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Manon Lescaut an der Oper Frankfurt

Dramma lirico in vier Akten von Giacomo Puccini

Manon Lescaut von Giacomo Puccini (1858-1924) in der Sicht des dem katalanischen Künstlerkollektiv La Fura dels Baus angehörenden Regisseurs Àlex Ollé zählt zu den großen Erfolgen der Frankfurter Opernsaison 2019/20. Ollé hat sich von seinem Bühnenbildner Alfons Flores ein sehr realistisch anmutendes Setting bauen lassen, in dem die Geschichte Manons ebenso realistisch erzählt wird: Busbahnhof, Tabledance-Bar, Flüchtlingslager.

Manon Lescaut Szenenfoto^1
Manon Lescaut Szenenfoto^1
Foto: Barbara Aumüller
Szenenfoto2 Manon Lescaut
Szenenfoto2 Manon Lescaut
Foto: Barbara Aumüller

Im letzten Akt ist die Bühne leergeräumt, nur die monumentalen Lettern des Wortes LOVE ragen einsam in den Bühnenhimmel. In deren Schatten haucht Manon elendiglich ihr Leben aus. So zeigt Ollé seine Protagonisten auf der verzweifelten Suche nach Liebe und wie sie, obwohl sie diese gefunden zu haben scheinen, dennoch scheitern. „Das ewige Opern-Paradox, sehr italienisch, sehr heutig-packend und trotzdem werkkonform, dabei sehr begeisternd in Frankfurt“ schrieb Manuel Brug in seinem Blog www.klassiker.welt.de nach der Premiere am 6. Oktober 2019, und der Kritiker der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg bringt es auf den Punkt: „Puccini für das 21. Jahrhundert.“

Zum Inhalt: Manon, die auf Geheiß ihres Vaters ins Kloster gebracht werden soll, erreicht mit ihrem Bruder Lescaut die Stadt Amiens. Dort verliebt sich der Student Des Grieux augenblicklich in sie. Doch auch der Steuereintreiber Geronte zeigt Interesse an dem Mädchen und plant dessen Entführung. Des Grieux kommt ihm zuvor und ergreift mit Manon die Flucht. Da er aber ihrem Luxusbedürfnis nicht gerecht werden kann, verlässt sie ihn für Geronte. Mit ihm lebt sie in Wohlstand zusammen, bis sie die Sehnsucht nach Des Grieux plagt. Als beide wiedervereint sind, wollen sie abermals fliehen. Manon wird jedoch verhaftet und deportiert. Des Grieux darf sie nach Amerika begleiten. Dort stirbt die junge Frau auf der erneuten Flucht in den Armen des Geliebten.

Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Simone Di Felice. Manon wird von der moldawische Sopranistin Ghiulnara Raileanu gesungen, die in der Vergangenheit als Tosca an der Prager Staatsoper begeisterte und im Juni 2025 auch an diesem Haus die Rolle der Manon sang. Als Chevalier Renato Des Grieux tritt der Tenor Matteo Lippi auf, der in der vergangenen Saison als Macduff in der Frankfurter Macbeth-Produktion überragende Kritiken erhielt. Mit der Produktion vertraut ist der seit 2020/21 dem Frankfurter Ensemble angehörende slowenische Bariton Domen Križaj, der in der Partie des Lescaut mit Ensemblemitglied Mikołaj Trąbka alterniert. Angeführt von Ensemblemitglied Erik van Heyningen (Geronte de Ravoir) sind fast alle weiteren Partien mit aktuellen oder ehemaligen Frankfurt Ensemble- oder Opernstudiomitgliedern besetzt.

Wiederaufnahme: Freitag, 26. September 2025 um 19.30 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 5. (15.30 Uhr), 10., 16., 26. (15.30 Uhr) Oktober 2025
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.

Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.