Druckerei Frankfurt: Was nachhaltiger Druck im Rhein-Main-Gebiet heute leisten muss
Wer heute Broschüre, Katalog oder Mailing produzieren lässt, stellt andere Fragen als noch vor zehn Jahren. Neben Preis und Liefertermin steht inzwischen fast immer im Raum, woher das Papier stammt, mit welchem Strom gedruckt wird und ob sich das alles sauber dokumentieren lässt.
Foto: Unsplash / Bank Phrom
Eine verantwortungsvolle Druckerei Frankfurt, wie die ABT Mediengruppe, deckt deshalb deutlich mehr ab als sauberen Druck: Papierberatung, zertifizierte Prozesse, nachvollziehbare Nachweise und kurze Transportwege gehören genauso dazu. Nachhaltigkeit ist im Print vom Marketingargument zum Einkaufskriterium geworden und damit zur Frage, an der sich Anbieter im Rhein-Main-Gebiet messen lassen müssen.
Warum ökologischer Druck heute zur Grundanforderung gehört
Lange war Nachhaltigkeit in der Druckbranche ein freiwilliges Extra, das man auf der letzten Seite des Angebots erwähnte. Das hat sich gedreht. Unternehmen fragen bereits in der Angebotsphase nach Papierherkunft, Energiequelle und CO2-Bilanz, weil sie diese Angaben in der eigenen Lieferkettendokumentation weitergeben müssen. Wer hier keine belastbaren Nachweise liefert, fällt schon vor dem Preisvergleich aus der engeren Auswahl. Bei öffentlichen Auftraggebern in Hessen ist das ohnehin Standard, dort sind Umweltkriterien fester Bestandteil der Vergabe. Wer in Frankfurt Angebote einholt, bekommt diese Fragen deshalb früher gestellt als noch vor wenigen Jahren.
Gleichzeitig hat sich das pauschale Bild vom Druck als Umweltsünder relativiert. Papier gehört zu den am besten funktionierenden Materialkreisläufen in Deutschland, der Altpapiereinsatz in der Papierindustrie liegt seit Jahren bei rund 80 Prozent. Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob gedruckt wird, sondern wie. Und genau da trennt sich ein Betrieb mit ernst gemeintem Umweltkonzept von einem, der lediglich ein Siegel im Fußbereich der Website platziert hat.
Das Papier ist der größte Hebel und die wichtigste Beratungsleistung
Den größten Anteil an der Umweltwirkung eines Printprodukts hat in aller Regel nicht die Druckmaschine, sondern das Papier. Recyclingpapier benötigt in der Herstellung deutlich weniger Ressourcen als Frischfaserpapier: Das Umweltbundesamt nennt Einsparungen von rund 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Moderne Recyclingsorten erreichen inzwischen Weißgrade und Oberflächen, die man früher nur von Frischfaser kannte. Damit entfällt das häufigste Gegenargument aus Marketingabteilungen.
Wo Frischfaser wirklich nötig ist, etwa bei hochwertigen Bildbänden mit sehr feinen Rastern, kommt es auf die rückverfolgbare Herkunft an. Eine gute Beratung erklärt die Unterschiede zwischen den gängigen Kennzeichnungen, statt einfach das teuerste Zertifikat zu verkaufen. Die folgende Übersicht zeigt, worauf sich die wichtigsten Nachweise tatsächlich beziehen:
| Nachweis | Bezieht sich auf | Kernanforderung |
| Blauer Engel | Das Druckerzeugnis selbst | 100 Prozent Altpapier, strenge Grenzwerte für Farben und Hilfsmittel |
| FSC und PEFC | Herkunft der Holzfasern | Rückverfolgbare Fasern aus kontrolliert bewirtschafteten Wäldern |
| EMAS | Umweltmanagement des Betriebs | Extern validierte, jährlich veröffentlichte Umwelterklärung |
| ISO 9001 | Qualitätsmanagement | Dokumentierte und prüfbare Abläufe in der gesamten Produktion |
| CO2-Bilanz | Emissionen des Auftrags | Erfassung von Produktion, Material und Transport als Basis für Reduktion |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Ebenen: Ein Managementsystem sagt etwas über den Betrieb aus, ein Produktsiegel über das gedruckte Ergebnis. Für den eigenen Nachhaltigkeitsbericht brauchen Unternehmen in der Regel beides.
