Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

Werbung
Werbung

Die schönste Art der Burgpflege

von Helmut Poppe

(06.10.2021) Die Königsteiner Burg hat gerade tierische Helfer zu Gast. Es sind 25 Thüringer Waldziegen vom Talhof aus Usingen, die Brombeerbüsche, Setzlinge und andere Pflanzen abfressen und klein halten.

Foto: Stadt Königstein im Taunus
***

Die Ziegen von Jörg George helfen inzwischen regelmäßig bei der Pflege der Burg und betätigen sich als biologische „Rasenmäher“.

Ehrenamtliche Stadträtin und Dezernentin für Grünpflege Gabriela Terhorst: „Mit dem Einsatz der Thüringer Waldziegen unterstützt die Stadt Königstein im Sinne des Burgpflegewerkes die Erhaltung der Burg und den Natur- und Artenschutz.“

 Durch die Beseitigung von kleinen Bäumen und Brombeergestrüpp, entsteht eine artenreichere Landschaft, in der sich auch Schmetterlinge, Bienen und Eidechsen wieder wohlfühlen können, zum anderen findet hier eine bedrohte Ziegenart  genug Futter, was nicht immer und überall zur Verfügung steht. Die Ziegen sind genügsame Artgenossen, die anders als Schafe, in der Auswahl des Futters nicht gerade Gourmets sind. Da stehen auch gerne mal dornige Brombeerbüsche und anderes auf dem Speiseplan.

Die Ziegen haben bei der „Burgpflege“ noch einen entscheidenden Vorteil. Sie kommen mühelos an viele Stellen, an die Menschen mit Heckscheren oder anderem Gerät gar nicht gelangen können. Außerdem arbeiten sie nahezu für „Kost und Logis“ und sind damit deutlich günstiger als zum Beispiel professionelle Gärtnerinnen und Gärtner.

Terhorst: „Außerdem sind die Tiere ein echtes Besuchererlebnis und dadurch eine willkommene Bereicherung, wenn sie bei uns zu Gast sind.“

Entstanden ist die Rasse durch Kreuzung von der Toggenburger Ziege mit den thüringischen Landschlägen. Sie wurde früher wegen ihrer guten Milchleistungen und häufigen Zwillingsgeburten hoch geschätzt, gehört jedoch heute - trotz ansteigender Zahlen - zu den bedrohten Nutztierrassen und steht daher immer noch auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen.

Die Stadt bittet: Hundehalter sollten ihre Hunde auf der Burg anleinen. Zusätzlich wird ein Elektrozaun gestellt, der bei Berührung so manchen Hund aus der Fassung bringen kann. Die Ziegen sind diesen Zaun gewohnt und werden dadurch nicht behindert.

Gründezernentin Gabriela Terhorst betont: „ Die Tiere werden täglich von Jörg George besucht, um ihr Wohlergehen sicherzustellen, doch gilt die Waldziege als besonders robust und widerstandsfähig, so dass sie ihren Aufgaben wie in den letzten Jahren gut nachkommen wird.“