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Letzte Aktualisierung: 26.11.2022

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Elektroautos im Abo: Mieten statt kaufen?

von Bernd Bauschmann

(16.11.2022) Elektromobilität ist ein wichtiges Thema in der Gesellschaft geworden, denn der Klimaschutz geht jeden an. Die Umrüstung auf ein E-Auto ist ein entscheidender Beitrag zur Nachhaltigkeit. Das Budget gibt aber nur selten die Anschaffung eines Neuwagens her, denn E-Autos sind teuer.

Foto: Unsplash / Michael Marais
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Elektromobilität ist ein wichtiges Thema in der Gesellschaft geworden, denn der Klimaschutz geht jeden an. Die Umrüstung auf ein E-Auto ist ein entscheidender Beitrag zur Nachhaltigkeit. Das Budget gibt aber nur selten die Anschaffung eines Neuwagens her, denn E-Autos sind teuer. Finanzierungen, Leasing oder auch das beliebte Elektroauto Abo rücken in den Fokus. Was aber lohnt sich für den Fahrer wirklich? Wer sollte ein Auto bevorzugen und für wen ist der Autokredit die bessere Lösung?

Die Autofinanzierung - das E-Auto mithilfe der Bank kaufen
Der Klassiker ist die Autofinanzierung. Der Hauptverwendungszweck bei der Kreditaufnahme der Deutschen ist das Auto. Eine Finanzierung ist wahlweise über den Autohändler selbst oder über eine Bank möglich. Letzteres hat den Vorteil, dass Verbraucher besser vergleichen und günstigere Angebote wählen können. Die Kosten für eine Finanzierung beim Händler sind ungleich höher, da hier fast immer Bankenbindung besteht. Ein weiterer Nachteil der Finanzierung ist, dass es weder Preisnachlässe noch Boni für die Käufer von E-Autos gibt.

Auf die staatliche Förderung muss bei einer Autofinanzierung über die Bank nicht verzichtet werden. Sie werden wie beim klassischen Kauf weiterhin angeboten. Es gibt aber auch Nachteile, insbesondere die langfristige Bindung mit hohen Raten kann ein Problem sein. Auch der Wertverlust ist nicht außer Acht zu lassen. Wenn sich die Technologien verändern, kann der eingebaute Akku vom E-Auto schnell nicht mehr aktuell sein.

Für wen ist die klassische Autofinanzierung geeignet?

  • Personen mit ausreichendem Budget für die monatlichen Raten.
  • Autofahrer mit Bereitschaft, ihr E-Auto als Sicherheit einzusetzen.
  • Menschen, die das Auto langfristig besitzen möchten.

Das Auto-Abo für E-Autos - monatliche Mietzahlungen für das Fahrzeug
Auf den ersten Blick erscheint das E-Auto-Abo wenig verlockend, denn die Mietpreise sind höher als beim klassischen Leasing. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass Wartung, Versicherung, Ersatz von Verschleißteilen, Zulassung und jährliche Bereifung in einem All-in-One-Paket enthalten sind. Der Nutzer des E-Autos muss sich um nichts kümmern, sondern kann einfach losfahren. Die einzigen Folgekosten sind Ladekosten an der E-Säule.

Verglichen mit Leasing hat das E-Auto-Abo einen vehementen Vorteil, denn die Laufzeit ist bedeutend kürzer. Schon ab einem Monat ist es möglich, ein Auto zu mieten. Nachdem das Modell so gut angekommen war, bieten immer mehr Anbieter mittlerweile auch eine Langzeitmiete an. Wenn ein Neuabschluss des Mietvertrags ansteht, kann ein Neuwagen gewählt werden.

Auf Reisen nutzen viele Menschen einen Mietwagen und können hier auf ein ähnliches Modell zurückgreifen. Ebenso wie beim Urlaubstrip ist es möglich, das gewünschte Fahrzeug nach Gusto auszuwählen. Das beeinflusst den Mietpreis erheblich. Ein Nachteil ist, dass die Versicherung nicht gewechselt werden kann. Der Anbieter entscheidet, welches Versicherungspaket gebucht wird.

Für wen ist das E-Auto-Abo geeignet?

  • Für alle, die gern ohne Aufwand einfach nur fahren möchten.
  • Für jeden, der auf eine kurze Laufzeit mit wenig Vertragsbindung setzt.
  • Für Fahrer, die kein eigenes Auto besitzen möchten.
  • Für Menschen, denen Flexibilität wichtig ist.

