Ensemble Modern am 11. Dezember in der Alten Oper
Foto: Wonge Bergmann
Das vor einem Jahr in Chicago uraufgeführte Werk, welches im Konzert in Frankfurt seine deutsche Erstaufführung erfährt, verklanglicht den Prozess vom Zustand des Aufgewühlt-Seins hin zu Konzentration und Selbstbesinnung. Die Erfahrung eines Naturphänomens – ein Nordlicht, beobachtet im arktischen Himmel – gab den Impuls zu Kaija Saariahos „Lichtbogen“ von 1986. Darin lässt die im vergangenen Jahr verstorbene finnische Komponistin die Klänge des Ensembles mit Live-Elektronik verschmelzen und schafft dabei ebenso faszinierend leuchtende Hörbilder. Brian Ferneyhoughs „La Chute d’Icare“ basiert auf einem Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren – „Landschaft mit dem Sturz des Ikarus“. Jaan Bossier übernimmt in dem komplexen Werk, das die Position des Individuums in der Landschaft ebenso wie sein Scheitern musikalisch zum Ausdruck bringt, den Soloklarinettenpart. Den Abschluss bildet Klaus Ospalds zweite Kammersinfonie „Il fiore del deserto“ nach Giacomo Leopardis Gedicht „Der Ginster oder die Blume der Wüste“ für Sopran und Kammerensemble – mit Juliet Fraser als Solistin.
Mit einem Nach(t)konzert unmittelbar im Anschluss an das Programm gedenkt das Ensemble Modern des im Juli dieses Jahres verstorbenen Komponisten Wolfgang Rihm, einem wichtigen und langjährigen Wegbegleiter des Ensemble Modern, dem auch die Alte Oper eng verbunden war. Noch im Oktober 2022 widmete das Ensemble Modern ihm in der Alten Oper einen eindrücklichen Abend zum 70. Geburtstag. Im Nach(t)konzert würdigen die Musiker den Verstorbenen mit „Gejagte Form“, einem jener Werke Rihms, die exemplarisch für seine Technik des steten Modifizierens, Übermalens, Überschreibens, Weiterdenkens stehen.
Abonnement Ensemble Modern
€ 28,- / 35,- (Endpreise) / Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de
Eintritt zum Nach(t)konzert frei, Einlass mit Ticket für das Abendkonzert
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