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Letzte Aktualisierung: 04.03.2021

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"Einfach Grün - Greening the City"

Architekturmuseum wirbt für Haus- und Dachbegrünung

von Karl-Heinz Stier

(22.01.2021) Selten waren Grünräume derart gefragt wie seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Vor allem in den Großstädten fehlt vielen Menschen die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe raus aus der häuslichen Enge ins Grüne zu flüchten.

Urban arming Office VTN Architectes Ho-Chi-Minh-Stadt Vietnam 2020
Foto: VTN Architectes
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Nicht nur steigt die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt nach Wohnungen mit Balkonen oder Gärten erheblich, auch Parks und öffentliche Grünflächen sind seither stärker frequentiert.

Der Begriff der „gestressten Stadt“ wird daher auch auf Stadtparks als „gestresstes Grün“ erweitert. Vor allem in den Millionenstädten zeichnen sich immer stärker die Folgen des Klimawandels. Zugleich schreitet die Urbanisierung immer weiter voran – die Städte werden nicht nur dichter, sondern greifen dabei immer weiter aus. Dennoch ist es keine Alternative, so Richard Sennett in „Die offene Stadt“, aufgrund der Klimaveränderungen nicht zu bauen, sondern neue Wege einzuschlagen und auf Anpassung und Reparatur der Stadt zu setzen.

Die Ausstellung "Einfach Grün" widmet sich den Vorteilen und Herausforderungen urbanen städtischen Grüns – insbesondere der Haus- und Dachbegrünung im Bestand und Neubau. Neben der wissenschaftlichen Perspektive nimmt die Ausstellung zugleich die technischen Möglichkeiten und praktischen Fragen in den Blick. Gezeigt werden gelungene Grünbauten von Düsseldorf über Mailand bis Singapur, bereits Erprobtes und völlig neue Entwicklungen.

So ist die Begrünung der horizontalen und vertikalen Gebäudehülle  eine Möglichkeit, über die boden-gebundenen Grünflächen hinaus, die Stadtlandschaft zu reparieren. Nach Einschätzung vieler Architekten bringt sie Vorteile und Herausforderungen mit sich. Den kursierenden Vorurteilen wie hohe Herstellungs- und Pflegekosten stehen relativierende, in Zahlen nachweisbare positive Auswirkungen gegenüber: So wirken begrünte Dächer und Fassaden auf das Gebäude selbst wie auch auf die unmittelbare Umgebung. Grünräume sind nicht als Kostenfaktor, sondern als Mehrwertf für die Gesundheit von Mensch, Stadt und Umwelt zu begreifen.

Die Herausforderung ist klar und längst keine Vision mehr: Je mehr Grünbauten sich über einen längeren Zeitraum etablieren und von Nutzern, Bauherren und der Stadtgesellschaft positiv bewertet werden, desto deutlicher ist die Botschaft – so die Verantwortlichen.

Die Ausstellung sammelt Ressentiments gegen und Argumente für die Begrünung der Gebäudehülle und liefert über wissenschaftliche Ergebnisse hinaus praxisorientierte Hinweise zur Begrünung von Bestandsgebäuden oder Neubauten. Sie versteht sich auch als Aufruf und Motor. Sie zielt auf einen Austausch zwischen Ergebnissen der Technikforschung, Gestaltung, Gartenbau und den Anwendern.

Die Ausstellung des Architekturmuseum im Schaumainkai 43 in Frankfurt wird heute Freitag um 18 Uhr digitaleröffnet und dauert bis zum 11. Juli. I

Infos unter www. dam-online.de