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Letzte Aktualisierung: 03.12.2021

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Eine Stadt macht mit

Frankfurt und der Nationalsozialismus

von Karl-Heinz Stier

(22.11.2021) Die Ausstellung, die vom 9. Dezember 2021 bis 11.September 2022 dauert, führt die Besucher zu 19 typischen urbanen Orten wie beispielsweise Rathaus, Straße, Universität, Geschäft oder Gericht. Die dort präsentierten Geschichten machen deutlich, wie der Nationalsozialismus die Stadt Frankfurt und den Alltag ihrer Bewohner prägte – ihre Spannweite reicht von den Täterinnen und Tätern bis zu den Opfern staatlicher wie kommunaler Gewalt.

Bildergalerie
Nazi-Kundgebung am Tag der Arbeit 1.Mai 1933 auf dem Römerberg
Foto: Leonhard Kleemann HMF (Historisches Museum Frankfurt)
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Beflaggung der Bendergasse am 1.Mai 1933
Foto: Leonhard Kleemann HMF (Historisches Museum Frankfurt)
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Handlungsoptionen werden ebenso diskutiert wie die Konsequenz von politischer Untätigkeit, Wegsehen, Profitieren oder blindem Gehorsam. Die Ausstellung setzt sich mit dem Mitmachen auseinander, verliert dabei aber nie den Widerstand oder die Folgen für das individuelle Leben der Verfolgten aus dem Blick.

Frankfurt hat in der NS-Zeit in vielerlei Hinsicht eine mit anderen Großstädten vergleichbare Entwicklung genommen. Die Stadt war jedoch besonders geprägt von ihrer jüdischen Geschichte und ihrer jüdischen Bevölkerung (mit 5 % der größte Anteil in einer Stadt des Deutschen Reiches). Deren Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung waren nicht nur Kernziele des NS, sondern auch der Frankfurter Kommunalverwaltung, die systematisch versuchte, das Image der „Stadt der Juden und Demokraten“ durch den neuen Beinamen „Stadt des deutschen Handwerks“ zu tilgen. Dem mörderischen Antisemitismus werden die Ausstellungsbesucher an jedem der Orte begegnen – und damit auch denjenigen, die daraus ihre Vorteile zu ziehen wussten – einschließlich nicht weniger Einwohner. Denn Frankfurt entwickelte sich im Verlauf der NS-Zeit zur „Hauptstadt der Profiteure“, was bis in die Gegenwart nachwirkt. Besonders deutlich wird dies in einer multimedialen Topografie, die konkrete Orte in Frankfurt und ihre Bedeutung in der NS-Zeit benennt.

Die Entstehung der Ausstellung begleiteten bürgerschaftliche Initiativen kritisch-konstruktiv. Auf ihr Wirken in der historischen Aufarbeitung der NS-Zeit in Frankfurt nimmt auch die Ausstellung immer wieder Bezug und gibt so Impulse für eigene Aktivitäten der Besucher.

Zur Ausstellung erscheint im Michael Imhof-Verlag ein reich illustriertes Begleitbuch (ca. 30 Seiten, 30 €). Ein ausgefeiltes, in Kooperation mit Geschichtsinitiativen entwickeltes Begleitprogramm mit Vorträgen, Führungen sowie pädagogisches Material und ein Multimedia-Guide ergänzen die Ausstellung.