Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 09.12.2022

Werbung

Ein notwendiger Schritt gegen Antisemitismus

von Ilse Romahn

(12.06.2020) In letzten Jahren führte die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) mehrere Initiativen gegen aufkommenden Antisemitismus durch – unter anderem eine Kampagne für verpflichtende Schülerfahrten zu den KZ-Gedenkstätten.

Im Jahr 2019 wurde ein Appell an den hessischen Kultusminister gesandt, unterstützt durch die Jüdische Gemeinde, Bürgermeister Uwe Becker und andere wichtige Akteure. Analog zu vielen anderen Bundesländern sollen die Fahrten verpflichtend durchgeführt werden.

Die KAV begrüßt es außerordentlich, dass dieser Vorschlag nun erneut aufgegriffen und von Frankfurter Stadtverordneten und hessischen Landespolitikerinnen und -politikern fast aller Fraktionen unterstützt wird.

Die Wirkung von Besuchen von Gedenkstätten des Nationalsozialismus ist unbestritten. Die Fahrten können finanziell und organisatorisch durch mehrere Fachinstitutionen unterstützt werden.

Schüler werden auf eine Art sensibilisiert, die tiefgreifend und dauerhaft ist. Sie erhalten Eindrücke, die sie ein Leben lang nicht vergessen. Trotzdem finden in vielen Schulen und Schulformen solche Fahrten nicht (mehr) statt, zum Teil aus Angst, die Gefühle der Eltern, die beispielsweise nicht an den Holocaust glauben, zu verletzen.

Die KAV hofft, dass zur jetzigen Zeit, in der Rassismus und Antisemitismus wieder im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen, die Maßnahme endlich durchgesetzt wird. (ffm)