Die Leichtweißhöhle öffnet am 1. April
Viele Geschichten rangen sich um Heinrich Anton Leichtweiß seit seinem Tod im Jahre 1793, so soll der Bäcker und Gastwirt Wilderer und gar Räuberhauptmann gewesen sein und in einer Höhle in Wiesbaden eine Zeitlang gelebt haben. Die Höhle im Wiesbadener Rabengrund die den Namen „Leichtweißhöhle“ heißt, ist seit vielen Jahrzehnten zu einer Pilgerstätte geworden. Erstmals in diesem Jahr öffnet sie am Mittwoch, 1. April, von 10 bis 13 Uhr ihre Pforten.
Besucherinnen und Besucher können gemeinsam mit dem Höhlenwärter das Innere der Höhle besichtigen und mehr über die spannende Geschichte des Wilderers Heinrich Anton Leichtweiß aus dem 18. Jahrhundert erfahren.
Vom rechtschaffenden Bürger zum Wilddieb
In Jugenheim bei Sprendlingen ist Heinrich Anton Leichtweiß am 29. Dezember 1723 geboren. Sein Vater war nassauischer Amtsjäger. Heinrich Anton Leichtweiß erlernte das Bäcker- und Bürstenmacherhandwerk. Auf der Gesellenwanderschaft kam er nach Dotzheim, wo er die Tochter des Dotzheimer Schultheißen heiratete und zwölf Kinder aus der Ehe hervorgingen. Leichtweiß bewirtschaftete als Wirt das Gasthaus „Zum Engel“ und war ebenfalls als Bäcker tätig. Außerdem fungierte er als „Gemeinderechner“ und später als „Herrschaftlicher Gelderheber“, hier war er für die Eintreibung und Abrechnung der Gemeindegelder zuständig, die er direkt nach Wiesbaden an das Oberamt ablieferte.
1788 wird Leichtweiß Einbruch sowie Wilddieberei und Wildbretdiebstahl vorgeworfen. Dabei handelte es sich sehr wahrscheinlich, wie eine der Chroniken aussagt, um eine Verleumdung eines Nachbarn. Am 1. Mai 1788 wird er verhaftet und in das Zuchthaus am Michelsberg auf dem Wiesbadener Marktplatz eingeliefert, nachdem er einige Stunden am Pranger gestanden hatte. Bereits im Oktober wurde er frühzeitig entlassen, kehrte aber nie wieder nach Dotzheim zurück.
Ruhestätte, ein Filzhut und eine Laterne
Erzählt wird, dass er sich in den Wäldern des Taunus und insbesondere in dem noch unerschlossenen Waldgebiet hinter dem Neroberg aufhielt. Gefunden wurden hier eine Ruhstätte – es soll um die in späteren Zeiten nach ihm benannten „Leichtweißhöhle“ handeln -, ein Filzhut und eine Laterne. Auch in der Umgebung von Frankfurt soll er gewildert haben. 1791 wird Leichtweiß in Bergen bei Frankfurt aufgegriffen und ein Jahr später wegen Wilderei zu Zuchthaus verurteilt und abermals in Wiesbaden eingekerkert, wo Heinrich Anton Leichtweiß 1793 im Alter von 69 Jahren am 12. März verstarb.
Viele Erzählungen und Geschichten gibt es über Heinrich Anton Leichtweiß seit über 200 Jahren. Viele Bücher sind über ihn geschrieben worden, sogar Comics und weitere Publikationen gibt es über ihn. Dabei wird er auch als angeblicher Räuberhauptmann dargestellt.
… und anschließend auf dem Spüren von Lichtweiß
Die Besichtigung der „Leichtweißhöhle“ ist kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich. Im Anschluss bietet des Höhlenbesuchs bietet sich ein Spaziergang durch den Rabengrund oder ein Picknick in einer der umliegenden Schutzhütten an.
Die Höhle ist bis Oktober 2026 jeweils mittwochs von 10 bis 13 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
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