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Eine Trauerfeier unterm Genderstern in der "Komödie" Frankfurt

Am vergangenen Donnerstag feierte Die Komödie Frankfurt die Premiere mit der Satire "Kalter weißer Mann" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Noch bis 7. Dezember 2025 ist die Trauerfeier unterm Genderstern im Theater in der Neuen Mainzer Straße zu sehen.

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Szenenfoto mit Martin Molitor, Marianna McAven, Wolff von Lindenau, Barbara Bach, Lukas Dittmer, Lore Richter
Foto: Hendrik Nix

Der 94-jährige Patriarch, der Chef einer mittelständigen deutschen Firma für Feinwäsche ist gestorben. Sein designierter Nachfolger Horst Bohne (Martin Molitor), richtet die Trauerfeier für die Firma aus. In der feierlichen Trauerkapelle mit einem andächtigen blauen Glaskreuz im Hintergrund steht die Urne mit der Asche des Verstorbenen auf  dem Altar. Davor ein grüner Kranz mit einer Schleife und dem Text "In tiefer Trauer - Deine Mitarbeiter" (Bühne: Bettina Neuhaus). Letzteres entfacht unter der Regie von Laura Remmler, eine aufgeladene Kulturdebatte über das Gendern, Sexismus und die korrekte Sprache. Der verzweifelte Pfarrer Herbert Koch (Wolff von Lindenau), um den Zeitplan bemüht, kann die Wogen nicht glätten.

In den weiteren Rollen glänzt die Chefsekretärin Rieke Schneider (Barbara Bach), die auch ihre musikalischen Fertigkeiten aufblitzen lässt. Die Marketing-Leiterin Alina Bergreiter (Lore Richter) verteidigt vehement das Gendern und das weibliche Geschlecht. Kevin Packert (Lukas Dittmer) spielt ebenso überzeugend den Social-Media Chef wie Kim Olkowski (Marianna McAven), die sehr selbstbewusste Praktikantin.

Die Satire ist ein wortverspielter wie humorvoller Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern und den Generationen, sehr zu Amüsement des Publikums, das kurzerhand zur Trauergemeinde erklärt wird.

Nach knapp zwei Stunden bedankte sich ein begeistertes Publikum mit langem Applaus

Karten unter Tel. (069) 28 45 80, auf www.diekomoedie.de