Ein Literaturabend für Friedrich Hölderlin
Foto: Grafik Linienland GBR
Das „Homburger Folioheft“ des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843) ist berühmt. Die Sammelhandschrift seines Spätwerkes mit eigenhändigen Niederschriften von Gedichten, Gedichtentwürfen, von Plänen und Bruchstücken entstand in einer Zeit, als sich der Geistesszustand seines Urhebers dramatisch zu verschlechtern begann.
Am Freitag, 2. Juli, 19 Uhr, veranstalten die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen in der Bad Homburger Schlosskirche einen literarischen Abend zum Folioheft. Das einmalige Zeugnis unter den Arbeitshandschriften Hölderlins bringen der Literaturwissenschaftler Christian Metz und die Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Sandra Kegel, dem Publikum im Gespräch nahe.
Das Manuskript ist Eigentum der Stadt Bad Homburg, wird jedoch von der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart verwahrt und in diachroner Darstellung digital bereitgestellt. Hölderlin hatte wichtige Werke in Homburg verfasst und über die Vermittlung des Diplomaten Isaac von Sinclair (1775-1815) eine kurzfristige Anstellung als Bibliothekar des landgräflichen Hauses Hessen-Homburg erhalten.
Diese und andere Lebensstationen will Metz, der an Universitäten in Frankfurt und Zürich lehrt, mit Texten aus dem Folioheft zusammenführen. Kegel ist Vorsitzende der Jury des Friedrich-Hölderlin-Preises, der jedes Jahr für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Literatur vergeben wird. Im Jahr 2022 jährte sich zum 250. Mal der Geburtstag des Dichters. Das Jubiläum wird seither mit (vielen aufgrund der Corona-Pandemie verschobenen) Veranstaltungen begleitet.
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