Archiv-Nachrichten

Ein Freund hat uns verlassen

Zum Tode des Frankfurter Verlegers Erich Klein

Erich Klein ist nicht mehr. Die Nachricht kam überraschend, saß er bis vor kurzem doch noch wie ein Fels in der Brandung der Zeitläufte in seiner Redaktion in Alt-Schwanheim in Schwanheim, im Herzen seines Stadtteilzeitungs-Reiches, lenkte, leitete, half, ja, das besonders, beriet und verband die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Schichten zu einem gemeinsamen Miteinander. Ein wenig kränklich war er zwar, wusste man, aber das darf man auch mit 77 Jahren. Doch dann ging es plötzlich ganz schnell: Schlaganfall.

Wer ihn kannte, und das waren viele, bedauern seinen Tod. Sie trauern um ihn, und Trauer ist bekanntlich der ehrlichste Beweis von Freundschaft. So flossen bei seiner Beisetzung am Wochenende auf dem Zeilsheimer Friedhof die Tränen denn auch reichlich. Und auf seinem Sterbebildchen stand demgemäß auch „Ehemann, Vater, Opa, Freund.“

Freundschaftlich, großzügig und auch ein wenig weise war er. Und beruflich erfolgreich. Über 44 Jahre lang beeinflusste er als Verleger das Gesicht des lokalen Zeitungswesens. Er vereinte bis zu 14 verschiedene Titel im Frankfurter Westen unter seiner Führung, darunter die SGZ (Schwanheim/Goldsteiner Zeitung), die Frankfurter Woche und der Niederräder Anzeiger. Seine Zeitungstitel wurden, wie bereits angesprochen, zu einer integralen Plattform für ein demokratisches Stadtteilleben und die Teilhabe der lokalen Vereine.

Doch Erich Klein schrieb nicht nur. Er packte auch selbst mit an. So war er Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender des Zeilsheimer Heimat- und Geschichtsvereins, begeisterter Unterstützer des Höchster Schlossfestes und zeitweise auch Sponsor des 1. FFC Frankfurt. Sein Drang, allen um ihn herum zu helfen, hat ihn auch dazu bewegt, der Berufsfeuerwehr beizutreten.

Zunächst hatte es ihn in der Nachkriegszeit wie so viele zum Handwerk gezogen. Er wurde Schlosser. Es war jedoch die Welt der Worte und des Papiers, die seine Leidenschaft entfachte. Der Ruf des Journalismus sollte sein Leben bestimmen. Deshalb lernte er als Schriftsetzer das Handwerk von der Pike auf. Durch sein Engagement wollte er stets den sozialen Zusammenhang stärken und es den Bürgern und Vereinen der Stadtteile ermöglichen, ihre Stimme zu erheben und gehört zu werden. Neben seiner Leidenschaft für den Journalismus fand er in der Fotografie, im Film und in der treuen Unterstützung der Eintracht seinen Ausgleich und seine Inspiration.

Ganz besonders schwer getroffen von seinem plötzlichen Tod sind natürlich seine Frau Brigitte und seine Kinder Julia und Sebastian, ganz zu schweigen von seinem Enkelkind Julie, dem seine ganze Liebe gehörte. Jetzt ist er zwar nicht mehr physisch unter uns, aber an ihn denken, und zwar im besten Sinne, werden sehr viele Menschen noch eine sehr lange Zeit an ihn. Insofern ist er gemäß dem Spruch „Aus den Augen aus dem Sinn“ keineswegs vergessen sondern auch weiterhin unter und bei uns. In diesem Sinne: Lebe wohl, lieber Erich, alter Freund …