Was in der Produktionshalle passiert, entscheidet über die Bilanz
Zwischen zwei Betrieben, die dasselbe Papier verarbeiten, können Welten liegen. Die Unterschiede stecken in Details, die im Angebot selten auftauchen, in Summe aber einen erheblichen Teil der Emissionen ausmachen. Diese Punkte lohnt es sich beim Rundgang durch die Produktion oder im Gespräch konkret abzufragen:
- Ökostrom, idealerweise aus einer eigenen Photovoltaikanlage statt aus zugekauften Zertifikaten
- Mineralölfreie Farben auf Basis nachwachsender Rohstoffe
- Chemiefreie Druckplattenherstellung, die Entwickler und Spülwasser vollständig einspart
- Alkoholreduzierter oder alkoholfreier Offsetdruck zur Senkung flüchtiger Emissionen
- Wärmerückgewinnung aus Trocknung und Maschinenabwärme
- Sortenreine Trennung der Papierabfälle und Rückführung in den Altpapierkreislauf
Besonders aussagekräftig ist die Frage nach der eigenen Stromerzeugung. Eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach ist keine Rechengröße, sondern eine Investition, die ein Betrieb entweder getätigt hat oder eben nicht. Ähnliches gilt für chemiefreie Druckplatten: Sie erfordern neue Anlagentechnik und lassen sich nicht kurzfristig für ein Angebot behaupten.
Kurze Wege im Rhein-Main-Gebiet als unterschätzter Faktor
Ein Aspekt, der in Nachhaltigkeitsdiskussionen oft untergeht, ist die Logistik. Wird eine Auflage von mehreren Tonnen quer durch Europa gefahren, weil der Druckpreis dort ein paar Prozent günstiger war, ist der ökologische Vorteil des Recyclingpapiers schnell aufgebraucht. Regionale Produktion ist deshalb kein Heimatgefühl, sondern eine messbare Größe in der CO2-Bilanz.
Für Unternehmen aus Frankfurt, Offenbach, Hanau, Wiesbaden und Darmstadt kommt ein zweiter, sehr praktischer Vorteil dazu: Andrucke lassen sich persönlich abnehmen, weil der Produktionsstandort in vertretbarer Fahrtzeit liegt. Wer einmal erlebt hat, wie eine komplette Auflage wegen eines Farbtons nachgedruckt werden musste, kennt den Ressourcenverbrauch eines vermeidbaren Fehldrucks. Die persönliche Freigabe am Bogen ist damit auch eine ökologische Maßnahme und nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit.
Veredelung, Format und Auflage: die Stellschrauben vor dem Druck
Die größten Einsparungen entstehen nicht in der Maschine, sondern in der Planung. Wer vor dem Druck die richtigen Entscheidungen trifft, senkt Materialeinsatz, Kosten und Emissionen gleichzeitig. Fünf Ansatzpunkte, die in fast jedem Projekt Wirkung zeigen:
- Folienkaschierung meiden, weil sie das Recycling erschwert - Dispersionslack ist meist die bessere Wahl
- Formate auf das Bogenformat der Maschine abstimmen, um Verschnitt zu vermeiden
- Grammatur prüfen: schon 15 Gramm weniger sparen Material und bei Mailings zusätzlich Porto
- Auflagen realistisch kalkulieren, statt sicherheitshalber 20 Prozent mehr zu bestellen
- Personalisierte Kleinauflagen im Digitaldruck statt hoher Streuauflagen mit hoher Wegwerfquote
Gerade der letzte Punkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Variable Inhalte lassen sich heute auch in kleinen Auflagen wirtschaftlich produzieren, sodass verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Varianten erhalten können, ohne dass mehrere getrennte Druckaufträge nötig werden. Weniger gedruckte Exemplare bei höherer Relevanz sind ökologisch und werblich das bessere Ergebnis.
