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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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Die Ludwigs-burg wurde nicht erobert

Ersatzgeschwächte Skyliners unterliegen mit 69:106

von Norbert Dörholt

(29.04.2021) An einem Abend, an dem es keine Erwartungshaltung gab, können sich Fraport- Skyliners-Fans über jede Menge Minuten des eigenen Nachwuchses freuen und vielleicht einen kleinen Blick auf zukünftige Leistungsträger erhaschen. Gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg halten die Frankfurter streckenweise gut mit, doch ist die physische Dominanz des Vizemeisters über die gesamte Partie hinweg zu deutlich (35:15 – 23:27 – 25:13 – 23:14).

Foto: Fraport Skyliners
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Zu stark macht sich das Fehlen von gleich sieben Stammkräften (Matt Mobley, Jon Gudmundsson, Michael Kessens, Len Schoormann, Bruno Vrcic, Richard Freudenberg und Konstantin Konga) bemerkbar. Frankfurter Topscorer wird am Ende Quantez Robertson mit 21 Punkten und einem schönen Jubiläum (siehe unten). Weiter geht es bereits am Freitag, den 30. April, mit dem Auswärtsspiel in Bonn. Sprungball ist um 19 Uhr, live bei MagentaSport.  

Stimmen zum Spiel

Sebastian Gleim, Headcoach der Fraport Skyliners, sagte nach dem Spiel: „Gratulation an Ludwigsburg zum heutigen Sieg und einer extrem guten und besonderen Saison. An dieser Stelle: Viel Erfolg für die Playoffs. Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Unser Hauptziel ist es, dass wir gesund bleiben und hart spielen, kompetitiv sind. Wir haben heute zwei kleine Siege gefeiert. Einerseits haben wir Ludwigsburg zu 45 Dreier-Versuchen gezwungen und sie nicht einfach so zum Korb ziehen lassen. Andererseits haben wir hier ein Viertel mit einer Mannschaft gewonnen, die für diesen Auftritt meinen allergrößten Respekt verdient.“

John Patrick (Headcoach, MHP RIESEN Ludwigsburg): „Dies war unser 28. Sieg! Es tut mir leid für Frankfurt: Nach Corona-Problemen hatten sie nun auch Verletzungsprobleme. Dennoch möchte ich ihnen ein Kompliment aussprechen. Sie haben trotzdem gekämpft und das zweite Viertel gewonnen. Ich bin sehr froh, dass unsere jungen Spieler gute Minuten gegeben haben – und auch, dass Jonah [Radebaugh] und Andrew Warren in ihrer Zeit auf dem Parkett sehr effektiv waren und wir am Ende ein ungefährdeter Sieg eingefahren haben. Wir brauchen noch, glaube ich, einen Sieg, um die Hauptrunde auf dem ersten Platz beenden zu können. Ich hoffe, dass wir diesen Sieg am Freitag [in Bamberg] einfahren.“  

Quantez Robertson: „Wir haben so gut gespielt, wie es eben ging. Unsere jungen Spieler haben alles auf dem Parkett gelassen, was sie haben. Wir waren unterbesetzt, aber wir haben uns teuer verkauft. Mehr war heute einfach nicht drin und zu erwarten, denn uns fehlten mit Matt Mobley und Jon Gudmundsson jede Menge Feuerkraft und mit Michal Kessens auch unser Starter auf der Center-Position. Es gilt jetzt einfach gesund zu bleiben, gut zu regenerieren und sicherzustellen, dass wir die Saison gut zu Ende spielen können.“  

Spielverlauf

Q1 – Frecher Start mit zu viel Ballverlusten – 35:15

Sebastian Gleim reagiert auf die ungewöhnlichen Umstände mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Einer Zonenverteidigung, bei der Frankfurts Längster, Kamari Murphy, oben die Mitte verteidigt. Die Fraport Skyliners starten frech und nutzen die Chancen, die es eigentlich nicht gibt – 5:6 (3. Minute). Jedoch häufen sich dann einfache Ballverluste im eigenen Spiel, so dass die Gastgeber rasch auf 21:10 (7.) davonziehen. Bis zum Ende des Viertels bleibt es bei der hohen Anzahl an einfachen Turnovern (allein acht in den ersten zehn Minuten), so dass auch der Rückstand stetig anwächst – 35:15.  

