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Letzte Aktualisierung: 23.10.2020

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Diplomatie, Archäologie und rätselhafte Bronzen - die Sammlung von der Schulenburg

Vortrag im Institut für Stadtgeschichte

von Ilse Romahn

(14.10.2020) Am Montag, 19. Oktober, sprechen Natascha Bagherpour Kashani und Stephan Graf von der Schulenburg im Institut für Stadtgeschichte über die Herkunft der Sammlung von der Schulenburg im Archäologischen Museum Frankfurt.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erwarben Reisende, Diplomaten, aber auch Archäologen vorgeschichtliche Objekte aus Iran. Besonders beliebt waren dabei die sogenannten Luristanbronzen. Als einer der ersten erforschte der Archäologe Ernst Herzfeld das Vorkommen dieser rätselhaften, bis zu 3000 Jahre alten Bronzen. Auf seinen Reisen begleitete ihn Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, von 1922 bis 1931 Gesandter des Deutschen Reiches in Teheran. Der Diplomat erwarb zahlreiche außergewöhnliche Artefakte, die sich heute im Archäologischen Museum Frankfurt befinden. Als Schlüsselfigur bei der Vorbereitung des Hitler-Stalin-Paktes und später als Mitglied des Widerstandes gegen Adolf Hitler ist die Person des Grafen von der Schulenburg für die jüngere deutsche Geschichte von besonderem Interesse. Seine Tätigkeit als Sammler zwischen Orient und Okzident ist jedoch bis heute einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Der Vortrag zeichnet das Wirken des Diplomaten und den Widerspruch zwischen Kulturgutschutz und Kulturinteresse in Bezug auf die Frankfurter Sammlung nach.

Der Vortrag bildet den Auftakt der neuen Reihe „Kulturgüter, Provenienzen und Restitution: aus Frankfurter Museen, Sammlungen und Haushalten“, die die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte zusammen mit dem Institut für Stadtgeschichte im kommenden Halbjahr veranstaltet. Damit wird die sehr erfolgreiche Vortragsreihe zur Provenienzforschung von 2016/2017 fortgesetzt und der Fokus erweitert. Er richtet sich nun nicht mehr nur auf die Zeit zwischen 1933 und 1945, sondern auch auf Erwerbungs- und Verlustgeschichten davor und danach. Behandelt werden Provenienzforschungen zu geraubten Kunstgegenständen aus jüdischem Besitz, die Erwerbungen von Kulturgütern aus kolonialen Zusammenhängen sowie der Raub von Büchern. Weitere Informationen zur Vortragsreihe finden sich auf der Webseite des Instituts unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de im Internet.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Refektorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Die Teilnahme kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro. Für Mitglieder der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte ist der Eintritt frei. Es besteht die Möglichkeit zur Platzreservierung über das Online-Reservierungsportal auf der Webseite des Instituts unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de . (ffm)