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Die Suche nach dem Jungbrunnen

Kann Vitamin D die Zellalterung beeinflussen?

Es ist ein wiederkehrendes Motiv in Mythologie und Kunst: der Jungbrunnen als Quell ewiger Jugend. Auch in der Wissenschaft suchen Forscher nach Ansätzen, die Alterung des Körpers und seiner Zellen zu verstehen und aufzuhalten, um so Krankheitsprozesse positiv zu beeinflussen. Eine neue Auswertung der VITAL-Studie legt nun nahe, dass Vitamin D einen positiven Effekt auf einen Marker für die Zellalterung, die Länge der Chromosomen-Telomere, haben könnte.

Professor Helmut Schatz, Bochum, von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ordnet die Ergebnisse in den Medizinischen Kurznachrichten der Gesellschaft ein: „Am 21. Mai 2025 erschien im American Journal of Nutrition das Resultat der Untersuchung in 2571 Blutproben von 1031 Teilnehmern der VITAL-Studie unter Vitamin D, Plazebo oder Omega-3-Fettsäuren. Bestimmt wurde die Länge der Telomeren der Chromosomen in Leukoyten mit der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion zu Beginn, nach zwei und nach vier Jahren.

Das Ergebnis: Vitamin D verlangsamte den Telomerenabbau: Während in der Plazebogruppe nach vier Jahren eine substanzielle Verkürzung der Telomere beobachtet wurde, kam es unter Vitamin D nur zu einer minimalen Verkürzung. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen war mit p = 0.037 signifikant. Durch Omega-3-Fettsäuren wurde kein Effekt auf die Verkürzung wie unter Vitamin D erzielt.

Die Autoren interpretieren diese Differenz als eine etwa dreijährige Abnahme des Prozesses der Zellalterung ein. Abbau bzw. Erhalt der Telomerenlänge der Chromosomen stellen zumindest einen der Faktoren für die Zellalterung dar.