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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Die Jungen spielten wie die alten Hasen

Fraport Skyliners besiegten im Testspiel Wels mit 82:61

von Norbert Dörholt

(19.09.2022) Gegen den österreichischen Erstligisten der Raiffeisen Flyers Wels zeigen die Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners eine größtenteils solide Leistung. Der Fokus lag vor allem auf der weiteren Arbeit am defensiven Ende, was sich auch am Endstand von 82:61 zeigt (23:13 – 11:9 – 24:20 – 24:19). Topscorer wird am Ende Einaras Tubutis mit 20 Punkten, aber auch die beiden Youngsters Jordan Samare (17 Punkte) und Justin Onyejiaka (15 Punkte) spielen mutig auf.

Foto: Fraport Skyliners
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Weiterhin pausierten Aufbauspieler JJ Frazier (Knie) und Center Matt Haarms (Knöchel). Zudem konnte Lukas Wank (Erkältung) nicht mitwirken. Geert Hammink, Headcoach der Frankfurter, zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Wir haben wieder zwei Spiele direkt hintereinander. Daher war heute die Belastungssteuerung sehr wichtig. Alle Spieler haben zehn bis 20 Minuten gespielt. Wir haben eine weitere Defensiv-Variante reingebracht, die teilweise schon ganz gut lief. Aber je länger das Spiel ging, umso mehr haben wir beide Varianten durcheinandergebracht und es wurde ein wenig chaotisch. Aber dafür, dass es das erste Mal war, dass wir es gespielt haben, war es echt voll in Ordnung. Jetzt wollen wir mal schauen, was wir morgen dann in Göttingen davon zeigen können.“

Da es bei diesem Testspiel vor allem um das Testen ging, wird auf die exakten Punktestände, Spielverläufe oder Minuten weitestgehend nicht eingegangen. Vielmehr soll es um Eindrücke und Auffälligkeiten des Frankfurter Spiels gehen.

Viertel 1 – Kommunikation und Verteidigung stimmen (23:13)

Die Verteidigung wurde in den vergangenen Tagen etwas mehr in den Fokus genommen und neue Varianten hinzugefügt. Erstes Ergebnis der Mühen ist der blitzsaubere Ballgewinn von Lorenz und der formschöne Dunk im Anschluss.


Joshua bleibt weiterhin einer der Führungsspieler im Team. Im ersten Viertel noch nicht so sehr durch Punkte oder andere statistischen Werte, sondern vielmehr in Sachen Kommunikation mit seinen Teamkollegen. Immer wieder hat er aufmunternde Worte parat oder erklärt noch mal einen Laufweg, wenn dieser im Angriff vorher nicht gut passte. Einaras ist im ersten Viertel auffälligster Frankfurter. Ob im Schnellangriff, unter dem Korb oder von der Dreierlinie. Der litauische Schlaks spielt mit viel Selbstvertrauen und zeigt seine Vielseitigkeit.

„Nice! Nice! Nice!“, ruft Headcoach Geert immer wieder bei schönen Passstafetten seiner Jungs. Und die geben ihm im ersten Viertel öfter mal Anlass für solch motivierenden Anfeuerungsrufe.

Viertel 2 – Defensiv weiter auf der Höhe – (11:9)

Viele junge Spieler schickt Headcoach Geert für weite Phasen des zweiten Viertels auf das Parkett und aus der Riege tut sich in dieser Phase Justin hervor. Ein Dreier, defensiv seine Länge und Athletik nutzend, spielt der Jüngste im Kader (18 Jahre) erfrischend mutig auf.

Was auch auffällt ist, dass wenig sonst auffällt in diesem Viertel. Die Verteidigungsarbeit ist auf beiden Seiten schön aggressiv, so dass offensiv nur wenig Zählbares auf die Anzeigetafel kommt. Gerade die Frankfurter Verteidigung zeigt sich sehr beweglich, macht die Räume gut dicht und ist auch mal zu dritt am Ballführenden, wenn es die Situation erlaubt.

Viertel 3 – Schwere Beine und junge Beine – (24:20)

Auch im dritten Viertel ist es die Defensive, die im Fokus steht. Wels bekommt nur wenige einfache Würfe und auch in Sachen Rebounds wird nun gemeinsam besser ausgeboxt und die abprallenden Bälle gesichert. Was zudem ins Auge fällt, sind die wenigen Frankfurter Fouls. Es wird mehr der Raum und der Mann verteidigt und nur wenig in die Dribblings reingegriffen.

Was nun aber den Angriff betrifft, so braucht man keine Statistik, um zu sehen, dass die Jungs eine intensive Trainingswoche hinter sich haben. Der Großteil der Würfe geht zu kurz, immer wieder vorne an den Ring, ein paar Zentimeter zu wenig. Sehr oft ein Zeichen dafür, dass die Beine einfach schwer sind.

Haben wir heute schon über Justin gesprochen? Der Junge macht heute Spaß und nimmt frech den Dreier, trifft ihn und haut vorher nur mal kurz den Slamdunk beim Fastbreak in bester Karl-Malone-Gedächtnis-Pose rein. Zwei Minuten später sitzt auch noch der Floater über den Längsten der Österreicher.

Viertel 4 – Spektakuläres und junges Finish (24:19)

Das letzte Viertel mit einem Ausrufezeichen in Form eines Fastbreak-Dreiers eröffnen? Kein Problem! Jordan knallt den Ball mit beiden Händen oben rein und lässt die gesamte Bank jubelnd aufschreien. Kurze Auszeit der Gäste und kaum geht es weiter, stopft Alex den nächsten Ball durch die Reuse. Das hat Spaß gemacht!

Dafür ist die Verteidigung noch in der Viertelpause geblieben. Zu viele einfache Punkte der Gäste lassen Headcoach Geert immer wieder energisch durch den rauschenden Bart fahren. Dazu gehört aber auch, dass der Altersschnitt bei Frankfurt gerad bei knapp 20 Jahren liegt, ältester Spieler ist in der Phase Jordan mit 22.

Das letzte Highlight setzen Felix und Alex im Zusammenspiel. Felix zieht beherzt zum Korb und steckt den Ball hinter dem Rücken des Verteidigers auf seinen Big Man durch. Und der mit seinem Markenzeichen: beidhändig, kraftvoll, kompromisslos oben rein, dass es kracht. Kaum sind diese Zeilen getippt, schnappt sich Lorenz noch mal den Ball für einen letzten zweihändigen Dunk. Der Mann gönnt einem aber auch wirklich keinen Feierabend, so kurz vor dem Basketball-EM-Halbfinale…

Die weiteren Termine

·  25. September @ Braunschweig (16 Uhr)

·  Saisoneröffnung in Bayreuth – 29. September um 20:30 Uhr

·  Erstes easyCredit BBL-Heimspiel – Montag, 3. Oktober, um 17:30 Uhr vs FC Bayern München

Tickets für alle Heimspiele sind erhältlich über Tel. 069-92887619, online über www.fraport-skyliners.de oder die Vorverkaufsstellen von AdTicket.