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Letzte Aktualisierung: 12.08.2022

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Ein Blick aus der Vergangenheit

Das Gesicht des „Fürsten“ aus dem Frankfurter Stadtwald ist neu geschaffen worden

von Gert Hautsch

(23.06.2022) Er ist früher gestorben als der „Fürst vom Glauberg“ und war vermutlich ein ähnlich wichtiger Mann. Sein 2.700 Jahre altes Grab ist vor mehr als 50 Jahren im Frankfurter Stadtwald entdeckt worden. Wegen der prunkvollen Grabbeigaben hat er die Bezeichnung „Fürst aus dem Stadtwald“ und internationalen Ruhm erhalten. Aber wie könnte er ausgesehen haben?

Bildergalerie
Der rekonstruierte Kopf des Stadtwald-„Fürsten“, wie er ab sofort im Archäologischen Museum zu besichtigen ist.
Foto: HAG (C. Frick)
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Sie bestaunen das rekonstruierte Gesicht des Stadtwald-„Fürsten“ (von links): Cajus Reinhold Frick (HAG), Dr. Carolin Röding, Paläoanthropologin, Dr. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt (AMF), Sabine Petersen-Spindler, Vorsitzende der HAG, Dr. Constanze Niess, Rechtsmedizinerin, und Dr. Liane Giemsch, Kuratorin am AMF.
Foto: HAG (Bäppler-Wolf)
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Um diese Frage zu beantworten hat die Historisch-Archäologische Gesellschaft Frankfurt (HAG) zusammen mit dem Archäologischen Museum zwei Spezialistinnen beauftragt. Die Rechtsmedizinerin Dr. Constanze Niess und die Paläoanthropologin Dr. Carolin Röding haben mit neuesten wissenschaftlichen Methoden und viel künstlerischem Geschick die Person quasi neu auferstehen lassen. Solche Techniken werden auch bei polizeilichen Ermittlungen in der Rechtsmedizin eingesetzt. Im Rahmen einer Veranstaltung im Archäologischen Museum haben sie das aufwändige Verfahren geschildert.

Zunächst musste der verformte und in Teilen zerbrochene Schädel virtuell rekonstruiert werden, erst dann konnte daraus ein menschliches Gesicht entwickelt werden. Herausgekommen ist ein Modell, das den „Fürsten“ aus dem Stadtwald fast lebendig werden lässt. Ob er wirklich genau so ausgesehen hat, werden wir nie erfahren. Eines aber wird deutlich: Es könnte Einer von uns heute gewesen sein.

Der rekonstruierte Kopf ist derzeit in der Ausstellung „Kelten Land Hessen – Kelten in Hessen?“ im Archäologischen Museum Frankfurt (Karmelitergasse 1) zu besichtigen.