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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Diskussion und Lesung in der Paulskirche am 5. Mai

von Ilse Romahn

(19.04.2024) 2024 steht in besonderer Weise im Licht der Demokratie: 75 Jahre Bundesrepublik und 75 Jahre Grundgesetz werden in diesem Jahr gefeiert. Gleichzeitig gehen in historischem Ausmaß Menschen auf die Straße, um für den Erhalt der Demokratie zu demonstrieren. Das führt zu der Frage: In welcher Verfassung ist unsere Demokratie heute?

Frankfurt mit der Paulskirche ist ein bedeutender Ort der deutschen Demokratiegeschichte. Im März 1849 wurde hier die erste deutsche Verfassung beschlossen. 100 Jahre später, am 12. Mai 1949, genehmigten im damaligen IG-­Farben-­Haus, der heutigen Goethe-­Universität, die alliierten Militärgouverneure das vier Tage zuvor in Bonn verabschiedete Grundgesetz. Am 23. Mai 1949 trat es in Kraft, die Bundesrepublik war gegründet.

Aus diesem Anlass laden die Stadt Frankfurt am Main, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die Evangelische Akademie Frankfurt und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Sonntag, 5. Mai, gemeinsam zu einer Festveranstaltung mit Diskussion und Lesung in die Paulskirche ein. Der Einlass beginnt um 16.15 Uhr, Ende der Veranstaltung ist circa 19.30 Uhr. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger steht ein Ticketkontingent in der Bürgerberatung, Hinter den Lämmchen 6, Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, zur Verfügung. Bei der Abholung bitte Personalien angeben und einengültigen Lichtbildausweis vorzeigen. Der Eintritt ist frei.

Es diskutieren Daniela Danz, Schriftstellerin, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Leiterin Bundeswettbewerb „Demokratisch Handeln“; Prof. Nicole Deitelhoff, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung; Prof. Dieter Langewiesche, Fachbereich Geschichtswissenschaft der Universität Tübingen; Peter Müller, Richter des Bundesverfassungsgerichts a.D.
Moderation: Marion Kuchenny, Hessischer Rundfunk.

Im Anschluss findet die Szenische Lesung „Revolutionsgespräche 1848/49“ der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien (KGParl) statt. Es lesen die Schauspieler Ulrike Folkerts und Moritz Heidelbach. Die Einführung übernimmt Prof. Andreas Schulz, Generalsekretär KGPArl.

Mit der Nationalversammlung, die sich 1848 in der Frankfurter Paulskirche konstituiert, sind große Hoffnungen und positive Erwartungen verbunden. Aus der Revolution hervorgegangen, soll sie eine Verfassung mit Grundrechten erarbeiten und einen deutschen Nationalstaat schaffen. Auch wenn viele Abgeordnete schon politische Vorerfahrung mitbringen, ist das, was sie in Frankfurt erwartet, neu. Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft, Zeitdruck und Arbeitsüberlastung sowie längere Abwesenheitszeiten von zu Hause sind dabei nur einige der Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Eine anschauliche und zugleich unterhaltsame Quelle dafür sind die bislang wenig bekannten Briefe sowohl prominenter als auch weniger bekannter Parlamentarier, die sie regelmäßig an ihre Ehe­frauen schreiben. Die Briefe erlauben einen faszinierenden Einblick in den parlamentarischen Alltag des ersten gesamtdeutschen Parlaments. Sie verdeutlichen zudem, dass auch Frauen – obwohl im 19. Jahrhundert ohne Wahlrecht und weitgehend von politischer Partizipation ausgeschlossen – aktiv an den politischen Prozessen der Zeit beteiligt sind. (ffm)