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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Elvas im Alentejo: UNESCO Weltkulturerbstätte

von Ilse Romahn

(03.06.2020) Die „Festungsstadt“ Elvas liegt ganz im Osten Portugals, kurz vor der spanischen Grenze und zählt zu den versteckten Juwelen der Region Alentejo.

Elvas
Foto: Turismo do Alentejo
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Jahrhundertelange Grenzstreitigkeiten sowie die ständige Gefahr von Angriffen von spanischer Seite führten dazu, dass Elvas zu den am stärksten befestigten Städten Portugals gehört und 2012 zur UNESCO Weltkulturerbstätte gekürt wurde. Mehrere Wehranlagen, wie das Castelo de Elvas, das südliche Forte de Santa Luzia und das nördliche Forte da Graça gehören zu den am besten erhaltenen Stadtwällen Europas. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich durch den stetigen Ausbau der Verteidigungssysteme die größte Trockengraben-Befestigungsanlage der Welt. 

Das Forte Nossa Senhora da Graça gilt als Meisterwerk der Militärarchitektur und wurde auf Wunsch von König José I nach Plänen des deutschen Militärstrategen Graf von Lippe erbaut. Als Vorbild für “Fort Lippe”, wie es der König zu Lippes Ehren nannte, diente die Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer in Niedersachsen.

Weiteres Highlight von Elvas ist das 8km lange Aquädukt „Aqueduto da Amoreira“, dessen Hauptteil aus vier übereinander gesetzten Bogenreihen besteht, die auf Strebepfeilern ruhen. Dies zählt zu den Wahrzeichen der Stadt.

Innerhalb der mächtigen Festungsmauern von Elvas erwartet die Besucher eine Stadt mit verwinkelten Gassen und lauschigen, kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen. Zudem eignet sich die wunderschöne Altstadt zum Bummeln und Flanieren, denn die vielen weißen Häuschen sind mit kunstvollen Fenstergittern, Schmiedearbeiten und wunderschönen Torbögen verziert.

Eine weitere Sehenswürdigkeit dieser Stadt ist die imposante dreischiffige einstige Bischofskirche Nossa Senhora da Assunção, die auf der höchsten Stelle der Anlage steht. Von diesem höchsten Punkt der Festung (900m) hat man einen atemberaubenden Blick auf die weiten Ebenen und Dörfer des Alentejo, bis hin nach Spanien. Aber auch die kleine Kirche Dominicas hat prächtige, bemalte Fliesen und einen achteckigen Boden aus der Zeit der mächtigen Templerorden.

Elvas gehört mit zur grünsten Region des Alentejo und gilt als Zentrum des Obstanbaus. Das besonders warme Klima im Alentejo sorgt für ertragreiche Ernten von Apfelsinen, Pflaumen und Oliven. Doch noch bekannter ist die Stadt für ihre einzigartigen kandierten Pflaumen, die auf keinem Markt und in keinem Delikatessenladen fehlen dürfen. 

Weitere Informationen unter: https://www.visitalentejo.pt/de/