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Letzte Aktualisierung: 04.07.2022

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Digitalisierung kann helfen, Ressourcen zu sparen und das Klima zu schützen

von Helmut Poppe

(19.05.2022) Digitalministerin Sinemus überreicht Distr@l-Förderbescheid über 754.000 Euro für Klimaschutz-Projekt. In Frankfurt zeigte eine Fachmesse, wie die digitale Transformation Ressourcen sparen kann.

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azubis.digital
Foto: Frankfurtlive, H. Poppe
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Bis zu 34%
Foto: Frankfurtlive, H. Poppe
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In der Frankfurter Messe trafen sich letzten Dienstag Akteure aus den zahlreichen Branchen, die mit dem sogenannten Digitalen Wandel zu tun haben.  Auf dem Digital FUTUREcongress stellte das Unternehmen Green Software Design entsprechende Daten vor und nennt die Zahl 34%, die ausdrückt, in welchem Umfang die Digitalisierung zu dem Klimaschutzziel bis 2030 beitragen kann. 

Auf dem Kongress und der Messe präsentierten Anbieter aus den Bereichen Büro- und Arbeitsorganisation, Fortbildung, Personalsuche, Datenschutz und aus Marketing und Werbung ihre Lösungen. Insgesamt ein spannender Tag. Die sympathischen jungen Männer rund um Gründer des Protals "azubis.digital" demonstrierten, wie sie talentierte Azubis in den Mit­telstand bringen.

Die Digitalministerin Sinemus war auch auf dem Kongress vertreten und zeigte an anderer Stelle, wie gerade kleineren Unternehmen mehr Klimaschutz ermöglicht werden kann. Ein junges Gründerteam der Universität Kassel will dafür in den kommenden zwei Jahren eine automatisierte und intelligente Plattform entwickeln, mit der Unternehmen schnell eine Klimastrategie berechnen können. Das Land Hessen fördert das Projekt mit dem Namen „2°-Netz“ mit rund 754.000 Euro aus dem Förderprogramm Distr@l – Digitalisierung stärken, Transfer leben. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute in Allendorf (Eder) auf dem Klimaschutztag den Förderbescheid an das Gründerteam Dr. Ron-Hendrik Hechelmann, Nadja Buchenau, Jannik Oetzel und Achim Krueger sowie den Projektverantwortlichen im Fachgebiet umweltgerechte Produkte und Prozesse, Prof. Dr. Jens Hesselbach, überreicht.

„Wir widmen dem Thema Green IT in allen Bereichen besondere Aufmerksamkeit. Denn Digitalisierung kann dazu beitragen, Ressourcen zu sparen und das Klima zu schützen“, sagte Ministerin Sinemus. „Unser Ziel ist die Entwicklung wegweisender und ressourcenschonender digitaler Produkte und Anwendungen, die in Unternehmen, Kommunen und Privathaushalten zum Einsatz kommen. Das Projekt ,2°-Netz’ geht genau in diese Richtung“, verwies Sinemus auch auf Berechnungen des Branchenverbands Bitkom aus dem vergangenen Jahr. Demnach kann die Digitalisierung für die deutschen Klimaziele knapp 60 Prozent zu den Einsparungen beitragen. „Dies bedeutet, dass wir den Fokus zunehmend auf digitale Produkte und Geschäftsmodelle setzen müssen, die Ökologie und Ökonomie gleichermaßen berücksichtigen.“

Das „2°-Netz“ reduziert die Komplexität. Der innovative Lösungsansatz für die komplexe Zielstellung besteht im Vernetzen von Kompetenzen und Daten durch diese Plattform. Mittels einer automatisierten und standardisierten Datenerfassung basierend auf den etablierten ISO-Normen 14001 und 50001 wird der Status quo von Unternehmen erfasst. Anhand dieser Daten erstellt dann der Lösungsalgorithmus eine branchenspezifische Strategie für das Unternehmen. Diese umfasst die Maßnahmen und Zeitpunkte für die Investitionen in Energieeffizienzprojekte, in die Substitution von fossilen Energieträgern und die Kompensation von Emissionen entlang der eigenen Wertschöpfungskette. Ziel ist, die Forschungsergebnisse so aufzubereiten, dass sie in die wirtschaftliche Anwendung gebracht werden.

„Wir erarbeiten seit 20 Jahren eng verbunden mit der Wirtschaft Lösungen für den Klimaschutz. Die Digitalisierung und junge engagierte Wissenschaftler bringen die dringend notwendige Beschleunigung. Dies zu unterstützen, sehe ich sowohl als gesellschaftliche Aufgabe der Universitäten und gleichermaßen als ausgezeichnete wirtschaftliche Chance zur Gründung neuer Unternehmen mit hohem Potenzial für neue Arbeitsplätze“, sagte Prof. Dr. Jens Hesselbach.

Prof. Dr. Ute Clement, Präsidentin der Universität Kassel, freut sich über die Auszeichnung und beglückwünscht das Gründerteam zu seinem Erfolg: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Sie belegt einmal mehr das starke Potenzial der Universität Kassel im Sinne einer Hochschule der Nachhaltigkeit. Zudem wird auch hier der Transfergedanke – von der Grundlagenforschung zur Anwendung – vorbildlich umgesetzt.“

Das Projekt wird über die Distr@l-Förderlinie 4A gefördert. Adressiert sind hier Teams an der Hochschule von bis zu fünf Personen, die ihre Forschungsergebnisse mit dem Ziel der zukünftigen Markteinführung praxisorientiert validieren möchten. Überdies soll der Entrepreneurgedanke an den hessischen Hochschulen weiter gestärkt werden. Das Förderprogramm Distr@l – Digitalisierung stärken, Transfer leben ist Ende 2019 gestartet und läuft sehr erfolgreich. Distr@l ist auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte ausgerichtet, die signifikant den Stand der Technik erhöhen, um den Herausforderungen der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft bewusst und und mit vier Förderlinien zielgruppenorientiert begegnen zu können. Bisher wurden bereits 76 Projekte mit einem Fördervolumen von mehr 22 Millionen Euro bewilligt. Dazu kommen noch mehr als 14 Millionen Euro, die durch die Wirtschaft/Antragstellenden kofinanziert werden.