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Ellen Appenheimer-Keim in den Ruhestand verabschiedet

27 Jahre war sie für die Kita-Am-Steinberg-Kinder im Einsatz

Sie hat einige Generationen Mädchen und Jungen durch die Kindergarten-Zeit begleitet: Ellen Appenheimer-Keim, seit dem ersten Öffnungstag am 1. September 1991 in der städtischen Kindertagesstätte „Am Steinberg“ tätig und seit 1992 deren stellvertretende Leiterin, ist in den Ruhestand gegangen. Bürgermeisterin Gisela Stang hat sie am Dienstag nach 27 spannenden Jahren bei der Stadt Hofheim offiziell verabschiedet.
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Ellen Appenheimer-Keim (Mitte) mit Bürgermeisterin Stang und Kita-Leiterin Andrea Lotz auf der Bank, umgeben von Kolleginnen und Kollegen aus Kitas und Rathaus.
Foto: Stadt Hofheim

Die gebürtige Mainzerin hat nach ihrem Abitur und dem Abschluss der Fachschule Sozialpädagogik, Bildungsgang Erzieherin, ihr Anerkennungsjahr 1982 / 1983 am Katholischen Kindergarten St. Martinus in Hattersheim absolviert. Bis 1991 arbeitete Ellen Appenheimer-Keim im Kindergarten St. Michael in Flörsheim – und hat sich dann einer ganz neuen Herausforderung gestellt:

Seit 1. September 1991 gehört sie zum Team der ersten Stunde in der ersten städtischen Kindertagesstätte „Am Steinberg“ in der Bienerstraße. Von 1991 bis 2005 war sie in der integrativen Gruppe der Kita tätig. Seit 1992 war sie stellvertretende Leiterin dieser Betreuungseinrichtung für Kinder, übernahm im Laufe der Zeit immer wieder die Leitungsfunktion und war daher seit 2005 freigestellt und arbeitete im Büro mit.

Die Kita „Am Steinberg“ wuchs unglaublich schnell. Bei der Eröffnung waren es vier Gruppen mit 80 Kindern. Schon 1993 wurde eine Außengruppe im Haus der Jugend eröffnet, Raum für diese 25 Kinder wurde alsbald in der Kita geschaffen. Als auch dieses Angebot nicht ausreichte, hatte der damalige Kita-Leiter Willi Wenzel die Idee für das „Gartenhäuschen“. Im Jahr 2000 zogen zwei weitere Gruppen mit 50 Kindern in diesen Container auf dem Kita- Gelände. Zwölf Jahre später musste das „Gartenhäuschen“ abgerissen werden und wurde unter dem Namen „Gartenhaus“ wieder für zwei Gruppen neu aufgebaut.

2016 feierte die Kita „Am Steinberg“ ihr 25jähriges Bestehen – mit 175 Mädchen und Jungen in sieben Gruppen. Mit großem Engagement und Erfolg setzt sich das Team mit den aktuellen Entwicklungen in der frühkindlichen Bildung auseinander und integriert dieses Wissen in die tägliche Arbeit mit den Kindern. Von Anfang an hat sich die Kita auch der wichtigen Aufgabe der Inklusion gestellt.

„Zum, trotz Abschied, positiven Blick in die Zukunft gehört auch: Loslassen, was man jahrzehntelang mitgestaltet hat“, sagte Ellen Appenheimer-Keim bei der kleinen Verabschiedungsfeier. 
 
 In den 27 Jahren ist die Kita nicht nur stetig gewachsen, auch die Inhalte haben sich immer wieder verändert. Die pädagogische Arbeit etwa verabschiedete sich vom Situationsansatz, bei dem die Erzieherinnen die Themen bestimmten, und setzte den hessischen Bildungsplan um, bei dem die Kinder die Themen benennen. Hier hat Ellen Appenheimer-Keim an der Zertifizierung „ihrer“ Kita zum Bildungsplan mitgearbeitet, mit dem erheblich veränderte Ansprüche der Arbeit am Kind, mit Eltern und anderen Institutionen einhergehen.

Ihr besonderes Augenmerk war all die Jahre darauf gerichtet, gemeinsam mit dem Team die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder zu achten, die Einzigartigkeit jedes Kindes zu sehen und diese ernst zu nehmen. „Es war mir sehr wichtig, mit dem Team das beste Konzept für die Kinder zu erarbeiten, dies auch zu leben und weiterzuentwickeln“, so Appenheimer-Keim.

Dabei halfen auch zahlreiche Fortbildungen, unter anderem zu den Themen „Kinder mit Migrationshintergrund“, „Kinder mit besonderem Assistenzbedarf“ (Inklusion) und zu Fachthemen, etwa neuen Gesetzen in der Pädagogik.

Wie nah Ellen Appenheimer-Keim an ihrer Arbeit und an den Kindern war, mag dieser Wortwechsel zwischen ihr und einem Kita-Kind zeigen: „Ellen wo steht denn Dein Bett?" – „Wie meinst du das denn?" – „Du wohnst doch hier in der Kita“.

Eltern, die in schwierigen Situationen in der Familie und mit ihrem Kind Hilfe suchten, fanden stets Unterstützung und „ein offenes Ohr“. Ebenso wie die rund 100 Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen 27 Jahren mit ihren Problemen, Ideen, aber auch „Ärgernissen“ das Gespräch mit der stellvertretenden Kita-Leiterin suchten.

Wichtig war der Ruheständlerin auch die gute Zusammenarbeit mit den Teams im Rathaus, dem Bauhof und vielen anderen, besonders dem Team Kindertagesstätten mit Bianca Sigg. „Der Austausch mit ihr und auch mit Frau Stang war immer bereichernd und die Säule der gemeinsamen Arbeit“, betonte Appenheimer-Keim.

Nach so vielen Jahren gab es für sie natürlich eine schöne Abschiedsfeier in der Kita. „Dafür sage ich herzlichen Dank, für den Tanz der Kinder, für die Überreichung von 28 Händen als Dankeschön, für die tolle, große Holzscheibe des alten Nussbaumes, der dafür sorgte, dass die Kita beim Bau ein paar Meter nach hinten versetzt werden musste und der leider wegen Pilzbefall gefällt werden musste, danke an den Elternbeirat und ein besonderes Danke an Andrea Lotz für ihre sehr bewegende Abschiedsrede.“