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Elternbeirat: marode Sportsituation

In Frankfurt fällt vor allem der Schwimmunterricht ins Wasser

Die CDU-Fraktion ist angesichts der aktuellen Umfrage des Stadtelternbeirates zu den Frankfurter Sport- und Schwimmstätten tief besorgt. Die Erhebung, an der rund 2.500 Eltern aus allen Schulformen teilgenommen haben, bestätige eindrücklich, dass Sport- und Bewegungsangebote für viele Schüler in Frankfurt nicht mehr verlässlich gewährleistet seien.

Die sportpolitische Sprecherin Carolin Friedrich erklärt dazu: „Wir wissen, dass es um viele schulische Sportstätten nicht gut bestellt ist – aber eine durchschnittliche Bewertung von ‚4‘ durch die Eltern ist ein alarmierendes Signal. Wenn über 20 Prozent der Schulen nicht einmal über eine eigene Turnhalle verfügen und Kinder teilweise länger im Bus sitzen, als Sport zu treiben, läuft etwas grundsätzlich falsch. Dazu kommen marode Hallen wie an der Otto-Hahn-Schule oder Schulhöfe, die als Notlösung herhalten müssen, obwohl Asphalt weder DIN-konform, noch sicher ist. Besonders dramatisch ist die Situation im Bereich Schwimmen: Bäder wie das der Liebig-Schule sind seit Jahren außer Betrieb, andere wie an der Marie-Curie-Schule fallen immer wieder aufgrund technischer oder baulicher Mängel aus. Bei 20 Minuten effektiver Schwimmzeit pro Stunde kann man kaum noch von Schwimmunterricht sprechen. Das ist ein Armutszeugnis für die Sportstadt Frankfurt.“

Auch die bildungspolitische Sprecherin Sara Steinhardt hält das Meinungsbild aus der Elternschaft für wenig überraschend: „Das ist kein Blitz aus heiterem Himmel. Die Umfrage zeigt klar, was wir seit Jahren kritisieren: Der Magistrat schafft es nicht, eine funktionierende, verlässliche Schulsportinfrastruktur sicherzustellen. Kapazitäten reichen nicht, Hallen sind beschädigt, und viele Sanierungen, die kurzfristig möglich wären, scheitern an mangelnder Priorisierung. Besonders im Schwimmunterricht entstehen eklatante Defizite – und das in einer Zeit, in der immer mehr Kinder nicht schwimmen können. Die Eltern haben einen eindeutigen Auftrag formuliert: Sie erwarten funktionierende Hallen, verlässliche Bäder und eine Planung, die die Realität an den Schulen endlich ernst nimmt.“

Friedrich und Steinhardt fordern daher Bildungsdezernentin Sylvia Weber und Sportdezernent Mike Josef (beide SPD) auf, die Schulsportinfrastruktur mit klaren Prioritäten zu überarbeiten: „Wir brauchen eine belastbare Planung, verbindliche Zeitschienen, budgetierte Sanierungsprogramme und ein schulübergreifendes Infrastrukturkonzept. Die jahrelange Reparatur- und Verschiebepolitik muss ein Ende haben. Frankfurt muss seinen Kindern endlich die Sport- und Schwimmmöglichkeiten bieten, die sie brauchen und verdienen.“