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Letzte Aktualisierung: 08.02.2023

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Digitale Innovationen in die Praxis bringen

von Helmut Poppe

(19.01.2023) Mit Distr@l gestalten wir die digitale Zukunft“, betont Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. Das Förderprogramm soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen digitale Forschungs- und Entwicklungsprojekte ermöglichen.

Nicht erst seit der Pandemie ist bekannt, dass Digitalisierung und intelligente Lösungen unsere Zukunft maßgeblich bestimmen und oftmals bereits in der Gegenwart wirken. Mit dem Förderprogramm „Distr@l Digitalisierung stärken – Transfer leben“ fördert die Hessische Digitalministerin seit Ende 2019 innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die nicht nur bereits unsere Gegenwart durchdringen, sondern Zukunft maßgeblich gestalten und nachhaltig wirken werden. Aktuell sind mehr als 100 Projekte zur Förderung ausgewählt.

„Das Förderprogramm ist das größte im Bereich der Digitalisierung in Hessen und zudem einzigartig, weil es das erste Förderprogramm für ausschließlich digitale Projekte ist. Ich freue mich über das große Interesse an dem Programm. Es zeigt, dass es viele gute Ideen in Hessen gibt, wie Digitalisierung einen Mehrwert für unser Land bringen kann. Mit Distr@l gestalten wir die digitale Zukunft“, betont Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. „Gerade kleinen und mittleren Unternehmen ist es oftmals nicht möglich, digitale Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus eigener Kraft oder mit eigenen Ressourcen umzusetzen.“

Mit Stand Ende 2022 sind 109 Projekte durch die WI-Bank mit einem Fördervolumen von rund 33 Millionen Euro bewilligt oder werden in Kürze bewilligt. Zusätzlich stellt die Wirtschaft 17,8 Millionen Euro zur Kofinanzierung dieser Projekte bereit. Seit Ende 2019 werden mit Distr@l gezielt digitale Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützt, die einen hohen Innovationsgrad aufweisen. Angesprochen sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), gegebenenfalls in Kooperation mit hessischen Hochschulen – sowie junge Unternehmen/Start-ups – um so Potenziale von Digitalisierung zu heben und innovative Vorhaben im digitalen Kontext umzusetzen. Ebenso ist Ziel der Förderung, entsprechendes Know-how in den Unternehmen aufzubauen. Gefördert werden neben der Wachstumsförderung in Start-ups auch Machbarkeitsstudien, digitale Produkt- und Prozessinnovationen, Wissens- und Technologietransfer bis hin zu Validierungs-Förderungen an Hochschulen mit dem Ziel der Ausgründung. Der Fokus liegt auf anwendungsbezogenen Vorhaben.

„Das Zusammenwirken von Unternehmen, Hochschulen und Forschungs-einrichtungen ermöglicht und beschleunigt bedarfsgerecht den Wissenstransfer aus den Hochschulen in die praktische Anwendung. Mit Distr@l setzen wir wichtige entscheidende Impulse in die Wirtschaft hinein, genauso aus Wirtschaft und Wissenschaft heraus“, sagt Ministerin Sinemus. „Start-ups mit ihrem revolutionären Denken, das Innovationen hervorbringt, ihre Dynamik und ihre Wachstumspotenziale spielen eine wichtige Rolle für die Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Zudem durchdringen die digitalen Lösungen teilweise unser Leben nachhaltig.“ Dies gilt beispielsweise für die Entwicklung einer KI-Leseanalytik, die mit rund 160.000 Euro durch Distr@l gefördert wurde. Das Start-up Digi Sapiens aus Langen hat eine Sprachtechnologie entwickelt, die über Zuhören die Leseflüssigkeit eines Menschen detailliert messen kann. Auf Basis der Analyseergebnisse können dann gezielt individuelle Interventions- oder Fördermaßnahmen eingeleitet und der Fördererfolg dargestellt werden. Als Trainingsdaten dienen Sprachaufzeichnungen, die Digi Sapiens über eine bereits existierende Leseplattform für Vereine und gemeinnützige Organisationen generiert. Schon vor Ende des Förder- beziehungsweise Entwicklungszeitraums konnte einer der großen deutschen Schulbuchverlage als erster Lizenznehmer gewonnen werden.

Auch Veli, ein Ausgründungsprojekt am Fachgebiet Umweltgerechte Produkte und Prozesse (upp) der Universität Kassel, das mit fast 600.000 Euro gefördert wurde, ist vielsprechend. Ein interdisziplinäres Gründerteam hat unter der Überschrift „LAMA – Lebensassistenz durch Machine-Learning-Algorithmen“ ein technisches Hilfsmittel entwickelt, das Energieforschung mit Lebensassistenz verknüpft. Ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Lebensassistenzsystem analysiert in Echtzeit die Haushaltsverbräuche von Strom und Wasser, erkennt Haushaltsaktivitäten und Gefahrensituationen und ruft automatisch Hilfe, um ein möglichst langes, sorgenfreies Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Das Team arbeitet aktuell an der Markteinführung des Produkts.

Ebenso gibt es in der Medizin Beispiele dafür, welchen Mehrwert die Digitalisierung bieten kann. Im Projekt „RisKa“ („Risikostratifizierung in der Kardiologie mittels Künstlicher Intelligenz“), das mit rund 740.000 Euro aus Distr@l gefördert wird, entwickeln die Technische Hochschule Mittelhessen und die Justus Liebig-Universität Gießen ein System, das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Muster in EKG-Aufnahmen präzise und kostengünstig erkennt und frühzeitig Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennt und diagnostiziert.

„An diesen Beispielen wird sehr deutlich, wie Digitalisierung im Alltag helfen und diesen auch ein stückweit sicherer machen kann. Genau das ist unser Ansatz: Digitalisierung soll dem Menschen dienen. Und das Förderprogramm Distr@l trägt dazu einen großen Teil bei – wir reden nicht nur, wir handeln“, sagte Sinemus abschließend.

Anschaulich dargestellt und verständlich greifbar werden geförderte Projekte auf dem Landesinformationsportal für digitale Innovationen und Anwendungen (LIDIA). Durch LIDIA wird die Wissensvermittlung, Trendanalyse und Wissensaufbereitung über noch laufende und bereits abgeschlossene digitale innovative Technologien aus Hessen möglich. www.lidia-hessen.de