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Letzte Aktualisierung: 22.04.2024

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Eine Perspektive für die Zeit nach der Haft

Vielfältige Ausbildungen in der Frauenanstalt Frankfurt

von Norbert Dörholt

(21.03.2024) Hessens Justizstaatssekretärin Tanja Eichner hat am Mittwoch die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III besucht. Die Anstalt, zu der auch eine Jugendabteilung, eine Abteilung für den offenen Vollzug und das Mutter-Kind-Heim gehören, ist zuständig für Frauen und junge weibliche Gefangene. Es handelt sich um die einzige selbstständige Vollzugsanstalt für Frauen in Hessen und bundesweit um eine der größten Anstalten für den Frauenvollzug.

Bei ihrem Besuch sagte die Staatssekretärin: „Die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III bietet den inhaftierten Frauen vielfältige Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, die ihnen eine Perspektive für die Zeit nach der Haft bieten. Mein Besuch hat mir klar gezeigt, wie hochwertig die Ausbildung in der JVA Frankfurt am Main III ist.“

Die Justizvollzugsanstalt Frankfurt bietet neben Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Gebäudereinigung und einem kaufmännischen Grundkurs mit einem EDV-Schwerpunkt insbesondere mehrere, vollwertige Ausbildungsberufe im Bereich Gastronomie an. Seit 1995 haben insgesamt 226 Inhaftierte die Ausbildung zur Köchin bzw. Fachkraft für Gastronomie, Restaurantservice und Fachkraft Küche durchlaufen. Alle Inhaftierten haben die Abschlussprüfung bisher bestanden oder wurden nach erfolgreicher Zwischenprüfung aus der Haft entlassen. Sieben inhaftierte Frauen wurden sogar als Kammerbeste ausgezeichnet und weitere 17 Inhaftierte gehörten zu den Kammerbesten der Plätze 2 bzw. 3. Aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels in gastgewerblichen Berufen ist die Aussicht, nach Haftentlassung eine Arbeitsstelle zu finden, sehr gut.

Die Justizstaatssekretärin nutzte die Gelegenheit ihres Besuchs auch, um sich mit drei inhaftierten Frauen über ihre Ausbildung in der Anstalt auszutauschen. Jede der drei Frauen durchläuft beziehungsweise durchlief eine andere Ausbildung innerhalb der Gefängnismauern: eine Gefangene eine 24-monatige Ausbildung zur Köchin, eine Gefangene eine 16-monatige Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie, Restaurantservice und eine weitere Gefangene ein 16-monatige Ausbildung zur Fachkraft Küche.

Die Auszubildende zur Fachkraft Küche erzieht neben ihrer Ausbildung zudem ihr Kleinkind, mit dem sie im Mutter-Kind-Heim untergebracht ist. Tanja Eichner sagte: „Ich freue mich sehr darüber, dass seitens der Frauen die große Chance, die die jeweilige Berufsausbildung bietet, so positiv gesehen, genutzt und geschätzt wird. Durch die Berufsausbildungen werden die Inhaftierten an grundlegende fachliche Kompetenzen herangeführt und zugleich in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung gezielt begleitet. Erworbene Kompetenzen können ein stabiles Fundament für die Resozialisierung der Inhaftierten bilden.“