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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Ensemble Modern: Archivmaterialien

von Ilse Romahn

(08.05.2024) Das Ensemble Modern hat Archivalien aus den ersten zehn Jahren seiner Arbeit an das Institut für Stadtgeschichte übergeben. Die Übernahme von Schriftgut, Tonträgern und Fotografien aus der Zeit von 1980 bis 1990 folgt einem zweijährigen Archivprojekt des Ensembles im Rahmen des Förderprogramms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ und ist der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit der beiden Institutionen. Darin kommt die enge Verbundenheit des Ensemble Modern mit seiner Heimatstadt Frankfurt am Main zum Ausdruck.

Übergabe der Archivmaterialien des Ensemble Modern an das Institut für Stadtgeschichte, v.l.n.r. Christiane Schwerdtfeger, Monika Lauria, Kristina Odenweller, Christian Fausch, Emma Kern
Foto: Wonge Bergmann
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„Wir freuen uns sehr, dass nun die Überlieferung einer für die jüngere Frankfurter Kultur- und Musikgeschichte so bedeutenden Institution Teil unserer Sammlungen wird“, sagt Kristina Odenweller, kommissarische Leiterin des Instituts für Stadtgeschichte und Leiterin der Abteilung Sammlungen: „Die Unterlagen werden von uns sachgemäß und auf Dauer bewahrt und im Archivinformationssystem Arcinsys Hessen erschlossen. Damit sind sie künftig von unseren Nutzern und Nutzerinnen recherchierbar und können im Lesesaal eingesehen werden.“
 
Das Ensemble Modern, 1980 als eines der ersten freien Ensembles in Deutschland gegründet, hat sich der zeitgenössischen Musik von Anfang an mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung und Risikobereitschaft verschrieben. Das Archiv des Ensemble Modern umfasst eine Vielzahl von Dokumenten und einzigartigen Artefakten, darunter handschriftliche Notizen von Komponistinnen und Komponisten, Uraufführungsmaterialien, Korrespondenzen mit bedeutenden Persönlichkeiten der Musikgeschichte sowie Aufnahmen von Ur- und Erstaufführungen.

„Diese wertvollen Schätze bieten einen Einblick in das Wirken des Ensemble Modern innerhalb der deutschen Ensemblelandschaft. Die Übernahme der Archivmaterialien durch das Institut für Stadtgeschichte markiert einen wichtigen Meilenstein in der Bewahrung und Zugänglichmachung eines einzigartigen kulturellen Erbes für die musikhistorisch interessierte Öffentlichkeit“, sagt Christian Fausch, Künstlerischer Manager und Geschäftsführer des Ensemble Modern.
 
Christiane Schwerdtfeger, die das Material aus der Frühzeit des Ensemble Modern gemeinsam mit einem engagierten Team gesichtet und erschlossen hat, sieht in der Übernahme die Chance für vielseitige Nutzungen: „Das Material birgt interessante Quellen für alle, die sich mit der Aufführungsgeschichte zeitgenössischer Musik in Deutschland beschäftigen. Es enthält auch viele Bezüge zur Zeitgeschichte und zur Frankfurter Stadtgeschichte und es lässt sich sicher wunderbar mit ähnlich gelagerten Forschungsprojekten verknüpfen.“ 
 
Zu den übergebenen Materialien zählt unter anderem das erhaltene Schriftgut zu den Projekten der Jahre 1980 bis 1990, ferner Korrespondenzen und interne Besprechungsprotokolle, eine Reihe von Fotografien und Plakaten sowie einige Tonträger. Sofern das Material im Rahmen des Archivprojekts digitalisiert wurde, übernimmt das Institut für Stadtgeschichte auch die entsprechenden Digitalisate.

Die Übernahme trägt dazu bei, die Bedeutung und Vielfalt der deutschen Ensemblelandschaft zu würdigen. Sie stellt sicher, dass Archivalien zur einzigartigen Arbeit des Ensemble Modern langfristig unter geeigneten Bedingungen aufbewahrt werden. Zukünftigen Generationen ist das musikhistorische Vermächtnis der Institution Ensemble Modern so gesichert zugänglich.

Das Ensemble Modern ist neugieriger Lautsprecher der Musik der Gegenwart: mutig, kompromisslos, energetisch. Ein unerlässlicher und ästhetisch polyglotter Verstärker zukunftsweisender Klangkonzepte. Es gehört weltweit zu den bekanntesten, führenden Formationen für aktuelle Musik. 1980 gegründet und in Frankfurt am Main beheimatet, prägen derzeit 18 Solistinnen und Solisten die Aktivitäten des basisdemokratisch organisierten Klangkörpers. Die Musikerinnen und Musiker aus neun Ländern entscheiden ihre Projekte gemeinsam, ebenso Kooperationen mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern und sämtliche ökonomischen Fragestellungen. Das ästhetische Spektrum des Ensemble Modern umfasst musik- und tanztheatralische Genres, multimediale Formen sowie Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte. Regelmäßig tritt es in etwa 100 Konzerten weltweit bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten auf und erarbeitet etwa 70 Werke neu, davon 20 Uraufführungen. (ffm)