Woran Sie eine wirklich nachhaltige Druckerei erkennen
Umweltversprechen sind schnell formuliert. Diese fünf Schritte helfen dabei, Anspruch und Realität auseinanderzuhalten, bevor ein Auftrag vergeben wird:
- Lassen Sie sich Zertifikate mit Registriernummer und Gültigkeitsdatum zeigen, nicht nur ein Logo auf der Website.
- Fragen Sie nach der Herkunft des Stroms und danach, welcher Anteil selbst erzeugt wird.
- Verlangen Sie eine auftragsbezogene CO2-Angabe statt einer pauschalen Aussage zum Gesamtbetrieb.
- Prüfen Sie, ob Lagerung, Konfektionierung und Versand aus einer Hand kommen, denn jede Zwischenstation kostet Transport.
- Achten Sie darauf, ob aktiv beraten oder nur abgewickelt wird, denn Beratung spart meist mehr Ressourcen als jedes Siegel.
Ein Betrieb, der bei diesen Fragen konkret und ohne Ausweichmanöver antwortet, hat sich mit dem Thema ernsthaft beschäftigt. Wer ausschließlich mit Kompensationszahlungen argumentiert, hat es in der Regel nicht getan.
Nachhaltiger Druck zahlt direkt auf die Berichtspflicht ein
Für viele Unternehmen ist die Dokumentation inzwischen genauso wichtig wie die Maßnahme selbst. Emissionen aus der Lieferkette gehören in die Nachhaltigkeitsberichterstattung, und Drucksachen sind dort ein gut erfassbarer Posten. Eine Druckerei, die Papiersorte, Energiequelle und Transportweg pro Auftrag ausweisen kann, liefert damit direkt verwertbare Daten. Das spart im Berichtszeitraum erheblichen Rechercheaufwand.
Dazu kommt die Außenwirkung. Ein Umweltzeichen im Impressum einer Broschüre ist ein glaubwürdiges Signal, weil es an Bedingungen geknüpft ist, die extern geprüft werden. In Kombination mit regionaler Produktion entsteht eine Geschichte, die sich belegen lässt. Genau darin liegt der Unterschied zwischen glaubwürdiger Nachhaltigkeitskommunikation und Greenwashing.
Häufige Fragen zur nachhaltigen Druckerei Frankfurt
Ist nachhaltiges Drucken teurer?
In vielen Fällen liegt der Preis auf dem Niveau konventioneller Produktion, denn Recyclingpapier ist nicht grundsätzlich teurer als Frischfaser. Mehrkosten entstehen eher durch Sonderpapiere oder aufwendige Veredelung. Wer Format und Auflage sauber plant, spart die Differenz meist wieder ein.
Eignet sich Recyclingpapier auch für hochwertige Broschüren?
Ja. Moderne Recyclingsorten erreichen hohe Weißgrade und gestrichene Oberflächen und sind auch für anspruchsvolle Bildmotive geeignet. Sinnvoll ist es, vor der Produktion ein bedrucktes Muster der konkreten Sorte anzufordern.
Welcher Nachweis ist der strengste?
Für Druckerzeugnisse gilt der Blaue Engel als anspruchsvollster Nachweis, weil er 100 Prozent Altpapier verlangt und zusätzlich Grenzwerte für eingesetzte Chemikalien setzt. FSC und PEFC beziehen sich dagegen auf die Herkunft der Holzfasern und nicht auf den Recyclinganteil.
Was bedeutet klimaneutral gedruckt genau?
Der Begriff beschreibt in der Praxis meist, dass die berechneten Emissionen eines Auftrags über Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden. Aussagekräftig ist er nur zusammen mit der Angabe, wie hoch die Emissionen überhaupt waren und was zuvor zu ihrer Reduktion unternommen wurde.
Wie finde ich eine passende Druckerei für Frankfurt?
Achten Sie auf geprüfte Zertifikate, eigene Energieerzeugung, Beratungskompetenz und die Möglichkeit, Andrucke persönlich abzunehmen. Der Betrieb muss dafür nicht im Frankfurter Stadtgebiet sitzen, entscheidend ist die Erreichbarkeit innerhalb des Rhein-Main-Raums. Ein Besuch in der Produktion bringt meist mehr Klarheit als jede Selbstauskunft auf einer Website.
Weitere Artikel aus der Kategorie: