Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

Werbung
Werbung

Ein guter Start in die Kunstsaison

von Ilse Romahn

(09.09.2020) Unter dem Motto „Starting fresh“ lockte die zweite Ausgabe von The Frankfurt Art Experience viele Kunstinteressierte in die Stadt und Galerien. Und so herrschte bei spätsommerlichen Temperaturen beim 26. Saisonstart der Frankfurter Galerien eine ausgezeichnete Stimmung – bei Publikum wie Galeristen.

Das dazugehörige, vielseitige Angebot an Galerie- und Kunstführungen war restlos ausgebucht. Das Symposium Frankfurt Art Experience Talks brachte zugleich im Zentrum der Stadt ein überregionales Fachpublikum zusammen. Der neu eingeführte Showroom „Time in Transition“ zeigte Arbeiten von 14 Frankfurter Galerien, die mehr als 1800 Gäste schauten.

Das älteste Galerienwochenende Deutschlands – es war bereits die 26. Edition des Frankfurter Saisonstarts – feierte am Freitag, 4. September, abends im Rahmen der gebotenen Hygiene- und Abstandsregelungen einen gelungenen Auftakt in den Kunstherbst. Bei sommerlichen Temperaturen entfalteten die Vernissagen rundum eine reizvolle Atmosphäre, die ein breites Publikum zum Schauen in die Galerien wie auch zum Flanieren durch die Stadt lockte. Das mit den Mitteln der Tourismusabgabe finanzierte Kunstwochenende zeigte, dass hochwertige Kunstausstellungen und gegenseitige Rücksichtnahme vitale Stadterlebnisse – auch in diesen Zeiten – möglich machen. „Man hat gespürt, dass die Menschen in die Stadt und zur Kunst wollten. Ich habe noch nie so viele Gäste über ein Wochenende begrüßen dürfen“, freuten sich die Galeristininnen und IG-Sprecherinnnen Anita Beckers, Heike Strelow und Jacky Strenz.

In Kleingruppen von maximal zehn Personen machten sich über 35 Führungen auf den Weg durch die Galerien und zu Kunstorten in Frankfurt. Das komplett ausgebuchte Angebot stellte für die Besucher neue Bezüge zwischen Galerien, künstlerischen Positionen und der Frankfurter Kunstlandschaft im Allgemeinen her. Nicht zuletzt für Kunstinteressierte, die bislang über wenig bis keine Galerieerfahrung verfügen, öffnen die Walks sprichwörtlich Türen: „Nicht wenige haben Hemmungen, in eine Galerie einzutreten, da man fürchtet, Kunst sei nur einer bestimmten Gruppe vorbehalten. Die Walks schaffen hier mit Hilfe erfahrener Guides eine Zugänglichkeit“, sagte Britta von Campenhausen, welche die Stadtteilwalks konzipierte.

Darüber hinaus berichten viele Teilnehmer von einer neuen Sicht auf Frankfurt, welche sie dank der Walks gewonnen hätte: „Die Stadt ist kompakt, fußläufig und doch so reichhaltig. Für mich war es faszinierend zu erleben, wie die Galerieszene das widerspiegelt“, hält eine Teilnehmerin fest.

Die Art Experience Talks waren auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht, wenngleich die Teilnahme auf 80 Personen pro Talk begrenzt werden musste. Das Symposium zeigte sich am Samstag und Sonntag als meinungsstarke Diskussionsplattform, in der die gegenwärtige Situation des Kunstmarkts, digitale Strategien, der künstlerische Nachwuchs wie auch das Sammeln von Kunst und der Fotografie-Standort Frankfurt debattiert wurden. Das Publikum versammelte vor allem Galeristen, Kunstmarktexperten, Künstler und andere Protagonisten aus der Branche. „Es ist ein echter Mehrwert, dass dieses Jahr auch die Politik vor Ort war. Besonders der Austausch mit Staatssekretär Philipp Nimmermann und Stadtrat Markus Frank war für die Branche sehr wichtig”, sagt Ulrike Berendson, die Leiterin der Talks. Sämtliche der insgesamt fünf moderierten Gesprächsrunden können auf der offiziellen Website sowie auf den gängigen Podcasts-Providern zeitnah nachgehört werden.

Ein zahlreiches Publikum hatte in den nebenan befindlichen Räumlichkeiten die Gelegenheit, den Showroom mit der Ausstellung „Time in Transition“ zu besuchen. Hier zeigten 14 Frankfurter Galerien Foto- und Videokunst, die sich thematisch mit dem Wirken der Zeit im historisch-gesellschaftlichen oder persönlichen Kontexten beschäftigten. Digital aufbereitet wurde der Showroom mit der zu The Frankfurt Art Experience lancierten App „Archie’s Nose“. Via QR-Code im Ausstellungsdesign konnten die Gäste erweiterte Informationen zum Künstler, Bild und Galerie abfragen. Daneben nahm das Publikum auch das multilinguale Führungsangebot dankbar in Anspruch. Die rund 1800 Besucher schätzten das zugängliche Format im LSTNR-Space inmitten der Innenstadt am Eschenheimer Tor. (ffm)