Q2 – Jugend forsch und kämpferisch – 23:27

Der Start ins zweite Viertel gestaltet sich für die Frankfurter sehr positiv. Defensiv wird kollektiv gut gearbeitet, vorne werden Punkte erspielt und erarbeitet – 36:27 (13.). Schönes Ereignis in der 14. Minute: Joshi Bonga (16 Jahre) wird eingewechselt und somit jüngster Frankfurter Spieler aller Zeiten, übertrumpft damit seinen älteren Bruder Isaac (Washington Wizards; NBA). Gegen jede Regel bleiben die Frankfurter Jungs am Tabellenführer dran und schmeißen sich mit jedem Gramm Körpergewicht in die Duelle – 44:34 (17.). Doch gegen den Vizemeister braucht es ab und an doch etwas mehr an Länge, Kilos und Erfahrung und so geht es beim Stand von 58:42 in die Halbzeit.  

Q3 – Frankfurt weiterhin frech, aber Ludwigsburg übernimmt – 25:13

Die Fraport Skyliners bleiben ihrer Linie treu: frech, etwas ungestüm, mit viel Herz und wenn nicht viel geht, dann geht der Ball zu Quantez Robertson, der per Dreier aus dem Schnellangriff auf 68:55 (26.) verkürzt. Ludwigsburg tut den Frankfurtern den Gefallen und übt sich in schweren Würfen, die gerne auch mal danebengehen. Aber irgendwann ist das Ludwigsburger Handgelenk warmgeworfen und die Größenvorteile werden konsequenter ausgenutzt, so dass es mit 83:55 aus dem Viertel geht.  

Q4 – Jünger geht’s nicht – 23:14

Die Beine werden nun doch ein wenig schwer bei den Frankfurtern. Das gilt allerdings nicht für den ewigen, den einzigartigen, den unnachahmlichen Quantez Robertson, der weiter in der Verteidigung wirbelt und Dreier versenkt, als wäre es das erste Saisonspiel. Dass Ludwigsburg das Spiel mit hoher Führung nicht mehr aus der Hand geben wird, ist beim Stand von 91:64 (34.) allen Beteiligten klar. Und so freut man sich dann eben als Frankfurter an jeder guten Aktion der eigenen Jungtalente. Davon gibt es auch tatsächlich einige, nicht umsonst gehört das Frankfurter Nachwuchsprogramm bekanntermaßen zu den besten der Nation. Frecher Zug zum Korb von Alvin Oniya, Rebounds und Steals von Joshi Bonga, gute Würfe von Philipp Hadenfeldt, Defense von Maxi Begue und voller Einsatz von Leon Püllen liest sich das Abschlusszeugnis. Endstand: 107:69    

Rund um das Spiel

Dem Nachwuchs mehrere Chancen

Es sind Premieren-Tage bei den Fraport Skyliners. Schon gegen Weißenfels feierte Aufbauspieler Philipp Hadenfeldt (21) sein Debüt im Frankfurter Trikot. Gegen Ludwigsburg können sich nun auch der 20-jährige Leon Püllen und der erste 16-jährige Joshi Bonga über ihre allerersten easyCredit BBL-Minuten freuen. Bonga gelingen zudem auch gleich zwei Rebounds und ein Ballgewinn.

Karrierebestwerte, und im Falle von Alvin Onyia (20) die ersten Bundesliga-Punkte überhaupt, gelangen dem flinken Aufbauspieler mit gleich sieben Punkten sowie Maxi Begue (20) mit fünf Strichen in der Punktezeile.    

Quantez Robertson für 500!

Quantez Robertson bricht diese Saison vermutlich den Rekord im Meilensteine durchbrechen. In der 33. Minute kriegt er den Ball im Schnellangriff auf dem Flügel, zögert nicht lange und wirft, trifft und freut sich. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch gar nicht, dass es sein 500. Treffer von der Dreipunktelinie war, wie er breit grinsend und überrascht im MagentaSport-Interview nach der Partie gesteht. Glückwunsch zum Meilenstein, Kapitän!  

Noch ein Bestwert

Sieben Rebounds angelte sich Flügelspieler Rasheed Moore am Sonntag gegen Weißenfels und lieferte damit eine Karrierebestleistung ab. Und heute gegen Ludwigsburg? Da sind es derer gleich neun – also gleich wieder ein neues ´Career High´.    

Die nächsten Spieltermine der
·  Freitag, 30.04., um 19 Uhr in Bonn
·  Sonntag, 02.05., um 15 Uhr zu Hause gegen Oldenburg
·  Dienstag, 04.05, um 20:30 Uhr in Bayreuth
·  Freitag, 07.05., um 19 Uhr in Würzburg
·  Sonntag, 09.05., um 15 Uhr zu Hause gegen Hamburg

Alle Termine in der kostenlosen App der Fraport Skyliners. Zu sehen gibt es alle Spiele live bei MagentaSport.