganztätigen Schulungen teil, wo er in Kleingruppen lernt, mittels des Statistikprogramms „R“ die Risikofaktoren von Krankheiten zu berechnen. Zudem hat er zusammen mit drei anderen Nachwuchs-Epidemiologinnen und -Epidemiologinnen das Rahmenprogramm der Schulung organisiert, denn die Teilnehmenden sollen auch die Möglichkeit haben, Frankfurt kennenzulernen und sich miteinander zu vernetzen. Haller, der während des zweijährigen PAE-Programms lernt, Infektionsausbrüche zu untersuchen, Daten aus der infektionsepidemiologischen Überwachung auszuwerten, Überwachungssysteme aufzubauen, Forschungsprojekte zu entwickeln und durchzuführen sowie Studienergebnisse zu kommunizieren, schätzt besonders den europäischen Gedanken, der hinter seiner Fortbildung steckt. „Unsere Gruppe bildet bereits jetzt ein europaweites Netzwerk. Mit so vielen Leuten an so vielen Orten verbunden zu sein, erleichtert die Zusammenarbeit und die Arbeit jedes und jeder Einzelnen – und es ist wirklich bereichernd.“

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Gesundheit der Bevölkerung mit empirischen Mitteln im Blick zu behalten und konkrete bevölkerungsmedizinische Maßnahmen ableiten zu können, um die Menschen zu schützen“, sagt Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts. „Egal aus welchem Land die Teilnehmenden kommen – wer das PAE- und oder das EPIET-Programm durchläuft, lernt, mit denselben Methoden zu arbeiten. Das vereinfacht den wissenschaftlich-medizinischen Austausch, baut Barrieren ab und ist gerade in Situationen wie der Corona-Pandemie ausgesprochen hilfreich und wertvoll.“ 

Die Epidemiologie befasst sich mit der Häufigkeit von Krankheiten und anderen bevölkerungsmedizinischen Merkmalen und sucht Beziehungen zu möglichen Ursachen. Die Postgraduiertenausbildung in angewandter Epidemiologie des RKI und der ECDC zielt darauf ab, medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs in der Anwendung epidemiologischer Methoden auszubilden und Erkenntnisse darüber zu gewinnen, mit welchen Maßnahmen die Gesundheitsämter und andere Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes übertragbare Krankheiten kontrollieren und ihnen vorbeugen können. (ffm)