Ein Toter im Weinberg
Wer diesen Krimi nicht liest, ist selbst schuld
Ein Muss für Fans von französischem Flair und leichter Unterhaltung, die nicht belastet. Liebhaber von Cozy Crime und kulinarischen Krimis werden begeistert sein von diesem amüsanten Krimi (soweit ein Krimi überhaupt amüsant sein kann) mit dem Titel "Ein Toter im Weinberg", der schon so ähnlich klingt wie "Ein Haar in der Suppe". Autorin Marie Gérard kombiniert darin frech Krimi, Familiengeschichte, Komödie und Frauenromane im Chick-Lit-Stil
Um was geht´s: Nach der Trennung wagt Modejournalistin Sophie Mueller einen Neuanfang. Mit ihren zwei Teenagern verlässt sie Hamburg und zieht in die malerische Champagne in Frankreich. Sie sucht Ruhe und Savoir-vivre, doch stolpert stattdessen über eine Leiche in den Weinbergen. Die blauen Augen des zuständigen Commissaires sind zwar verführerisch, doch Sophie und ihre Freundin Madeleine zweifeln an seinen Ermittlungen. Als ein guter Freund unter Mordverdacht gerät, beschließen sie, selbst als Detektivinnen zu agieren. Was als harmlose Schnüffelei beginnt, bleibt jedoch nicht ohne Risiko, vor allem als ein zweiter Mord geschieht.
Das Ergebnis: ein Wohlfühlkrimi zum Entspannen, der vor allem Frauen anspricht. Der Text fließt leicht, Leser blättern unbemerkt durch die Seiten. Kurze Kapitel und pointierte Dialoge treiben die Lektüre voran. Und ja, oft möchte man der nervigen Teenager-Tochter gerne zurufen, sie solle doch bitte den Mund halten, oder man möchte den Nachbarn trösten.
Eine Warnung: Die Protagonisten schlemmen hemmungslos und genießen natürlich auch den einen oder anderen edlen Tropfen, das steckt an. Urlaubsstimmung ist auf jeden Fall garantiert, während man Sophies Ermittlungen vom imaginären Dörfchen Chanteville am Rande der Montagnes de Reims kreuz und quer durch die Champagne verfolgt. Zudem thematisiert der Roman, was der Einsatz von Glyphosat für den Champagneranbau bedeutet und die Probleme der Winzer bei der Umstellung auf nachhaltigen Champagneranbau.
Marie Gérard ist das Pseudonym der deutschen Journalistin Alexandra Broeren. Den Namen hat sie sich übrigens von ihrer französischen Großmutter ausgeliehen. („Ein Toter im Weinberg“ – Sophies erster Fall, hat 320 Seiten und ist zum Preis 15 Euro 99 überall im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3949751134) oder auch direkt über die Webseite der Autorin: https://www.mariegerard.de)
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