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Letzte Aktualisierung: 26.01.2021

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Drei Frankfurter Museen erhalten Förderung für neue Digitalisierungsformate

von Ilse Romahn

(17.12.2020) Das Deutsche Architekturmuseum, das Historische Museum Frankfurt und das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum werden in das Förderprogramm „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes aufgenommen, um neue Wege der Digitalisierung zu erproben.

Mit dem Programm will die Kulturstiftung des Bundes bundesweit Kulturinstitutionen darin unterstützen und motivieren, mit digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren. Insgesamt wurden 68 Projekte von 564 eingegangenen Förderanträgen ausgewählt. Die Auswahl der Projekte erfolgte durch den Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf Empfehlung einer unabhängigen Jury.

„Dass drei Frankfurter Museen von der Kulturstiftung des Bundes ausgewählt worden sind, zeigt, wie kreativ Frankfurts Kulturinstitutionen mit der Corona-Pandemie umgehen. Sie haben die Chance ergriffen und innovative digitale Konzepte der kulturellen Bildung und Vermittlung erarbeitet. Ich bin gespannt auf die Umsetzungen!“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Das Deutsches Architekturmuseum entwickelt in Kooperation mit YouTuber Josef Bogatzki „TheJoCraft“ das Projekt „Frankfurt 2099“ – eine digitale Version der beliebten Lego-Baustelle des Museums. Über ein Jahr hinweg werden Spieler eingeladen, die Stadt nach ihren Wünschen umzugestalten. Gebäude können erschaffen werden, die zusammen ein urbanistisches Szenario der Stadt entstehen lassen. Begleitet wird das Projekt von einem umfassenden Vermittlungsprogramm, das sich sowohl an Anfänger, als auch an Profis richtet. Auch für Schulklassen und Lehrkräfte wird es Angebote geben.

Das Historische Museum Frankfurt freut sich über die Förderung des Projektes „Von Jedem Eins – Digital“, das in Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen Frankfurter Künstler Karsten Bott entwickelt wird. Es handelt sich um eine künstlerische Installation in Gestalt eines wandfüllenden Regales mit 45 Fächern und 1492 Objekten der Alltagskultur unserer Gegenwart. Besucher werden in ihrer eigenen Lebenswelt abgeholt und an Umgangsweisen oder Gewohnheiten im eigenen Haushalt oder in ihrer Familie erinnert. Ziel des Förderprojektes ist es, das Kunstwerk und dessen Vermittlung in den digitalen Raum hinein zu erweitern. Für eine Interaktion mit dem Publikum soll es über verschiedene digitale Formate möglich sein, zu einzelnen Objekten eigene Geschichten, Erinnerungen und Assoziationen zu teilen. Dies soll über eine Web-Anwendung vom heimischen PC aus möglich sein sowie an einer Medienstation im Museum. Zielgruppen sind Jugendliche und junge Erwachsene, Menschen mit kognitiven Einschränkungen sowie Senioren. Mit dem Projekt werden teilhabebeschränkte Menschen dabei unterstützt, Barrieren zu überwinden und an der digitalen Welt teilzunehmen und sie, den eigenen Bedürfnissen entsprechend, mitzugestalten.

Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum entwickelt den „Filmspielplatz“ – eine Website für Kinder ab drei Jahren bis ins Grundschulalter. Das Projekt möchte Kinder anregen, ausgewählte Kurzfilme zu schauen und davon inspiriert selbst aktiv zu werden. Über eine integrierte Moodle-Lernplattform soll der Filmspielplatz zudem Eltern, Erziehern aus Kitas, Lehrkräften aus Grundschulen und Vermittlern die Möglichkeit bieten, sich zum Thema Filmbildung fortzubilden, zu vernetzen und auszutauschen. Im Projektzeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wird das DFF gemeinsam mit seiner Partnerinstitution Deutsche Kinemathek aus Berlin den „Filmspielplatz“ entwickeln und umsetzen. Denn digitale Medien bieten auch die Möglichkeit, ortsunabhängige Angebote für Kinder in ganz Deutschland zu machen, so erreicht man auch Kinder im ländlichen Raum. Dabei sollen die Website und Plattform im Sinne der Nachhaltigkeit auch nach der Projektlaufzeit stetig wachsen und dauerhaft interessant bleiben. (ffm)