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Ein Zuhause für kurze Zeit im Zentrum von Frankfurt: Das „Haus der Jugend“ wird 100

Das „Haus der Jugend“, die Frankfurter Jugendherberge, begeht mit einer Feierstunde am Samstag, 27. Juni, ihren 100. Geburtstag. Heute beherbergt das Haus Gäste aus mehr als 100 Ländern, die das multikulturelle Flair prägen. Nicht ohne Grund heißt es „Bei uns trifft sich die Jugend der Welt“.

Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, hat dem „Haus der Jugend“ zu seinem 100-jährigen Bestehen gratuliert. „Seit 2021 bin ich Vorsitzende des Vereins, und es ist fantastisch zu sehen, mit welchem Engagement daran gearbeitet wird, die Standorte und die Ausrichtung des Hauses im Sinne junger Menschen und der Stadtgesellschaft weiter fortzuentwickeln. Jugendliche brauchen heute mehr denn je Räume und ganz besonders Orte, an denen politische Aushandlung und Hineinwachsen in eine demokratische Gesellschaft möglich sind“, sagte sie.

„Es ist eine der Grundaufgaben guter Stadtpolitik, die Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen – unabhängig von Alter, Geschlecht, ökonomischer Situation, sozialem Status, Herkunft oder Beeinträchtigung. Und dazu gehört unbedingt auch eine stabile Kinder- und Jugendarbeit“, so Elke Voitl. Die Dezernentin sieht es als ihre Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass solche Orte auch in Zukunft ihren festen Platz in Frankfurt haben und ihnen die Priorität einzuräumen, die sie für die Zukunft der Stadt verdienen. „Nur wer heute klug in soziale Strukturen investiert, baut die lebenswerte Stadt von morgen“, sagte Voitl.

Eine der größten Jugendherbergen der Welt

Das „Haus der Jugend“ verfügt über 364 Betten in mehr als 100 Zimmern und 13 Tagungsräumen und zählt zu den größten Jugendherbergen in Deutschland. Das Haus liegt zentral am Main mit Blick auf die Skyline. In die City sind es nur 10 Minuten Fußweg. 15 Museen und auch fast alle Sehenswürdigkeiten vom Goethehaus bis hin zum Commerzbank-Hochhaus sind zu Fuß erreichbar. Das Sachsenhäuser Apfelweinviertel beginnt direkt hinter der Jugendherberge. Und noch ein Vorteil: Das Haus liegt direkt am Main-Radweg.

Der Trägerverein wurde am 31. März 1926 gegründet. Laut Satzung ist die jeweilige Sozialdezernentin oder der jeweilige Sozialdezernent der Stadt Frankfurt Vorsitzende beziehungsweise Vorsitzender des Vereins.

So fing es vor 100 Jahren in der Hansaallee an

Das Gebäude der ehemaligen Jugendherberge in der Hansaallee 150 ist ein historisches Zeugnis des berühmten Architektur- und Städtebauprojekts „Das Neue Frankfurt“. Das progressive Städtebauprogramm der 1920er Jahre unter Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtplaner Ernst May veränderte das Frankfurter Stadtbild radikal. Zwischen Eschersheimer Landstraße und Hansaallee/Miquelallee sowie in Richtung Dornbusch entstand ein neues Quartier; hierzu gehörte unter anderem auch die Firmenhauptzentrale der IG Farben in der Nähe.

Die Jugendherberge wurde 1926 als erstes „Haus der Jugend“ in Frankfurt errichtet. Der Entwurf im sachlichen, modernen Stil des Neuen Frankfurts stammte von dem Architekten Franz Thyriot. Es galt als eine der ersten eigens dafür errichteten modernen Jugendherbergen in ganz Deutschland.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden freie Jugendverbände verboten. Das Gebäude diente bis zum Zweiten Weltkrieg weiter als Herberge und wurde im Krieg als Feuerwehrkaserne zweckentfremdet. Nach 1945 nutzte die amerikanische Armee das Haus für Kultur- und soziale Einrichtungen. Das ganze Quartier war bis 1955 amerikanisches Gelände – das IG-Farbengebäude diente den Amerikanern als Hauptquartier der 5. Armee noch längere Jahre. In einen Neubau am Mainufer, der heute noch Standort ist, zog die Jugendherberge Anfang der 1950er Jahre ein.

Das markante Gebäude an der Hansaallee mit seiner großen Uhr am Turmbau existiert noch immer und beherbergt heute die renommierte Bildungsstätte Anne Frank und ist Sitz des Frankfurter Jugendrings.