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Letzte Aktualisierung: 08.03.2021

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Digitalisierungsstrategie der städtischen Kultureinrichtungen

von Ilse Romahn

(12.02.2021) Bei einer Pressekonferenz mit Direktorinnen und Direktoren der städtischen Museen hat Kulturdezernentin Ina Hartwig am Donnerstag, 11. Februar, ihre Digitalisierungsstrategie für den städtischen Kulturbereich präsentiert. Das vorgelegte Strategiepapier beschreibt die Notwendigkeit sowie damit verbundene Zielsetzungen einer digitalen Erweiterung in den Museen und dem Institut für Stadtgeschichte.

Kuratorin Dorothee Linnemann zeigt Ina Hartwig den Hochleistungsscanner des Historischen Museums
Foto: Stadt Frankfurt / Salome Roessler
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Danach sollen die städtischen Kultureinrichtungen ihre stabilisierende Rolle als öffentliche Orte gesellschaftlicher Debatten weiter ausbauen. Im Sinne eines zeitgemäßen Verständnisses von kultureller Teilhabe sollen digitale Vermittlungsangebote und partizipative Ausstellungsformate einen breiten, dialogorientierten Zugang zu den unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen stärken. Die laufende Digitalisierung der städtischen Sammlungsbestände soll beschleunigt, die digital erfassten Objekte mittels hauseigener sowie themenbezogener Online-Angebote bereitgestellt werden.

„Unsere Digitalisierungsstrategie basiert auf einem fortlaufenden Prozess, den wir gemeinsam mit den städtischen Museen und dem Stadtarchiv 2019 angestoßen haben. Meine Zielsetzung war und ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen in den städtischen Kultureinrichtungen grundlegend zu verbessern. Ich möchte unsere Häuser in die Lage versetzen, die mit der Digitalisierung einhergehenden Chancen und Herausforderungen selbstbestimmt und gemeinwohlorientiert zu gestalten“, sagte Kulturdezernentin Hartwig. „Vieles haben wir in den vergangenen Jahren erreicht, vieles befindet sich in Umsetzung. Um den Digitalisierungsprozess zu beschleunigen und erfolgreich zu gestalten, benötigen unsere Häuser jedoch eine verbesserte Personal- und Mittelausstattung. Schon vor Beginn der Corona-Krise waren sie mit Blick auf die zusätzlichen Aufgaben strukturell unterbesetzt und unterfinanziert.“

In den vergangenen Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 hat die Kulturdezernentin sechs Stellen sowie erstmalig ein Digitalisierungsbudget in Höhe von jährlich 300.000 Euro für den Kulturbereich erwirkt. Der zukunftssichernde Betrieb in den Museen sowie im Stadtarchiv erfordere jedoch eine zusätzliche Mittel- und Personalausstattung.

„Mit Hilfe des erstmals in 2020 verausgabten Digitalbudgets sind wir bei der Digitalisierung der hauseigenen Sammlungen einen Schritt vorangekommen. Die digitale Erweiterung betrifft jedoch alle Kernaufgaben der Museums- und Archivarbeit – nämlich das Sammeln, Forschen, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln – und erfordert daher einen tiefgreifenden organisatorischen Wandel. Der hierfür erforderliche, gemeinsam mit unseren Häusern ermittelte Bedarf beläuft sich für den Zeitraum von 2022 bis 2026 auf insgesamt 5 Millionen Euro und 20 neue Stellen. Dafür werde ich mich einsetzen“, erklärte die Kulturdezernentin.

Die Digitalisierungsstrategie des Kulturdezernats kann in ihrer fortlaufend aktualisierten Fassung unter http://t1p.de/t74p heruntergeladen werden. (ffm)