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Letzte Aktualisierung: 18.05.2022

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Einweghandschuhe in der Küche – Ist das sinnvoll?

von Bernd Bauschmann

(04.05.2022) Was in der Lebensmittelindustrie schon längst zum Standard gehört, ist in der Gastronomie weiterhin optional – das Tragen von Handschuhen bei der Arbeit in der Küche. Obwohl Einweghandschuhe als besonders hygienisch gelten, arbeitet ein beträchtlicher Anteil an Küchenpersonal lieber ohne. Doch was ist nun eigentlich hygienischer?

Foto: Pexels / Rene Asmussen
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Verschiedene Materialien der Einweghandschuhe
Oft werden Einweghandschuhe in der Gastronomieküche vor allem getragen, um die empfindliche Haut an den Händen vor dem Austrocknen zu schützen. Durch das häufige Händewaschen ist dies nämlich ein häufiges Problem bei Küchenmitarbeitern.

Ein Argument, das häufig gegen das Tragen von Handschuhen in der Küche angebracht wird, ist das Gefühl: Feines Arbeiten unter zeitlichem Druck fällt Küchenpersonal deutlich leichter, wenn ihre Finger unbedeckt sind.

Weil Einweghandschuhe aber mittlerweile in verschiedenen Materialien hergestellt werden, kann dieses Problem umgangen werden. Auf Hautsache-Protect.de werden neben den altbekannten Latex Handschuhen auch Einweghandschuhe aus Vinyl, Nitril, TPE und PE angeboten. Jedes dieser Materialien verfügt über spezifische Eigenschaften, die sich jeweils für andere Arten von Arbeit eignen. Nitril-Handschuhe zeichnen sich in der Küche durch einen hohen Tragekomfort aus. PE-Handschuhe gelten als lebensmittelecht.

Sind Einweghandschuhe hygienischer oder nicht?
Grundsätzlich ist das Arbeiten mit Einweghandschuhen hygienischer. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Handschuhe vorher fachgerecht in der Verpackung gelagert, mit sauberen Händen angezogen und wirklich nach dem Einwegprinzip verwendet werden.

Auch ohne das Tragen von Einweghandschuhen in der Küche kann hygienisch gearbeitet werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Handhygiene sorgfältig und korrekt durchgeführt wird.

Das hygienische Arbeiten sollte in deutschen Gastronomieküchen zum Standard gehören. Einweghandschuhe gelten dabei häufig als Symbol für ein hohes Maß an Hygiene – zumindest ist das die Botschaft, die Gäste empfangen, wenn sie Küchenmitarbeitern in Einweghandschuhen sehen. Es ist wichtig, dabei nicht nur den Schein zu wahren, sondern wirklich hygienisch zu arbeiten. In den folgenden Abschnitten wird erklärt, wie die Handhygiene in der Gastronomie grundsätzlich auszusehen hat und welche Schritte erforderlich sind, damit Einweghandschuhe wirklich den Schutz bieten, den sie versprechen. Nur so kann man in der Gastro einen wirklich guten Job machen.

Grundsätze der Handhygiene
Durch die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen kann eine ausreichende Handhygiene in der Gastronomie sichergestellt werden:

  • An den Händen sowie Handgelenken befindet sich kein Schmuck.
  • Die Fingernägel werden kurz getragen.
  • Das Küchenpersonal wäscht die Hände regelmäßig unter warmem Wasser und verwendet dafür spezielle Seife oder Desinfektionsmittel für die Küche.
  • Die Hände werden nach dem Waschen mit einem Einweghandtuch abgetrocknet, weil Mehrwegtücher schnell eine hohe Keimbelastung aufweisen.
  • Die Hände werden gut und regelmäßig gepflegt.

Handhygiene mit Handschuhen
Wird das Tragen von Einweghandschuhen am Arbeitsplatz gefordert oder entschließen sich einzelne Mitarbeiter selbst dazu, sollten neben den Tipps für die grundsätzliche Handhygiene auch noch folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Die Einweghandschuhe werden erst angezogen, nachdem die Hände sorgfältig gewaschen und abgetrocknet wurden.
  • Einweghandschuhe bieten nur dann ein Plus an Hygiene, wenn sie regelmäßig gewechselt werden. Im Grunde sollte dies nach jedem Tätigkeits- oder Produktwechsel erfolgen.
  • Beim Wechseln der Handschuhe ist ein erneutes Händewaschen erforderlich. Da man unter den Einweghandschuhen je nach Material schwitzen kann, bietet sich sonst ein optimaler Nährboden für Bakterien – vor allem zwischen den Fingern.

Wann machen Einweghandschuhe in der Küche Sinn?
In der Theorie bieten Einweghandschuhe ein höheres Maß an Hygiene als wenn mit nackten Händen gearbeitet wird. Weil bei sachgemäßer Anwendung der Handschuhe jedoch viel Müll anfällt – denn Einweghandschuhe sollten ja regelmäßig gewechselt werden -, gilt es allerdings, Kosten und Nutzen abzuwägen. Auch ohne Einweghandschuhe ist ein hohes Maß an Hygiene möglich. Dennoch gibt es Fälle, in denen das Tragen der Einweghandschuhe wirklich sinnvoll ist und daher umgesetzt werden sollte:

Arbeit mit färbenden oder riechenden Lebensmitteln
Müssen hautverfärbende oder stark riechende Lebensmittel mit den Händen verarbeitet werden, sollten Handschuhe getragen werden. In diese Gruppe fallen vor allem Lebensmittel wie Rote Bete, Rotkraut, Chili, Knoblauch, Fisch oder Zwiebeln.

Empfindliche Hände
Hände, die anfällig für Verletzungen oder starkes Austrocknen, sollten im Küchenalltag unbedingt durch Einweghandschuhe vor Schäden geschützt werden.

Allergien
Wenn Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel bestehen, die Kontaktallergien auslösen können, ist das Tragen von Einweghandschuhen in der Küche auf jeden Fall ratsam.