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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Ein Koffer als Mahnmal der Verfolgung am Bahnhof Flörsheim

von Adolf Albus

(01.12.2021) An die Flörsheimerinnen und Flörsheimer, die während des Nationalsozialismus ihre Heimatstadt verlassen mussten, die verfolgt, deportiert, ermordet wurden, erinnert jetzt am Flörsheimer Bahnhof, zwischen den überdachten Fahrradabstellplätzen und dem Bahnsteig, eine Kofferskulptur. Schöpfer des in realistischer Größe auf einem flachen Sockel stehenden Kunstwerks ist der Flörsheimer Künstler Thomas Reinelt.

Zum Gedenken an die NS-Verfolgten legten die Schülerinnen und Schüler gelbe Rosen nieder.
Foto: Stadt Flörsheim
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Vor den Augen verborgen, ist im Koffer zudem eine metallene Zeitkapsel deponiert, in der Schülerinnen und Schüler des örtlichen Graf-Stauffenberg-Gymnasiums ihre Gedanken über das Schicksal der Flörsheimer NS-Opfer hinterlegt haben.

Am vergangenen Sonntagnachmittag ist das Mahnmal im Beisein von rund hundert Personen an seinem Standort enthüllt worden.

Die Bahnhöfe waren in der NS-Zeit der Dreh- und Angelpunkt von Flucht und Deportation. Nur das Nötigste konnte beziehungsweise durfte von den Betroffenen auf ihrer Fahrt ins Exil, in die Gefangenschaft oder in den Tod mitgenommen werden.

Organisiert hat die Entstehung des Mahnmals der Verein Stolpersteine Flörsheim, der bei der Finanzierung Unterstützung von den Firmen MW Baustahl und Innovartiv Garten- und Landschaftsbau sowie der Familie Zoran Neuhaus erhielt.

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch dankte dem Verein Stolpersteine, den Schülerinnen und Schülern sowie den Sponsoren recht herzlich für ihr Engagement. Das Mahnmal leiste einen wertvollen Beitrag dazu, die Erinnerung an die von den Nazis verfolgten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu bewahren.