Donizettis Roberto Devereux in zwei konzertanten Vorstellungen als Erstaufführung an der Oper Frankfurt
Gaetano Donizetti (1797-1848) gilt als einer der Hauptkomponisten des Belcanto. Roberto Devereux gehört zu seiner sogenannten Tudor-Trilogie, welche Persönlichkeiten aus dem englischen Königsgeschlecht in den Handlungsmittelpunkt stellte. Der Uraufführung des Werkes am 29. Oktober 1837 am Teatro San Carlo in Neapel gingen die für Mailand komponierten Opern Anna Bolena (1830) und Maria Stuarda (1835) voraus. Die geschichtlich verbürgten Fakten dienten dabei jedoch lediglich als Hintergrund für eine operntypische Liebesgeschichte. Nach dem großen Premierenerfolg wurde Roberto Devereux rasch an italienischen Häusern und später auch im Ausland nachgespielt. Donizettis Königinnen-Opern galten lange Zeit als Primadonnen-Vehikel, die in den 1950er Jahren durch Sängerinnen wie Maria Callas und Leyla Gencer sowie später durch Beverly Sills dem Vergessen entrissen wurden. Mit den beiden konzertanten Aufführungen erklingt das Werk erstmals in Frankfurt.
Die Handlung schildert den tragischen Verlauf der mutmaßlich letzten Liebe von Englands „jungfräulicher Königin" Elisabeth I. zu Roberto Devereux, dem 2. Earl of Essex. Als bekannt wird, dass dieser neben der Gunst der alternden Monarchin auch die ihrer jungen Hofdame Sara, Ehefrau seines besten Freundes, des Herzogs von Nottingham, genießt, kommt es, angefeuert von einer Intrige des getäuschten Ehemannes, zur Tragödie. Am Ende verliert Roberto seinen Kopf auf dem Schafott, und die Königin dankt zu Gunsten ihres Neffen Jakob, Sohn Maria Stuarts, ab.
Die musikalische Leitung liegt bei dem Italiener Giuliano Carella, der neben Dirigaten an internationalen Häusern auch regelmäßig in Frankfurt gastiert, so u.a. 2009/10 mit Donizettis Anna Bolena (konzertant). Donizettis Don Pasquale ist an der Staatsoper Stuttgart geplant, wo er zuvor schon u.a. Bellinis I puritani dirigierte. Die rumänische Sopranistin Adela Zaharia (Elisabetta I.) ist seit 2015/16 Ensemblemitglied an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, wo sie u.a. als Donizettis Lucia di Lammermoor Triumphe feierte. 2017 gewann sie den Ersten Preis beim renommierten Operalia-Wettbewerb von Placido Domingo. Juan Jesús Rodríguez (Nottingham) stammt aus Spanien und gilt als ausgewiesener Verdi-Bariton. In der Vergangenheit gastierte er an der New Yorker Metropolitan Opera sowie an den Opernhäusern von Madrid, Rom und Hamburg. Alice Coote (Sara) war bisher regelmäßig an der Oper Frankfurt zu erleben, u.a. als Sesto in Mozarts Titus, Charlotte in Massenets Werther und Marguerite in Berliozʼ Fausts Verdammnis. Zu ihren Stationen zählen viele Engagements an der New Yorker Met, wohin sie bald als Le Prince Charmant in Massenets Cendrillon zurückkehren wird. Im Ensemble der Oper Frankfurt beheimatet ist der aus Guatemala stammende Mario Chang (Roberto Devereux), der in Frankfurt zuletzt als Herzog in Verdis Rigoletto und Lenski in Tschaikowskis Eugen Onegin zu erleben war. Auch Daniel Miroslaw (Gualtiero Raleigh) gehört dem Frankfurter Ensemble an, während Ingyu Hwang (Lord Cecil) Mitglied des Opernstudios war.
Vorstellungen: Freitag, 2. Februar 2018, und Sonntag, 4. Februar 2018, jeweils um 19.00 Uhr im Opernhaus
Preise: € 15 bis 115 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf (069)21249494 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
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