Achtung, Nachteil: Es gibt ansprechende Förderungen für alle, die ein E-Auto nutzen können. Beim Abo-Modell stehen diese aber nicht zur Verfügung. Stattdessen wird der Wagen direkt auf den Anbieter zugelassen, der Nutzer wird von staatlicher Seite nicht bedacht.

E-Auto per Leasing - ähnlich wie ein Abo
Zwischen dem E-Auto-Abo und dem klassischen Leasing-Modell gibt es nur wenige, aber klare Unterschiede. Die Vertragslaufzeit ist bedeutend länger, meist beginnt sie ab 30 Monaten aufwärts. Kürzere Laufzeiten werden zwar von den Kunden präferiert, die meisten Leasinganbieter bieten sie aber nicht an. In monatlichen Raten wird eine Nutzungsgebühr fürs Auto entrichtet, wenn der Vertrag abgelaufen ist, geht der Wagen zurück an den Leasingpartner.

Wenn der Vertrag beendet und ein neues Modell abgeschlossen wird, wartet ein neues E-Auto. Verglichen mit einer klassischen Autofinanzierung ist Leasing in der Regel billiger und damit auch für Menschen mit geringerem Budget erschwinglich. Beim Leasing muss nicht auf den Bonus durch die BAFA verzichtet werden.

Das Modell der Automiete hat aber auch Nachteile. Hier ist primär zu nennen, dass das Auto nie in den eigenen Besitz übergeht. Zudem ist es beim Abschluss des Leasingvertrags nötig, die Kilometer zu schätzen. Wer sich hier verschätzt, zahlt deutlich höhere Raten als eigentlich nötig. Wer hingegen zu wenige Kilometer angibt, muss am Ende eine hohe Nachzahlung leisten.

Für wen lohnt sich E-Auto-Leasing?

  • Für alle, die eine längere Laufzeit in Kauf nehmen.
  • Für Menschen, die staatliche Förderungen mitnehmen wollen.
  • Für Fahrer, die sich nach wenigen Jahren ein neues Fahrzeug wünschen.
  • Für Nutzer, die ihren Kilometerbedarf gut abschätzen können.

Direktkauf als beste Lösung? Warum das nicht immer sein muss!
Beim klassischen Autokauf galt es als eiserne Regel, dass der Direktkauf die beste Wahl ist. Der Hauptgrund hierfür ist, dass viele Autohändler bei der Barzahlung oder Direktzahlung erhebliche Nachlässe gewähren (teilweise bis zu 10 %). Aber trifft das auch aufs E-Auto zu? Tatsächlich schon, aber nicht bei jedem Anbieter. Da es bereits attraktive staatliche Förderungen gibt, wird oft auf zusätzliche Boni im Autohaus verzichtet. Ein Direktkauf ist also immer noch sinnvoll, aber nicht mehr die einzige Option, um den Bonus mitzunehmen.

Ob Leasing, Auto-Abo, Sofortkauf oder Finanzierung hängt vor allem von den persönlichen Bedürfnissen ab. In der E-Mobilität gibt es rasante Veränderungen. Was heute noch modern ist, kann morgen schon wieder "out" sein. Wer das Fahrzeug dann voll gekauft hat, muss es ohne große Verluste wieder loswerden. Das wird schwer, wenn längst andere Technologien im Trend liegen. Das ist einer der Gründe, warum der Vollkauf beim E-Auto gar nicht immer die beste Lösung ist!

Fazit: Vergleichen vor dem Autokauf ist wichtig
Wer kein Eigenkapital mitbringt und trotzdem nicht auf Fördergelder verzichten möchte, ist mit einem Autokredit gut bedient. Das Fahrzeug wird nach Tilgung aller Raten Eigentum und kann dann auch verkauft werden. Hier droht allerdings das gleiche Risiko wie beim Barkauf, womöglich ist der Wagen bereits überholt, wenn er abbezahlt ist. Attraktiver scheinen da E-Auto-Abos und E-Leasing zu sein. Vor allem für Fahrer mit dem Wunsch nach Flexibilität ist das E-Auto-Abo ein entscheidender Faktor. Es können nicht nur Autos nach Herzenslust getestet werden, es besteht auch die Möglichkeit, den Vertrag schnell wieder aufzulösen.

Wer sich für ein E-Auto entscheidet, sollte sich gründlich über die Möglichkeiten informieren. Ein gut klingendes Händler-Angebot muss nicht die beste Lösung sein. Vergleichen, darüber schlafen, noch einmal vergleichen und dann entscheiden - so wird der Umstieg auf E-Mobilität kein Desaster.