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Eintracht Frankfurt - das Transfer-Spiel ist in vollem Gang

Seit sich das Wintertransfer-Fenster am 2. Januar geöffnet hat, ist die Fußballpause von Drama gefüllt. Vor allem Eintracht Frankfurt macht dabei Schlagzeilen durch Spekulationen, schon sicher geglaubte Deals und in letzter Minute verhinderte Eigentoren.
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Symbolfoto
Foto: Unsplash / Valentin Kremer

Der Club war bereits drauf und dran, dem tschechischen Verein Viktoria Pilsen rund 9 Millionen Euro zu bezahlen, um dafür den erst 21 Jahre alten Stürmer Rafiu Durosinmi nach Frankfurt zu holen. Doch dann kam der medizinische Check, und die Verpflichtung des Talents aus Nigeria war vom Tisch. Statt eines bereits bekannten, durch eine Erholungspause zu kurierenden Knie-Problems, mit dem Eintrachts Trainer gerechnet hatte, stellten die Ärzte einen Bänderriss fest. Den soll sich Durosinmi bereits im Oktober zugezogen haben.

Bereits in trockenen Tüchern ist der Zugang von Donny van de Beek. Eintracht Frankfurt hat sich den 26 Jahre alten niederländischen Nationalspieler bis zum Ende der Saison gebührenfrei von Manchester United ausgeliehen. Für den Fall, dass der Club den jungen Mittelfeldspieler nach dem Sommer behalten will, kann eine Kaufoption ausgelöst werden. Bei einer Ablöse von zehn Millionen Euro wird der Transfer durch diese mehrmonatige Testphase zu einer Win-Win-Strategie statt zum unberechenbaren Roulette, wie es so mancher auf dem Papier vielversprechende Einkauf ist. Ein bisschen wie beim Glücksspiel geht es also auch im Fußball zu: Man muss strategisch sein und willig etwas zu riskieren – wenn man dann noch das Glück auf seiner Seite hat, ist der Erfolg garantiert.

Eine Ausleihe zum Nulltarif in Verbindung mit einer Kaufoption ist auch für die mögliche Verpflichtung von Sasa Kalajdiz im Gespräch. Der 2 Meter große Stürmer, der derzeit beim Premier League Club Wolverhampton Wanderers unter Vertrag steht, ist Bundesliga-Fans aus seinen Tagen in Stuttgart bekannt. In Wolverhampton ist er in dieser Spielzeit aber nur in 3 Begegnungen eingesetzt worden, so dass ein Wechsel nach Frankfurt für ihn eine deutlich vielversprechendere Aussicht wäre.

An eine Mannschaft, die sich erst aufeinander einspielen muss, haben sich die Frankfurt-Fans seit dem Sommer gewöhnt. Der Verein hat 2023/2024 rund 59,15 Millionen Euro für Ablösen ausgegeben. Spielerverkäufe haben in dieser Zeit hingegen 142 Millionen Euro in die Kassen gebracht. Mit Abstand lukrativster Verkauf war Randal Kolo Muani. Paris St. Germain zahlte Frankfurt 95 Millionen Euro an Ablöse. Der Verkauf von Jesper Lindstrøm an den SCC Neapel brachte 30 Millionen Euro ein.

Teuerster Neueinkauf war Farès Chaïbi. Der offensive Mittelfeldspieler war Eintracht Frankfurt eine Ablöse von 10 Millionen Euro wert, um ihn vom französischen Erstligisten FC Toulouse abzuwerben. Für Innenverteidiger William Pacho waren 9 Millionen Euro Ablöse an Royal Antwerpen fällig und die gleiche Summe ging an Malmö FF für den Mittelfeldspieler Hugo Larsson.

Obwohl er nur vom französischen Zweitligisten AS St.-Etienne nach Frankfurt gewechselt ist, musste der Verein 7,5 Millionen Euro für Linksverteidiger Niels Nkounkou hinblättern. Das ist 1 Million mehr als der französische Meister Paris St. Germain sich den Transfer von Junior Dina Ebimbe an den Main kosten ließ.

Auch aus den Reihen der 1. und 2. Bundesliga ist im Sommer Verstärkung nach Frankfurt gekommen.

Dass die Eintracht zu Beginn der Winterpause auf dem 6. Platz in der Bundesligatabelle gelandet ist, hat sie zum Teil den Neueinkäufen zu verdanken.

Top-Torschütze war der ebenfalls im Sommer ablösefrei von Wolfsburg nach Frankfurt gekommene Omar Marmoush mit 7 Treffern. Auf Platz 2 etablierte sich Junior Dina Embimbe mit 3 Toren gleichauf mit Ansgar Knauff.

Auf das Konto von Hugo Larsson gingen 2 Tore.

Top-Vorlagengeber war Farès Chaïbi, der für 4 Treffer die Vorbereitung lieferte. Marmoush fügte seiner Bilanz 3 Vorlagen hinzu und bewies erneut, was für ein herausragendes Talent er ist.

Dass sich Eintracht Frankfurt von diesem Kader einiges versprechen kann, zeigt sich an den vergangenen Spielen.

Überhaupt hat der Club seit seinem Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs in der Saison 2011/2012 beachtliche Erfolge hingelegt. Gleich 2013/2014 gelang ihm die Platzierung für die Europa League. In der Liga spielte der Club außerdem 2018/2019, 2019/2020, und 2021/2022 wurde er Europa-League-Sieger.

2016/2017 war Frankfurt Deutscher Pokalfinalist und im Folgejahr Deutscher Pokalsieger. 2022/2023 kam der Verein erneut ins Finale um den Deutschen Pokal sowie ins Finale um den UEFA-Supercup.

Während die meisten Transfers im Sommerfenster stattfinden, ist der Winter die Zeit, wo gezielter Lücken im Kader geschlossen werden, ehe es in die zweite Saisonhälfte geht. In der Bundesliga machen die Clubs im Januar traditionell eher durch Abgänge als durch Neuverpflichtungen von sich reden. Teuerster Wintertransfer aus dem deutschen Oberhaus war der US-Amerikaner Christian Pulisic. Er verließ im Winterfenster 2019 Borussia Dortmund, um gegen eine Ablöse von 64 Euro zum FC Chelsea zu wechseln. Mittlerweile kickt er beim FC Milan.

Eintracht Frankfurt hat mit der Verpflichtung von De Beeck den ersten Zug gemacht. Doch bis sich am 2. Februar das Transferfenster in der Bundesliga schließt, kann es noch die eine oder andere große Überraschung geben.

Im Fußball steckt so auch die Winterpause voller Drama.